Tipp

Therapie

Bei einer Herzinsuffizienz ist das erste Gebot immer das Erkennen der zugrunde liegenden Erkrankung, und wenn möglich die Behandlung derselben.

Die Behandlung der Herzinsuffizienz ist abhängig von der Grunderkrankung und vom Schweregrad. Grundsätzlich gibt es unterschiedliche therapeutische Möglichkeiten zur Behandlung einer Herzinsuffizienz:

Behandlungsformen
Vorbeugung ist die beste Behandlung
Allgemeine Maßnahmen (Lebensweise)
Medikamentöse Behandlung einer Herzinsuffizienz
Operationsverfahren
kardiale Resynchronisation


Medikamentöse Therapie

Bei der medikamentösen Behandlung einer Herzinsuffizienz werden folgende Medikamentengruppen eingesetzt:


Operative Verfahren

Es gibt verschiedene chirurgische Eingriffe, die bei einer schweren Herzinsuffizienz, die nicht oder nicht ausreichend auf eine medikamentöse Behandlung anspricht, notwendig sein können. Hierzu gehören

  • Die Herztransplantation
    Wenn es trotz optimaler Therapie zu andauernden Beschwerden in Ruhe oder bei leichtester Belastung kommt, muss an die Möglichkeit der Herz-Transplantation gedacht werden. Das heißt, für das kranke Herz wird ein fremdes Spenderherz eingepflanzt. Die Erfolgsaussichten sind heutzutage relativ gut. Auf Grund eines Mangels an Spenderorganen sind Transplantationen zur Zeit abhängig vom Alter. Die Grenze liegt derzeit bei 60 bis 65 Jahren. Schwere Begleiterkrankungen, Suchterkrankungen und Störungen der Immunabwehr dürfen nicht vorliegen.

  • Die Dynamische Kardiomyoplastik
    Weltweit wird in wenigen Zentren (in Deutschland z.B. in Heidelberg) ein Teil des Rückenmuskels zur Stärkung des Herzmuskels um das Herz genäht. Empfohlen wird diese Behandlung bei Patienten, die z.B. wegen einer Immunschwäche nicht transplantiert werden können.

  • Das Einbauen eines mechanischen Assistenzsystems
    Zur Überbrückung der Wartezeit bis zur Transplantation kann in Einzelfällen ein mechanisches Assistenzsystem eingebaut werden (das ist eine mechanische Pumpe, die das kranke Herz entlastet).


Kardiale Resynchronisation

Um eine chronische Herzschwäche (Herzinsuffizienz, insbesondere eine Linksherzschwäche) zu behandeln, gibt es seit kurzer Zeit eine weitere Methode, die kardiale Resynchronisation, bei der ein neuartiger Stimulator eingesetzt wird.

Was genau passiert bei einer Linksherzschwäche?
Die Linksherzinsuffizienz ist eine beeinträchtigte Funktion vor allem der linken Herzkammer. Weil weniger sauerstoffreiches Blut in der Körper gepumpt wird, vergrößert sich zum Ausgleich diese linke Herzkammer (Dilatation), um die Auswurfmenge zu vermehren. Dadurch wird der ohnehin schon angegriffene linke Teil des Herzens jedoch noch mehr gefordert, weil er ja mehr Blut pumpen soll. Eine weitere Maßnahme des Körpers zur Erhöhung der Sauerstoffzufuhr zu den Organen ist die Anregung des Sinusknotens, des natürlichen Schrittmachers des Herzens. Zusätzlich beginnt das Herz schneller zu schlagen, um auch so mehr Blut und damit mehr Sauerstoff zu den Organen zu transportieren.

Erregungsleitung häufig gestört
Infolge des vergrößerten Herzvolumens kann es dazu kommen, dass sich die Herzklappe zwischen linkem Vorhof und linker Kammer nicht mehr richtig schließt, so dass ein Teil des Blutes zurück in den linken Vorhof fließt. Hier belastet es das Herz zusätzlich und es kommt zu einem Blutrückstau in die Lunge. Schließlich kommt es häufig auch zu einer Störung der Erregungsleitung im Herzen. Normalerweise schlagen die beiden Vorhöfe und die beiden Kammern jeweils im selben Takt. Bei einer Störung der Erregungsausbreitung kann es jedoch länger dauern, bis der Impuls die linke Herzkammer erreicht. Die beiden Kammern ziehen sich nicht gleichzeitig zusammen, die Pumpleistung des Herzens nimmt noch weiter ab.

