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Nicht jeder Knoten in der Brust ist Krebs

Einen Knoten in der Brust werden viele Frauen im Laufe ihres Lebens ertasten können. Man unterscheidet dabei auch zwischen knotigem Brustgewebe und einem eigentlichen Knoten, der verschiedene Ursachen haben kann und nicht gleich ein Hinweis auf Brustkrebs sein muss.

Mögliche Ursachen der Knoten
Knoten sind meist fest und zwischen ein bis zwei Zentimeter groß. Sie sind deutlich tastbar und fallen vor allem der Frau spontan bei der täglichen Körperpflege oder bei der Selbstuntersuchung der Brüste auf, die regelmäßig einmal im Monat durchgeführt werden sollte. Häufig steckt ein gutartiger Tumor oder auch nur verhärtetes Drüsengewebe dahinter, das sich während des Zyklus verändert, seltener handelt es sich um Brustkrebs.
Mögliche Ursachen der getasteten Knoten:

Gutartiger oder bösartiger Knoten?
Bei Frauen vor den Wechseljahren handelt es sich statistisch gesehen nur bei jedem zwölften deutlich tastbare Knoten tatsächlich um Brustkrebs. Nach der Menopause steigt diese Rate allerdings rapide an. Jeder zweite neu aufgetretene Knoten kann ein Hinweis auf Krebs sein. In diesem Alter entstehen nämlich viel seltener die anderen Arten von Knoten, die eher in der geschlechtsreifen Phase auftreten.
Eine länger bestehende knotige Struktur, die sich im Laufe der Zeit nicht wesentlich verändert, ist wahrscheinlich vollkommen harmlos. Ein neu aufgetretener Knoten oder eine andere Veränderung könnte aber ein Anzeichen für Brustkrebs oder eine andere Brusterkrankung sein und sollte baldmöglichst ärztlich untersucht werden.

Jeder Knoten sollte untersucht werden!
Wenn Sie einen Knoten bemerken, gehen Sie also unbedingt zu Ihrem Gynäkologen. Dieser wird verschiedene Untersuchungen der Brüste vornehmen, um die Ursache des Knotens herauszufinden. Je nach Befund sollten auch sogenannte gutartige Erkrankungen behandelt werden. Gegebenenfalls muss der Arzt zum Ausschluss von Brustkrebs eine Mammografie durchführen lassen. Wenn es kein eindeutiges Ergebnis gibt, kann bei Bedarf auch eine Gewebeprobe (Biopsie) entnommen werden.
Eine regelmäßige Selbstuntersuchung gibt die Möglichkeit, Veränderungen und Knoten in der Brust rasch bemerken zu können und stellt die beste Vorsorgemöglichkeit dar, Brustkrebs selber in frühem Stadium entdecken zu können.


Zysten

Eine Zyste ist eine mit Flüssigkeit gefüllte Blase im Drüsenläppchen, die plötzlich entstehen kann, wenn der Ausführungsgang verschlossen oder blockiert ist. Sie tritt häufig bei Frauen im Alter von dreißig bis fünfzig Jahren und zu Beginn der Wechseljahre auf. Die genauen Entstehungsursachen von Zysten sind bislang nicht bekannt.

Symptome
Die Zyste kann als Knoten in der Brust getastet werden und fühlt sich je nach Lage und Größe in der Brust unterschiedlich an. Nah unter der Haut erscheint sie eher weich und nachgiebig, liegt sie tiefer im Brustgewebe und ist mit viel Flüssigkeit gefüllt, fühlt sie sich durch das darüber befindlich Brustgewebe prall und hart an. Große und prall gefüllte Zysten können aufgrund der Verdrängung des Brustgewebes mit Druckgefühl und Schmerzen in der Brust einhergehen, die auch zyklusabhängig sein können.

Diagnose und Therapie durch Sonografie und Punktion
Bei Verdacht auf eine Zyste in der Brust sollte zum Ausschluss anderer Ursachen eine weiterführende Untersuchung erfolgen. Die Sonografie oder Ultraschall gibt Aufschluss über die Konsistenz des Knotens und ob er mit Flüssigkeit gefüllt ist. Im Ultraschall kann der erfahrene Arzt auch Veränderungen und Wucherungen in der Zystenwand erkennen, wo sich Papillome und selten auch Karzinome ausbilden können. In der Mammografie ist die Zyste nur als Knoten erkennbar, es kann aber nicht zwischen festem Gewebe und flüssigkeitsgefüllter Zyste unterschieden werden.
Zysten sollten ab einer bestimmten Größe (1,5 cm) punktiert werden, einerseits um den Inhalt zytologisch auf entartete Zellen untersuchen zu können und andererseits eine Druckentlastung zu erreichen. Mit einer feinen Nadel wird die Zyste unter sonografischer Kontrolle punktiert und die Flüssigkeit abgesaugt. Einige Ärzte blasen nach der Punktion Luft in die leere Zystenhülle, die dadurch narbig verkleben sollen. Das abpunktierte Sekret ist meist klar bis gelblich, kann aber auch durch Einblutungen farblich braun bis schwarz getrübt erscheinen.
Die Therapie von Zysten nach Ausschluss einer bösartigen Erkrankung hängt von der Symptomatik ab. Zysten, die mit Schmerzen einhergehen, werden zur Druckentlastung gegebenenfalls auch mehrfach punktiert, kleine unauffällige Zysten sollten nur regelmäßig sonografisch kontrolliert werden.

