Kariesprophylaxe
Richtige Kariesprophylaxe lebt vor allem von der richtigen Zahnpflege und Mundhygiene.
Mundhygiene
In punkto Kariesprophylaxe kann man einiges tun - unter anderem
Zähneputzen.
Kurz nach einer gründlichen Reinigung siedeln sich
nämlich "gesündere" Bakterien (Stäbchen und Kokken)
auf den Zähnen an, während nach ausbleibender Pflege eine
Mischflora im Mund entsteht. Die sich bildenden Beläge
(Plaques) verhindern die Neutralisierung der so entstandenen
Säuren durch den Speichel.
Zähne versiegeln
Auch die Zahnform spielt bei der Kariesprophylaxe eine große
Rolle. Zähne mit rauer Oberfläche und tiefen Rillen sind
besonders gefährdet. Hier bietet sich eine Fissurenversiegelung
an.
Richtige Ernährung
Der wohl wichtigste Umstand bei der Entstehung von Karies ist der Kontakt der Nahrung mit den
Zähnen und vor allem das Maß der Zuckeraufnahme. Hier
finden Sie mehr zum Thema Karies
und Ernährung.
Fluorid
Aber auch sonst kann man gegen die Zahnfäule vorbeugen. Dazu
gehört vor allem der Einsatz von Fluorid. In unserem
Themenbereich "Kariesprophylaxe" finden Sie daher zusätzlich
ausführliche Beiträge zu diesem Thema.
Fluorid
Fluorid ist aus dem Bereich der Kariesprophylaxe nicht mehr wegzudenken. Ohne Fluorid geht es nicht: schließlich sind unsere Zähne ständig Zucker-Angriffen ausgesetzt. Ein Bonbon hier, ein Stück Schokolade da, die Pizza zum Abendessen und am besten noch ein Glas Cola dazu - unsere "zuckerreiche" Gesellschaft tut sich da gern was Gutes. Mal abgesehen von Nebenwirkungen wie Übergewicht: Leidtragende sind vor allem unsere Zähne. Das fängt schon im Babyalter mit gesüßten Kindertees an - schlimmstenfalls endet es mit Karies!
Richtige Pflege und Ernährung
Dabei ist die Vorbeugung von Karies eigentlich ganz einfach: gute Mundhygiene, Zahnpflege und eine zuckerreduzierte Ernährung lösen dieses Problem ein für alle Mal. Das bakterielle Milieu im Mund lässt dann den Bakterien, die die Zahnfäule (Karies) hervorrufen, nicht genügend Gelegenheit, um sich zu vermehren.
Fluorid-Quellen
Ob und inwieweit regelmäßige Fluoridgaben bereits im Säuglingsalter sinnvoll sind, darüber gibt es sehr unterschiedliche Ansichten. Fluorid findet sich nämlich inzwischen bereits in vielen unserer Nahrungsmittel, denen es zugesetzt wird, weil viele Wissenschaftlicher vom Nutzen in der Kariesprophylaxe ausgehen. Fluorid-Quellen sind:
(Kinder)zahnpasta,
Speisesalz,
Fluorid-Tabletten,
Trinkwasser (selten) und
Mineralwasser.
Nutzen für Kinder umstritten
Mehr über die unterschiedlichen Ansichten der Wissenschaft sowie die neuesten Empfehlungen der einschlägigen Fachorganisationen:
Fluor in der Kariesprophylaxe bei Säuglingen und Kindern
Kariesprophylaxe beim Profi
Professionelle Kariesprophylaxe gibt es heute in vielen Zahnarztpraxen. Die Zahnärzte bieten dazu spezielle, professionelle Prophylaxe-Sitzungen an. Ihr Zahnarzt oder speziell geschultes Personal informieren Sie über Ihre individuellen Vorsorgemöglichkeiten zur Kariesprophylaxe und führen entsprechende Maßnahmen durch.
Dazu zählen zum Beispiel:
individuelle Mundhygiene-Instruktion,
Ernährungsberatung bezüglich Zahngesundheit,
professionelle Zahnsteinentfernung und Politur,
Fluoridisierungsmaßnahmen,
bei Kindern möglicherweise Fissurenversiegelung,
nach Absprache mit dem Patienten dessen Aufnahme in ein individuelles Wiederbestellsystem (Recall),
Nachsorge nach abgeschlossener zahnärztlicher Behandlung.
Leider zahlen gesetzliche Krankenkassen noch keine speziellen Prophylaxemaßnahmen, obwohl dadurch die Schadenshäufigkeit drastisch gesenkt wird. Die Kosten gehen ausschließlich zu Ihren Lasten und belaufen sich auf etwa 25 bis 75 EUR. Gut investiertes Geld: Sie erhalten auf Dauer Ihre Zahngesundheit. Durch regelmäßige Kontrolle werden schon kleinste Defekte sichtbar und können schnell beseitigt werden.
QualitätskompassDie enorme Bedeutung der professionellen Vorbeugung ist bedauerlicherweise immer noch nicht bis zu allen Zahnärzten vorgedrungen, auch wenn sie deutlich auf dem Vormarsch ist. Daher haben wir Ihnen einige Kriterien zusammen gestellt, die eine Zahnarztpraxis erfüllen sollte, will sie die Prophylaxe tatsächlich ernst nehmen:
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Der Zahnarzt sollte Ihr Partner sein bei der Verbesserung Ihrer Mundhygiene.
