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Hepatitis A

Bereits Kinder können gegen Hepatitis A geimpft werden

Bereits Kinder können gegen Hepatitis A geimpft werden
(Quelle: AOK-Mediendienst)

Hepatitis A ist eine durch Viren ausgelöste Infektionskrankheit der Leber. Sie geht auf eine Infektion mit dem Hepatitis-A-Virus (HAV) zurück, verläuft meist harmlos, aber ist dennoch eine meldepflichtige Krankheit.

Das HAV ist weltweit verbreitet und führt in Ländern mit schlechten hygienischen Verhältnissen gehäuft zu Epidemien, die bei den Betroffenen eine lebenslange Immunität gegen HAV hinterlassen. In Europa und Nordamerika sind Hepatitis A-Infektionen selten geworden. Etwa die Hälfte aller in Deutschland gemeldeten Erkrankungen werden von Reisen in Länder mit starker HAV-Verbreitung mitgebracht.

Pro Jahr werden in Deutschland rund 1.000 Fälle von Hepatitis A gemeldet. Die Dunkelziffer der tatsächlich erfolgten Infektionen liegt jedoch weit darüber. Besonders gefährdet sind neben drogenabhängigen und homosexuellen Menschen vor allem medizinisches und Pflegepersonal.


Wie wird Hepatitis A verursacht?

Hepatitis-A-Viren werden ausschließlich durch menschliche Darmausscheidungen übertragen. Entweder durch unmittelbare Schmierinfektionen, etwa bei ungeschützten Sexualkontakten (insbesondere bei oral-analen Sexualpraktiken), oder über unzureichend gereinigte Lebensmittel (etwa mit Fäkalien gedüngtes Obst, Gemüse und Salate), verunreinigtes Badewasser und mit Viren behaftete Gebrauchsgegenstände. Überträger sind häufig auch Muscheln. Die Übertragung durch Blut und Blutprodukte oder gemeinsam genutzte Spritzenbestecke ist möglich, aber selten.

Zwischen einer Infektion und ersten möglichen Krankheitssymptomen vergehen im Allgemeinen 25 bis 30 Tage. Ansteckend ist Hepatitis A jedoch bereits zwei Wochen vor dem Auftreten erster Erkrankungszeichen sowie eine weitere Woche danach. Infizierte Säuglinge können das Virus mehrere Wochen lang mit dem Stuhl ausscheiden.


Wie äußert sich Hepatitis A?

Eine Hepatitis A-Infektion verläuft insbesondere bei Kindern häufig ohne auffällige Symptome, sodass sie in vielen Fällen unbemerkt bleibt. Meist kommt es nur zu unspezifischen Beschwerden wie Verdauungsproblemen, erhöhte Temperatur oder einem allgemeinem Krankheitsgefühl.

Bei etwa einem Drittel der Infizierten vergrößern sich die Leber und die Milz vorübergehend. Außerdem kommt es zu einer charakteristischen Gelbfärbung der Haut und der Augen, die einige Tage bis mehrere Wochen andauern kann. Der Stuhl ist meist hell gefärbt, während der Urin eine dunkle Farbe annimmt. Darüber hinaus entsteht häufig ein Juckreiz der Haut.


Wie wird Hepatitis A festgestellt?

Hepatitis-A lässt sich mithilfe eines Blut- oder Urintests nachweisen. Im Blut Infizierter sind die Konzentrationen bestimmter Enzyme sowie des Gallenfarbstoffs Bilirubin erhöht, im Harn findet sich vermehrt Urobilinogen. Darüber hinaus kann der Arzt bei entsprechendem Verdacht einen speziellen Antikörperbluttest (Anti-HAV-IgM) durchführen. Aufschluss gibt zudem eine labortechnische Untersuchung des Stuhls.


Wie wird Hepatitis A behandelt?

Eine gezielte Therapie der Hepatitis A-Infektion gibt es nicht. Die Behandlung besteht vor allem darin, die Symptome zu lindern und sich weitgehend zu schonen. Außerdem wird dringend empfohlen, einige Wochen lang gänzlich auf Alkohol zu verzichten. Eine kohlenhydratreiche und fettarme Ernährungsweise schont die Leber. Zudem ist es ratsam, die Mahlzeiten gleichmäßig über den Tag zu verteilen.

Müssen aufgrund anderer Erkrankungen Medikamente eingenommen werden, sollte ihre Leberverträglichkeit mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Betroffenen und ihren Helfern ist dringend zu empfehlen, auf penible Sauberkeit und insbesondere strikte Handhygiene zu achten.


Verlauf

Meist bilden sich die Symptome einer Hepatitis A-Infektion zwei bis vier Wochen nach dem Auftreten erster Beschwerden wieder vollständig zurück. In etwa zehn Prozent der Fälle können bis zur Genesung auch mehrere Monate vergehen. In einem von 1.000 Fällen kann eine Hepatitis A einen lebensbedrohlichen Verlauf mit schweren Leberschäden nehmen.


Kann man Hepatitis A vorbeugen?

Der sicherste Schutz gegen die Hepatitis A ist die aktive Impfung, bei der die Bildung von HAV-Antikörpern angeregt wird. Im Allgemeinen kommen Impfstoffe zum Einsatz, die in zwei Dosen verabreicht werden. Nach der ersten Injektion besteht zwei bis vier Wochen später ein weitgehender Infektionsschutz, der sechs bis zwölf Monate später durch eine zweite Dosis ergänzt werden muss, wenn er für mindestens zehn Jahre anhalten soll. In seltenen Fällen kommt es zu leichten Hautreaktionen an der Injektionsstelle (Rötung, Schmerzen).

Bei Erwachsenen wird üblicherweise ein Kombinationsimpfstoff verwendet, der sowohl gegen Hepatitis A als auch gegen Hepatitis B schützt. Insbesondere Menschen, die im beruflichen Umgang und der Pflege mit Kindern, Jugendlichen, Alten und Kranken befasst sind, sollten auf einen ausreichenden Impfschutz achten. Die so genannte passive Impfung empfiehlt sich, wenn vor einem Reiseantritt zu wenig Zeit für eine aktive Impfung bleibt oder nach einem ungeschützten Kontakt mit einer infizierten Person eine Infektion zu befürchten ist. Der passive Impfstoff enthält Antikörper gegen das Hepatitis-A-Virus und schützt einige Wochen lang vor einer Infektion.

Bei Reisen in Länder mit einem Infektionsrisiko, sollten außerdem einige Verhaltensregeln beachtet werden:


  • Essen Sie keine ungekochten Lebensmittel!
  • Schälen Sie frisches Obst oder waschen Sie es mit abgekochtem Wasser gründlich ab!
  • Trinken Sie nur Getränke aus verschlossenen Flaschen oder Dosen!
  • Bestellen Sie im Restaurant Getränke stets ohne Eiswürfel!

Quellen:
Ach übrigens... – Informationen über sexuell übertragbare Krankheiten. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Köln (Stand: 2007)
RKI-Ratgeber Infektionskrankheiten – Merkblätter für Ärzte: Hepatitis A. Robert Koch-Institut, Berlin (Stand: 11.03.2008)

 

Autor: Peter Gelhard 
Letzte Änderung am: 17.07.2012
 
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