Geringes Entartungsrisiko
An den Zystenwänden können sich Papillome bilden, das sind baumartig aussehende Gebilde, die in die Zyste hineinwachsen. Diese Papillome können in 10 bis 15 Prozent entarten. Sehr selten findet man auch ein primäres Karzinom in der Zystenwand, das sogenannte intrazystische papilläre Karzinom. Papillom- und Karzinomzellen lassen sich im Punktat finden oder können durch eine Biopsie nachgewiesen werden. Je nach Befund sollte die Zyste und das umliegende Gewebe operativ entfernt werden.


Fibroadenom

Das Fibroadenom ist einer der häufigsten gutartigen Knoten in der Brust und tritt vor allem bei jüngeren Frauen zwischen dem 15 und 30 Lebensjahr und bei 45 bis 55 jährigen Frauen meist vor der Menopause auf. Fibroadenome bestehen aus Binde- und auch Drüsengewebe, können an mehreren Stellen der Brust auftreten und werden durch Östrogen im Wachstum beeinflusst. Das Wachstum verläuft häufig schubartig, besonders in der Schwangerschaft.

Symptom und Diagnose
Ein Fibroadenom geht selten mit Beschwerden einher. Vor der Periode kann im Rahmen des prämenstruellen Syndroms ein vermehrterFibroadenom Spannungsschmerz in der Brust auftreten. Der Knoten wird meist durch die Frau im Rahmen der Selbstuntersuchung entdeckt. Das Fibroadenom fühlt sich wie ein derber, glatt begrenzter Knoten an, manchmal auch etwas höckerig, der in der Regel leicht verschieblich ist. Es kann einen Durchmesser von fünf Millimetern bis fünf Zentimetern haben.
Jeder selbstgetastete Knoten in der Brust sollte ärztlich untersucht werden. Der behandelnde Arzt wird durch verschiedene Untersuchungsmethoden zunächst die Ursache des Knotens feststellen. Nach der Tastuntersuchung der Brust können die Sonografie und die Mammografie weitere Hinweise auf ein Fibroadenom liefern, das sich als fest umrissener Knoten darstellt. Bei Verdacht auf eine Zyste ist eine Punktion empfehlenswert, um Flüssigkeit in dem Knoten nachzuweisen. Zum Ausschluss von Brustkrebs muss eine Gewebeentnahme (Biopsie) durchgeführt werden, die anschließend vom Pathologen histologisch auf entartete Zellen untersucht wird.

Therapie und Kontrolle
Fibroadenome sind harmlos und müssen in der Regel nicht entfernt werden. Sie neigen aber dazu, sehr schnell zu wachsen und größere Fibroadenome können auch das umliegende Gewebe verdrängen. Deshalb raten viele Ärzte in Abhängigkeit vom Alter, der Lokalisation des Knotens und der Wachstumsgeschwindigkeit dazu, das Fibroadenom ab einer Größe von 3 bis 4 cm zu entfernen. Nach der Menopause wachsen vorhandene Fibroadenome meist nicht mehr, aber bei jüngeren Frauen, gerade in der Schwangerschaft, ist mit raschen Wachstum zu rechnen. Das einzelne Fibroadenom wird in einer kleinen Operation meist bei örtlicher Betäubung entfernt. Es kann aber nach erfolgreicher Operation wieder auftreten, deswegen sollten regelmäßige Kontrolluntersuchungen erfolgen.
Ein diagnostiziertes Fibroadenom sollte regelmäßig kontrolliert werden, mindestens einmal im Monat durch eine eigene Selbstuntersuchung der Brust und sonografisch je nach Empfehlung Ihres Arztes in Intervallen von drei Monaten oder länger.

Geringes Krebsrisiko
Fibroadenome gehen mit einem geringen Brustkrebsrisiko einher. Nur jedes tausendste Fibroadenom entartet bösartig. Eine Sonderform des Fibroadenoms, der Phylloidtumor oder auch Cystosarcoma phylloides, neigt eher zur Entartung. Der Phylloidtumor ist meist größer als das Fibroadenom, wächst auch in das umliegende Brustgewebe hinein und zeigt histologisch häufiger entartete Zellen. Je nach Grad der entarteten Zellen und der Ausbreitung wird er in gutartig, grenzwertig oder bösartig eingeteilt. Der Phylloidtumor sollte je nach Typ und Ausbreitung operativ entfernt werden, bei dem bösartigen kann in manchen Fällen nicht mehr brusterhaltend operiert werden. Je nach Ergebnis der histologischen Untersuchung kann eine adjuvante Strahlentherapie notwendig sein.


Pseudoknoten

Pseudoknoten sind, wie der Name schon sagt, nicht wirklich Knoten in der Brust. Ein Pseudoknoten fühlt sich wie ein Knoten an, ist aber

  • ein auffälliger Bereich im Brustgewebe, das hier einfach etwas fester ist ,oder

  • ein ausgelaufenes Implantat oder

  • Narbengewebe, das sich nach einer Brustoperation gebildet hat und sich nun fest und knotig anfühlt oder

  • vielleicht auch nur eine hervorstehende Rippe.

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 03.01.2008
 
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