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Er sollte Sie mit seinem Team vor jeder größeren Behandlungsmaßnahme erst vorbehandeln: Nur in gut gepflegten Gebissen lassen sich gute Behandlungsergebnisse erzielen.
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Es sollte eine transparente Übersicht für zusätzliche Kosten geben.
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Ein individuell abgestimmtes Recall-System sollte existieren. Bei einem hohen Risiko sollten häufigere Sitzungen (4 x im Jahr) eingeplant werden, bei einem gesünderen Gebiss sind natürlich seltenere Sitzungen ausreichend. Nach dem Einsetzen von Zahnersatz sollten Sie neu trainiert werden.
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Nach dem Einsetzen von Zahnersatz und Implantaten sollte Ihr Zahnarzt Sie regelmäßig zur "Inspektion" bitten.
Fissuren
Die Versiegelung von Fissuren hat sich als eine segensreiche Methode zur Kariesprophylaxe herausgestellt. Sie sollte heute bei jedem Kind und Heranwachsenden durchgeführt werden.
Was sind überhaupt Fissuren?
Die Kauflächen von Seitenzähnen sind nicht flach wie eine Ebene, sondern bestehen aus Erhebungen: sog. Höckern und Tälern, den Fissuren. Gerade in letzteren finden die Bakterien, die für das Entstehen der Karies verantwortlich sind, ihre Eintrittspforte in das Zahninnere. Da bei der Zahnpflege die Plaque hier nicht ausreichend entfernt wird, sind diese Zonen also besonders gefährdet.
Durch das Einbringen eines dünnfließenden Füllungsmaterials (Versiegelung) werden aus engen Tälern sanfte Gruben. So sind diese Zonen der Mundhygiene mit der Zahnbürste viel besser zugänglich. Die Karies findet keine Eintrittspforte mehr.
In zahlreichen Studien ist nachgewiesen worden, dass die Versiegelung eine hervorragende Methode zur Reduzierung von Karies ist. Trotzdem sollte klar sein, dass eine sorgfältige Nachsorge und Kontrolle zum Kariesschutz zwingend notwendig bleibt.
Fissurenversiegelung
Die Versiegelung von Fissuren hat sich als segensreiche Methode zur Kariesprophylaxe herausgestellt. Versiegelt werden grundsätzlich bleibende Zähne. Der Zahn sollte annähernd vollständig aus dem Zahnfleisch herausgetreten sein. Bis zu diesem Zeitpunkt sollte er durch Fluoridlacke geschützt werden.
Wenn möglich, sollte eine Fissurenversiegelung mittels der sog. Kofferdam-Technik ausgeführt werden. Mit dieser Technik ist es möglich, den zu versiegelnden Zahn vom Mundraum zu isolieren und trocken zu halten. Dies ist eine Vorrausetzung für ein optimales Ergebnis.
Versiegelung
Nach Anlegen einer Folie, der sog. Kofferdam-Folie, wird der
Zahn mit Alkohol und einem
Poliersand gesäubert. Anschließend werden mit einer
Säure die Fissuren 20 bis 60 Sekunden angeätzt. Danach
wird die Versiegelung dünn und sparsam in die Täler der
Kaufläche eingebracht und mit Licht ausgehärtet.
Anschließend erfolgt eine Politur.
Nach Abnahme der Folie muss überprüft werden, ob sich am
Zusammenbiss nichts verändert hat. Als letzte Maßnahme
wird der versiegelte Zahn mit einem Lack fluoridiert.
Materialien
Die zur Versiegelung verwendeten Materialien sind Kunststoffe.
Sie sind dünnflüssig; man spricht bei ihnen von gering
gefüllten Kunststoffen.
Es gibt weiße und transparente Produkte. Man sollte den
transparenten Werkstoffen den Vorzug geben, da die Kaufläche
in ihrer Tiefe weiterhin zu sehen bleibt.
Nebenwirkungen
Früher geäußerte Befürchtungen, dass sich
unter der Versiegelung eine schon im Entstehen befindliche Karies
weiter ausdehnt, sind inzwischen widerlegt. Im Gegenteil: die
Bakterien sterben unter der intakten Versiegelung ab. Dies gilt
natürlich nur für die Fälle, in denen die Karies
nicht schon tiefer in das Zahnbein vorgedrungen ist.
Meldungen über allgemeine Nebenwirkungen sind extrem selten.
Denkbar ist eine allergische Reaktion gegen die
Kunststoff-Versiegelung, da beim Aushärten der Kunststoffe
sog. Monomere (einzelne Kunststoff-Moleküle) freigesetzt
werden. Dies gilt aber nicht nur für die Versiegelung, sondern
für alle anderen Kunststoff-Füllungen ebenfalls.
Vermutungen, dass diese Monomere krebsfördernd sein sollen,
haben sich wissenschaftlich bisher nicht bestätigt.
Autor: Qualimedic.de
Letzte Änderung am: 10.12.2007
