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Knochendichtemessung

Mittels spezieller Computertomographie kann die Knochendichte ermittelt werden

Mittels spezieller Computertomographie kann die Knochendichte ermittelt werden
(Foto: DynamicGraphicsValue)

Eine Knochendichtemessung (Osteodensitometrie) wird durchgeführt, um eine Aussage darüber machen zu können, wie stark ein Knochen belastbar ist. Eine Verringerung der Knochendichte bedeutet eine erhöhte Gefahr für Knochenbrüche.

Bis zum Alter von etwa 30 Jahren wird im menschlichen Körper die Knochenmasse aufgebaut. Danach nimmt die Knochendichte im Laufe des Lebens wieder ab, wobei sich dieser langsame Vorgang bei Frauen nach den Wechseljahren noch beschleunigt. Männer sind vom Abbau der Knochenmasse weniger stark und erst später in ihrem Leben betroffen. Der Abbau der Knochenmasse mit zunehmendem Alter ist ein natürlicher Vorgang und darf nicht als Krankheit missverstanden werden.

Erkrankungen, bei denen es zu einer unnatürlichen Verringerung der Knochendichte kommt, werden Osteopenien genannt. Hierzu gehören Osteoporose, Rachitis und Osteomalazie. Bereits eine Verringerung der Knochendichte an der Rumpfwirbelsäule um etwa zehn Prozent kann das Risiko von Knochenbrüchen verdoppeln und am Oberschenkelhals sogar verdreifachen.


Durchführung der Knochendichtemessung

Die Knochendichte kann anhand verschiedener Methoden ermittelt werden, die sich in ihrem Aufwand, der Genauigkeit und der Strahlenbelastung für den Betroffenen unterscheiden. Außerdem kann die Messung bei den unterschiedlichen Methoden auch an verschiedenen Körperstellen erfolgen. Die Untersuchung dauert in der Regel nur wenige Minuten.


  • Dual-Energie-Röntgenabsorptiometrie (DXA): Die DXA ist heute die am weitesten verbreitete Methode zur Knochendichtemessung und stellt eine Weiterentwicklung zur früheren Photonenabsortiometrie dar. Hierbei wird ein Teil des Skelettes von zwei unterschiedlich starken Röntgenquellen durchleuchtet. Das Ergebnis liegt in zweidimensionalen Bildern vor. Die Methode gilt als sehr genau und bringt nur eine geringe Strahlenbelastung mit sich.

  • Quantitative Computertomographie (QCT): Die Quantitative Computertomographie kann an einem gewöhnlichen Computertomographen durchgeführt werden. Bei der Untersuchung werden feine Röntgenstrahlen durch einen Abschnitt des Skeletts gesendet. Hierbei entsteht ein dreidimensionales Bild und die Messwerte können ausgedruckt werden. Die Strahlenbelastung ist höher als bei der DXA.

  • Röntgen-Untersuchung: Sie ist erst dann geeignet, wenn der Knochen schon etwa 30 Prozent seiner Masse verloren hat, da das menschliche Auge erst ungefähr ab diesem Wert Veränderungen am Röntgenbild erkennen kann. Mittels Röntgen-Untersuchung ist es daher nicht möglich, exakte Werte zur Knochendichte zu bestimmen.

Zur Knochendichtemessung wurden früher auch die Einzelophotonenabsorptiometrie (SPA), die Einzelröntgenabsorptiometrie (SXA) sowie die Doppelphotonenabsorptiometrie (DPA) eingesetzt. Sie werden heute jedoch nicht mehr verwendet.


Anwendungsgebiete der Knochendichtemessung

Im Rahmen einer Knochendichtemessung wird der Mineraliengehalt des Knochens bestimmt. Ziel ist es herauszufinden, ob die aktuelle Knochendichte der Norm entspricht oder darunter liegt, es also bereits zu einem Abbau an Knochenmasse gekommen ist. Gleichzeitig möchten Ärzte mit der Knochendichtemessung herausfinden, ob für die betreffende Person das Risiko für Knochenbrüche erhöht ist. Die gemessenen Werte werden immer mit den Normwerten gesunder Menschen im gleichen Alter verglichen.

Die Ergebnisse der Knochendichtemessung werden unter anderem mit dem T-Wert angegeben. Der T-Wert bezeichnet die Standardabweichung unterhalb des Mittelwertes der Knochendichte von gesunden, etwa dreißigjährigen Personen.


Normale Knochendichte bis -1 T-Wert
Osteoponie -1 bis -2,5 T-Wert
Osteoporose unter -2,5 T-Wert

Die Knochendichtemessung kann bei Frauen als Screening-Maßnahme durchgeführt werden, wenn bei ihnen beispielsweise die Menopause früh eingetreten ist oder sich die Körpergröße altersabhängig stark verringert, sie viel Alkohol konsumieren, Raucherinnen sind oder über Jahre hinweg eine Hormonersatztherapie durchgeführt haben. Auch bei einer bestehenden Magersucht (Anorexia nervosa) kann es sinnvoll sein, die Knochendichte überprüfen zu lassen.

Generell wird die Knochendichtemessung dazu eingesetzt um abzuklären, wie hoch das Risiko ist, im späteren Verlauf des Lebens eine Osteoporose zu entwickeln, um den Schweregrad einer Osteoporose oder den Verlauf des Knochenverlusts zu bewerten oder um die Wirksamkeit einer medikamentösen Behandlung zu überprüfen.


Risiken und Komplikationen der Untersuchung

Die genannten Methoden zur Knochendichtemessung sind mit keinem weiteren Gesundheitsrisiko als mit der Strahlenbelastung der jeweiligen Untersuchung verbunden.


Alternativen zur Osteodensitometrie

Zu den Verfahren der Knochendichtemessung existieren keine Alternativen.


Stellen Sie Ihre persönlichen Fragen zur Knochendichtemessung an unsere Experten der Expertenrat für Alterskrankheiten.

Quellen: Bischoff, H.-P. et al.: Praxis der konservativen Orthopädie. Thieme, Stuttgart 2007
Freyschmidt, J: Skeletterkrankungen: Klinisch-radiologische Diagnose und Differenzialdiagnose. Springer, Berlin 2007
Müller, M. J.: Ernährungsmedizinische Praxis: Methoden - Prävention - Behandlung. Springer, Berlin 2006
Schaps, K.-P. et al. (Hrsg.) : Chirurgie, Orthopädie, Urologie. Springer, Berlin 2008

 

Autor: Jessica Schmid 
Letzte Änderung am: 14.09.2012
 
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