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Die Haare

Haare sind verhornte Zellen der Haut, die wie an einer Schnur aufgereiht sind. Die Haarwurzel reicht bis in die Lederhaut und manchmal sogar bis in die Unterhaut hinein. Im Laufe eines Lebens ist der Mensch unterschiedlich stark behaart. Das Haar besteht aus 3 Teilen:
  • Haarschaft
    Er ragt aus der Haut heraus und besteht aus 3 verschiedenen Schichten.

  • Haarwurzel
    Sie liegt in einer Wurzelscheide unter der Haut, welche man Follikel nennt. Die Wurzel dient der Verankerung in der Haut.

  • Haarzwiebel
    Sie ist die knollenartige Verdickung am Ende der Haarwurzel und hilft bei der Verankerung.

Jedes Haar ist an eine Talgdrüse angeschlossen, die es einfettet. Außerdem wird jedes einzelne Haar von einem Muskel umfasst und von sehr feinen Nervenfasern umsponnen, die kleinste Berührungen, z. B. einen leichten Luftzug, wahrnehmen. Dann ziehen sich die kleinen Muskeln zusammen, und es entsteht die Gänsehaut.


Entwicklung der Haare

Haare entstehen bereits vor der Geburt. Die Entwicklung der Haare beginnt in der 6. Schwangerschaftswoche. Zu diesem Zeitpunkt werden die 5 Millionen Haarfollikel angelegt, die jeder Mensch besitzt. Nach der Geburt kommen keine neuen Haarfollikel mehr hinzu.

Obwohl Menschen genauso viele Haarfollikel besitzen wie Schimpansen, haben Menschen nicht so viele Haare. Das liegt daran, dass beim Menschen nicht in jedem Haarfollikel ein Haar wächst.

Haare entwickeln sich
Zusammen mit Ihrem Besitzer, dem Menschen, durchlaufen Haare und Haarfollikel im Laufe ihres Lebens eine Entwicklung.

  • Embryo
    Als Embryo wachsen in sehr vielen Follikeln kleine dünne Haare (Flaum).

  • Kind
    Als Kind sind Menschen kaum behaart.

  • Pubertät
    In der Pubertät wird die Behaarung wieder stärker, und neue Haartypen (Barthaare, Schamhaare, Achselbehaarung) bilden sich.

  • Im Alter
    Im Alter werden die Haare grau oder weiß. Ausgefallene Haare wachsen bei vielen Menschen nicht mehr nach.


Wachstum der Haare

Bei Wachstum der Haare und der Entwicklung der Haare spielen die Erbanlagen und die Hormone eine Rolle. Das Kopfhaar wächst normalerweise viel schneller und wird auch länger als die Haare an anderen Körperstellen. Das liegt daran, dass die Haarzwiebeln, die für das Wachstum verantwortlich sind, am Kopf besonders aktiv sind.

Das Leben eines Haares
ist in verschiedene Phasen gegliedert und kann von Mensch zu Mensch unterschiedlich lang dauern. Am kürzesten ist die Lebensspanne eines Haares bei Männern, die zu vermehrtem Haarausfall neigen. In der Regel dauert der Lebenszyklus eines Haares ungefähr 7 Jahre.

  • Die Wachstumsphase
    Das Haar wächst ungefähr einen Millimeter in drei Tagen. Diese Phase dauert bei Männern 2 bis 4 Jahre und bei Frauen 4 bis 6 Jahre. Wenn sich Frauen 6 Jahre lang nicht die Haare schneiden lassen, so werden die Haare bis zu 80 Zentimeter lang, nur in ganz seltenen Fällen noch etwas länger. Bei Männern ist das Wachstum schon bei etwa 50 Zentimeter beendet.

  • Die Übergangsphase
    Sie dauert 2 bis 4 Wochen. In dieser Zeit wächst das Haar ungefähr um einen weiteren Millimeter.

  • Die Ruhephase
    In dieser Phase von 3 bis 4 Monaten Dauer wächst das Haar nicht.

  • Das Haar fällt aus
    und macht Platz für ein neues Haar. Das neue Haar wächst aus derselben Haarwurzel nach, aus der das alte ausgefallen ist. In jeder Haarwurzel kann 10 bis 12 mal ein Haar nachwachsen.