Wie funktioniert die kardiale Resynchronisation?
Bei dem neuartigen Stimulatorsystem InSync® der Firma Medtronic handelt es sich um ein kleines Gerät, das einem herkömmlichen Herzschrittmacher ähnelt und auch so eingesetzt wird. Es unterstützt das Erregungsausbreitungssystem des Herzens durch elektrische Impulse und erreicht so ein gleichzeitiges (synchrones) Zusammenziehen (Kontraktion) beider Herzkammern. Dadurch wird die Pumpleistung verbessert.
Anders als bei herkömmlichen Herzschrittmachern, die mit einer oder zwei Elektroden im rechten Vorhof und/oder in der rechten Kammer arbeiten, verwendet das neuartige System eine dritte Elektrode im Bereich der linken Herzkammer. Diese Elektrode sitzt in einer Vene außen auf dem Herzmuskel und sorgt dafür, dass beide Herzkammern gleichzeitig kontrahieren, weil die gestörte Reizleitung umgangen wird.

Stimulator kann Transplantation überflüssig machen
Das Stimulatorsystem InSync® der Firma Medtronic wird zusätzlich zu anderen Maßnahmen zur Behandlung einer chronischen Herzschwäche eingesetzt. Eine Änderung der Lebensweise gehört ebenso dazu wie medikamentöse Therapien und eventuell chirurgische Maßnahmen. Bevor es aber zur Herztransplantation als letzter Möglichkeit kommt, kann bei etwa 15% der Patienten der Herzstimulator eingesetzt werden. Patienten, die damit versorgt wurden, berichten von deutlicher Besserung der Symptome bereits nach kurzer Zeit. Der Schweregrad der Herzinsuffienz wird messbar verbessert.
Neben dem System InSync III® bietet Medtronic ein weiteres Stimulatorsystem an, das zusätzlich noch die Fähigkeit eines Defibrillators hat, das InSync® ICD System.

Animierte Darstellung der normalen Herzfunktion und des Reizleitungssystems
Schematische Abbildung des Systems, Studienergebnisse zum InSync®


Lebensweise

Was können Sie für Ihr Herz tun?
Ist bei Ihnen eine Herzinsuffizienz diagnostiziert worden, sollten Sie folgende Punkte für Ihre Lebensweise bedenken:

  • Besuchen Sie regelmäßig Ihren Arzt

  • Halten Sie sich strikt an die von von Ihrem Arzt empfohlenen Therapien.

  • Nehmen Sie die Medikamente genau nach den Anweisungen des Arztes ein.

  • Benachrichtigen Sie Ihren Arzt sofort über eine Veränderung Ihres Zustandes.

Vorbeugen
Sie können neben den oben genannten Verhaltensweisen Ihr Herz stärken und Ihrem Herzen Gutes tun, wenn Sie auf folgende Dinge achten:

Ernährung
Eine spezielle Diät in der Behandlung einer Herzinsuffizienz gibt es nicht, aber folgende Grundsätze gelten sicherlich:

  • Salzarme Kost (unter 6 g pro Tag), kein zusätzliches Salzen

  • Bei Übergewicht gilt das Motto: Iss die Hälfte

  • Essen Sie fettarm und verwenden Sie ungesättigte Fette (z.B. kaltgepresste Öle verwenden (von Oliven oder Disteln).

  • Essen Sie weniger Fleisch und mehr Fisch.

  • Viel Gemüse (möglichst gedünstet, nicht gekocht) und noch mehr Rohkost (Salate, Obst).

  • Trinken: Die meisten Patienten mit Herzschwäche neigen zu Wasseransammlungen im Körper. Es ist daher wichtig, die Trinkmenge zu begrenzen. In den kalten Monaten sollten 1 bis 1,5 Liter am Tag, in den warmen Monaten 1,5 bis 2 Liter am Tag nicht überschritten werden.

Körperliche Bewegung
Die Belastbarkeit und die Lebensqualität lassen sich verbessern und es gibt auch Hinweise für ein Verbesserung der Prognose durch regelmäßiges körperliches Training. Auch der medikamentös gut eingestellte Patient mit Herzschwäche profitiert von regelmäßiger körperlicher Bewegung. Aber: auch beim körperlichen Training kommt es ganz auf die Dosierung an. Überanstrengungen können zu einer akuten Verschlechterung führen!
Zu empfehlen ist der Beginn des Trainings unter ärztlicher Aufsicht (Kur, stationäre oder ambulante Rehabilitation, Herzsportgruppen), wo die optimale Belastung für den Einzelnen gefunden wird.

Achten Sie auf Ihr Gewicht
Das Körpergewicht sollte mindestens 3 mal wöchentlich, möglichst immer zur gleichen Uhrzeit, bestimmt werden. Kurzfristige Abweichungen nach oben sind meist durch Wassereinlagerungen bedingt. Die Trinkmenge sollte dann weiter begrenzt werden und in Absprache mit dem Hausarzt sollte eine Wassertablette eingenommen werden bzw. die Dosis erhöht werden.

Vermeiden Sie Giftstoffe
Wenig Alkohol (wenn schon, dann möglichst Rotwein), hören Sie mit dem Rauchen auf und vermeiden Sie Stress.

Im Schlaf
Im Schlaf wird das Herz durch leichte Hochlagerung des Oberkörpers entlastet.Stellen Sie also das Kopfteil Ihres Bettes ein wenig nach oben.

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 28.11.2007
 
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