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Leinsamen

Leinsamen sind die Körner von Lein (Linum usitatissimum L.) oder Flachs, einer der ältesten Kulturpflanzen, die schon von steinzeitlichen Menschen angebaut wurde. Leinsamen besteht aus bis zu 8% Schleimsubstanzen (Ballaststoffe), die durch Aufquellen frei werden. Sie wirken entzündungshemmend bei Verdauungskrankheiten und abführend. Leinsamen enthalten bis zu 40% Leinöl, ein wertvolles Öl mit über 90% ungesättigten Fettsäuren, wovon die Hälfte aus der Omega-3-Familie stammt, was bei Pflanzenölen sonst eher selten ist. Ein Viertel des Samens besteht aus leicht verdaulichem Eiweiß, darunter auch einige vom Körper nicht selbst herstellbare essentielle Aminosäuren. Leinsamen enthält außerdem wertvolle Mineralstoffe wie Kalzium und Phosphor und Spurenelemente.
Weiterhin kommen in den Leinsamen so genannte sekundäre Pflanzenstoffe vor (Phytohormone oder Lignane), denen eine krebsschützende Eigenschaft nachgesagt wird.

Goldgelber und brauner Leinsamen
Es gibt den goldgelben Leinsamen und den braunen Leinsamen. Der goldgelbe Leinsamen ist eine Sonderzüchtung und unterscheidet sich u.a. durch seine Quellfähigkeit. Der goldgelbe Leinsamen ist wesentlich quellfähiger, als der braune Leinsamen und daher besser als verdauungsfördernder Ballaststoff geeignet.

Die wichtigsten Wirkungen von Leinsamen

  • A bführend
    Mild abführende Wirkung durch den Fettanteil (Gleitmittel) und Quellung im Darm durch Anregung der Darmbewegung besonders bei durch Missbrauch von Abführmitteln geschädigtem Darm, Leinsamen ist das bevorzugte Abführmittel in der Schwangerschaft

  • Schutz der Schleimhaut
    Schutzwirkung des Pflanzenschleims bei Entzündungen der Schleimhaut des Magen-Darmtrakts und bei Magenübersäuerung

  • Gegen Sodbrennen
    Sodbrennen
    , Übelkeit, Brechreiz und Magenschmerzen, Reizdarmsyndrom und Divertikel

  • Senkt Cholesterinspiegel
    Verringerung des Cholesterinspiegels durch den hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren und durch vermehrte Ausscheidung

  • Hilft gegen Wecheseljahresbeschwerden
    Erleichterung bei Beschwerden in den Wechseljahren durch die östrogenartige Wirkung der Lignane

  • Als Wickel bei Entzündungen
    äußerliche Anwendung als Breiumschlag bei Entzündungen oder Geschwüren der Haut

Leinsamen sollte nicht angewendet werden
bei drohendem Darmverschluss, Verengungen der Speiseröhre, akuten Entzündungen des Darms. Bei ungenügender Flüssigkeitszufuhr droht die vorzeitige Quellung und mögliche Verstopfung des Rachenraums und der Speiseröhre mit Atemnot.

Zubereitung
Für Erwachsene wird 3-4 mal täglich ein Esslöffel (etwa 10g, empfohlene Tagesmenge 35 g) ganzer oder nur angestoßener (nicht geschroteter) Leinsamen mit ausreichend Flüssigkeit (mind. die zehnfache Menge des Leinsamens) empfohlen. Kinder von 6 bis 12 Jahren sollen bei Verstopfung die Hälfte der Erwachsenendosierung einnehmen. Eventuell vorquellen lassen.

Wo bekomme ich Leinsamen?
Leinsamen gibt es Apotheken, Bioläden, Reformhäusern, Drogerien und Fachabteilungen der Kauf- und Warenhäuser. Der Goldgelbe Leinsamen ist im Gegensatz zum braunen Leinsamen besonders quellfähig, unter dem Produktnamen Goldsam (abgeleitet von "Goldener Samen") erhalten Sie eine spezielle Sonderzüchtung des goldgelben Leinsamen aus kontrolliertem Anbau, der für die optimale Verwertbarkeit besonders fein aufgebrochen ist.

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 07.04.2008
 
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