Am Ende fällt das Haar aus.
Der natürliche Lebenszyklus der Haare führt dazu, dass jeden Tag zwischen 50 und 100 Haare ausfallen. Wer meint, zu viele Haare zu verlieren, kann ruhig mal nachzählen, wie viel in der Bürste hängen bleibt!

So viele Haare haben Sie auf dem Kopf
Je nach genetischer Veranlagung und je nach Haarfarbe haben die Menschen unterschiedlich viele Haare auf dem Kopf. Das sind die Durchschnittswerte:

  • Blonde 140.000

  • Brünette 100.000

  • Rothaarige 85.000


Der Haarschaft

Der Haarschaft ist neben Haarwurzel und Haarfollikel einer von drei Teilen, aus denen die ein Haar zusammensetzt, und wiederum aus drei verschiedenen Schichten besteht.
  • Im Innern, also im Kern, befinden sich die Markzellen, die auch Medulla genannt werden. Sie sind wie ein Schwamm aufgebaut.

  • Um die Medulla herum liegt eine Faserschicht, die auch Cortex genannt wird. Der Cortex ist der Hauptbestandteil vom Haarschaft. Je nachdem, wie sie aufgebaut ist, bestimmt sich die Festigkeit und Elastizität des Haares. In der Faserschicht befinden sich die Farbpigmente.

  • Um den Cortex herum befindet sich eine Schuppenschicht, die ähnlich aussieht wie bei einem Tannenzapfen. Diese Schuppenschicht, auch Cuticula genannt, schützt die beiden inneren Schichten. Weil sie durchsichtig ist, schimmern die Farbpigmente aus der Medulla hindurch.


Die Haarfarbe

Die Haarfarbe wird genauso wie die Hautfarbe durch die Menge und durch die Art des Farbstoffes Melanin bestimmt. Melanin wird in bestimmten Hautzellen, den Melanocyten, hergestellt und an Haare und Hautoberfläche abgegeben. Melanocyten befinden sich unter anderem in den Haarfollikeln.

Zwei Typen von Melanin sind verantwortlich für die verschiedenen Farbvarianten der Haar:

  • Das Eumelanin ist das Schwarz-Braun-Pigment.
    Es entscheidend hauptsächlich über die Farbtiefe des Haares, bestimmt also, wie dunkel ein Haar ist.

  • Das Phaeomelanin ist das Rot-Pigment.
    Es ist verantwortlich für hellblonde, blonde und rote Haare.

Je nach Mischungsverhältnis der beiden Typen entstehen unterschiedliche Haarfarben:

  • Blondes Haar enthält wenig Eumelanin und viel Phaeomelanin.

  • Dunkles Haar enthält viel Eumelanin und wenig Phaeomelanin.

  • Rotes Haar hat ebenfalls wenig Eumelanin und sehr viel Phaeomelanin.

Welche Farbe die Haare haben, ist genetisch bedingt. Zuständig sind drei verschiedene Gene auf unterschiedlichen Chromosomen. Wenn die Eltern beispielsweise sehr helle Haare haben, wird das Kind niemals schwarze Haare haben.

Graue Haare
entstehen, wenn die Produktion von Melanin nachlässt. Dann wird das Melanin zunehmend durch Einlagerung von Luftbläschen in den Haarschaft ersetzt, und die Haare erscheinen grau bis weiß.


Funktion der Haare

Haare erfüllen beim Menschen wichtige Funktionen:
  • Sie schützen den Körper vor äußeren Belastungen und vor Kälte (früher wichtiger als heute).

  • Kopfhaare schützen die Kopfhaut vor zu starker Sonnenbestrahlung. Aber auch die Haare müssen vor zu viel Sonne geschützt werden!

  • Die Haare an den Augen (Brauen und Wimpern) bieten Schutz vor dem Eindringen von Fremdkörpern.

  • Nasenhaare verhindern das Einatmen von Schmutz und kleinen Insekten.

Haare als Mode
Neben diesen ursprünglichen Funktionen haben Haare auch eine ästhetische und modische Funktion. Haare und Frisuren haben in verschiedenen Kulturen häufig den gesellschaftlichen Status von Menschen ausgedrückt. Auch heute noch zeigt die Frisur oft die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe (Punks, Skins) an. Haare prägen das äußere Erscheinungsbild eines Menschen sehr stark.

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 26.11.2007
 
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