Tipp

Opioide

Opioide zur Behandlung von Krebsschmerzen werden aus übertriebener Angst vor Nebenwirkungen wie psychischer Abhängigkeit (Sucht) oder Verminderung der Atmungsfunktion manchmal erst verzögert eingesetzt, was eine wirkungsvolle Schmerztherapie behindert. Heute weiß man, dass psychische Abhängigkeit und verminderte Atmungsfunktion in der Regel nicht auftreten. Mit einer regelmäßig verabreichten, individuell angepassten Dosis wird die Schmerzfreiheit hergestellt. Für möglicherweise kurzfristig auftretende intensive Schmerzanfälle wird ein schnell wirksames Präparat zusätzlich bereitgehalten.

Nebenwirkungen
Als häufigste Nebenwirkung tritt bei etwa einem Drittel der behandelten Patienten Verstopfung auf: Deswegen werden gleichzeitig auch entsprechende Begleitmedikamente gegeben, um die Darmtätigkeit anzuregen. Bei länger andauernder Anwendung von Opioiden kann es notwendig werden, die Dosis zu erhöhen. Dies kann auf einer Gewöhnung beruhen oder darauf, dass der Tumor weiter wächst. Werden die starken Schmerzmittel nach einer operativen Tumorbehandlung oder Strahlentherapie nicht mehr gebraucht, so werden sie schrittweise wieder weggelassen.

Verschreibung von Opioden
Um den Missbrauch von Opioiden außerhalb der Schmerztherapie zu verhindern, ist der Verschreibungsvorgang an zusätzliche Vorschriften gebunden. Diese sind in der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung geregelt. Seit Anfang 1993 ist die Verschreibung von Opioid-Schmerzmitteln für Schmerzpatienten wesentlich erleichtert. Besondere Rezeptformulare werden dreifach ausgefertigt und drei Jahre aufbewahrt. Es besteht eine Begrenzung auf bestimmte Höchstmengen pro Patient und Tag, zeitlich begrenzt in der Regel auf bis zu dreißig Tage. In begründeten Fällen dürfen diese Dosierungen und der Zeitraum auch überschritten werden.

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 17.09.2007
 
Tipp