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Hormonelle Verhütungsmethoden

Hormonelle Verhütungsmittel enthalten hochwirksame, künstlich hergestellte weibliche Geschlechtshormone, die den natürlichen Hormonen Östrogen und Gestagen ähnlich sind und die zur Verhütung einer Schwangerschaft eingenommen werden. Die synthetischen Sexualhormone werden meist als so genannte Antibabypille eingenommen - mit unterschiedlichen Inhaltsstoffen und Wirkweisen - oder neuerdings auch als Depotstäbchen unter die Haut eingepflanzt:

Wirkungsweise
Neben der Unterbindung des Eisprungs haben die hormonellen Mittel folgende, eine Schwangerschaft beeinflussende Wirkungen:

  • Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut, die die Einnistung einer befruchteten Eizelle erschweren.

  • Veränderungen der Konsistenz des Schleims im Gebärmutterkanal; auf diese Weise wird der Eintritt von Spermien in die Gebärmutter be- bzw. verhindert.

  • Einige Mittel beschleunigen den Transport der Eizelle im Eileiter. Dies verringert den Zeitraum einer möglichen Befruchtung.

Gegenanzeigen für alle hormonellen Kontrazeptiva

  • Bestehende Schwangerschaft

  • Bestehende hormonabhängige Tumoren

  • Schwere Leberschäden

  • Erkrankungen der Hirn- oder Augengefäße

  • Schwere Formen des Bluthochdrucks

  • Angeborene oder erworbene Stoffwechselstörungen

  • Bestehende Thrombose

  • Raucherinnen, die älter als 30 Jahre sind, insbesondere wenn weitere Risikofaktoren wie Übergewicht und Bluthochdruck bestehen, sollten die Pille nicht einnehmen.

Unerwünschte Nebenwirkungen
Da hormonelle Empfängnisverhütungsmittel als hochwirksame Medikamente auf alle Organsysteme im Körper wirken, ist es nicht überraschend, dass es häufig zu unerwünschten Nebenwirkungen kommt. Zwar sind die meisten Nebenwirkungen zu vernachlässigen, doch gibt es einige, die lebensbedrohend sein können, wie z.B. Gefäßkomplikationen, erhöhter Blutdruck und erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall (sechsmal höher als normal) oder für einen Herzinfarkt (viermal höher als normal).
Achtung: Die Einnahme von Antibiotika und Johanniskrautpräparaten, sowie Durchfallerkrankungen können die Wirkung der Antibabypille herabsetzen.

Günstige Nebenwirkungen
Als günstige Nebenwirkungen sind insbesondere zu nennen: Beseitigung von Zyklusstörungen, Besserung von Akne, Beseitigung von Eisenmangelanämie, Schutz vor Eierstock- und Brustzysten, weniger Infektionen der inneren Genitalien, Verringerung des Risikos einer Extrauterinschwangerschaft.

Pearl Index: Antibabypille = 0,2 bis 0,5.

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 03.09.2008
 
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