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Klumpfuß

Der Klumpfuß ist eine Kombination aus mehreren Fußdeformitäten und setzt sich aus dem Spitzfuß (Pes equinus), einer O-Stellung des unteren Sprunggelenks (Pes varus), Sichelfuß (Pes adductus) und Hohlfuß (Pes cavus) zusammen. Daraus ergibt sich für den Klumpfuß die medizinische Bezeichnung Pes equino-varus-adductus et excavatus. Der Ausprägungsgrad ist sehr unterschiedlich und man unterscheidet den angeborenen (kongenital oder primär idiopathisch = ohne erkennbare Ursache) von einem später durch Nerven- und Muskelerkrankungen entstandenen sekundären Klumpfuß. Er ist die zweithäufigste Skelettfehlbildung und trifft 1 von 1000 Kindern.

Mögliche Ursachen

  • vermutlich ein Genschaden durch einen chromosomalen Defekt

  • Vermehrte Entstehung von Bindegewebe statt Muskulatur im Unterschenkel

  • Fehlwachstum der Knochen

  • Nervenschäden oder -erkrankungen

  • Folge von Verletzungen

Bleibt der Klumpfuß unbehandelt, so verschlimmert sich die Fehlstellung noch durch Verrenkungen der Gelenke. Die Muskulatur verhärtet zunehmend und die Gelenke steifen ein. Durch die Fehlbelastung entstehen Haltungsschäden und im Erwachsenenalter sind mehrfache Korrekturoperationen nötig, da die Gehfähigkeit stark schmerzhaft eingeschränkt ist. In sehr schweren Fällen bilden der Außenknöchel und der äußere Fußrand die Auftrittsfläche des Fußes.

Behandlung

  • Immer durch einen erfahrenen Orthopäden

  • Ab dem ersten Lebenstag umstellende Gipsverbände

  • Krankengymnastik zur Muskelkräftigung und Koordination

  • Schienen und Einlagen

  • Korrektur-Operationen

Durch das rasche Wachstum in den ersten Lebensmonaten besteht eine gute Aussicht, dass sich die Fehlstellungen mit einer wenn auch langwierigen Behandlung durch Wachstumslenkung vollständig korrigieren lassen. Gelingt das nicht, was leider in 70 - 90% Fällen so ist, wird durch Operationen nach drei bis sechs Monaten die Korrektur der Fehlstellung erzwungen (Achillessehnenverlängerung, Umstellung der Fußwurzelknochen). Mit Beginn der Gehfähigkeit werden tagsüber Einlagen getragen und nachts Schienen angelegt. Regelmäßige ärztliche Kontrollen sind notwendig, um frühzeitig Rückfälle zu erkennen und zu behandeln. Etwa 10% der Klumpfußkinder müssen nach fünf oder zehn Jahren noch mal operiert werden. Erst mit Abschluss des Wachstums wird das Wiederauftreten einer Fehlstellung weniger wahrscheinlich. Was zurückbleibt ist eine schmächtige Wade und ein verkürzter Fuß.

Unterstützende Pflege der Füße

  • Fußgymnastik

  • Fußmassagen

  • Fußbäder
  • orthopädische Schuhe, Einlagen oder Maßschuhe

  • Druckentlastungspolster

  • Fußpflegemittel

  • Bindegewebsstärkung, z.B. mit Kieselerde

Fehlstellungen der Füße

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 03.04.2008
 
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