Tipp

Wasserbruch (Hydrozele)

Ein angeborener Wasserbruch verschließt sich im ersten Lebensjahr oft von selbst

Ein angeborener Wasserbruch verschließt sich im ersten Lebensjahr oft von selbst
(Foto: BananaStock)

Wasserbruch (Hydrozele) bezeichnet eine Ansammlung von Flüssigkeit im Hodensack. Etwa sechs Prozent aller männlichen Neugeborenen kommen mit einem Wasserbruch zur Welt. Ein Wasserbruch tritt häufig in Kombination mit einem kindlichen Leistenbruch auf.


Wie entsteht ein Wasserbruch?

Ein Wasserbruch ist in den meisten Fällen angeboren und entsteht dadurch, dass sich eine Ausstülpung der Bauchwand, der so genannte Scheidenhautfortsatz, im Verlauf der kindlichen Entwicklung nicht richtig verschließt. So entsteht eine Lücke, durch die Flüssigkeit aus der Bauchhöhle in den Hodensack gelangen kann. Ein Wasserbruch kann aber auch als Folge von Entzündungen und Tumoren sowie durch eine Hodentorsion entstehen.


Welche Symptome zeigen sich beim Wasserbruch?

Ein Wasserbruch zeigt sich durch einen prall-elastisch geschwollenen Hodensack. In der Regel treten zunächst keine Schmerzen auf, da sich der der Hodensack meistens nur langsam mit Flüssigkeit füllt. Tritt die Flüssigkeit jedoch zu schnell innerhalb weniger Tage in den Hodensack ein, kann es durch die schnelle Ausdehnung zu Schmerzen kommen.


Wie wird ein Wasserbruch diagnostiziert?

Zur Diagnose eines Wasserbruchs reicht häufig eine Tastuntersuchung des Hodens aus. Die Wasseransammlung lässt sich außerdem mithilfe einer Lichtquelle, die an den Hodensack gehalten wird, gut erkennen. Zusätzlich kann eine Ultraschall-Untersuchung hilfreich sein, etwa um einen gleichzeitig vorliegenden Leistenbruch auszuschließen.


Wie wird ein Wasserbruch behandelt?

Bei Säuglingen bildet sich ein Wasserbruch oft innerhalb des ersten Lebensjahrs von alleine zurück, sodass keine Behandlung notwendig ist. In allen übrigen Fällen wird die Lücke zwischen Bauchhöhle und Hodensack operativ verschlossen.


Wie verläuft ein Wasserbruch?

In vielen Fällen bildet sich ein angeborener Wasserbruch im Verlauf des ersten Lebensjahrs spontan zurück. Die Heilungschancen nach einer Operation sind sehr gut und Komplikationen sind sehr selten.


Kann man einem Wasserbruch vorbeugen?

Einem angeborenen Wasserbruch kann man nicht vorbeugen. Ein erworbener Wasserbruch lässt sich in einigen Fällen durch eine rasche Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankungen vermeiden.


Quellen:
Renz-Polster H., et al.: Gesundheit für Kinder. Kösel Verlag, München 2004
Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie. Leistenhernie, Hydrozele. Register Nr. 06/030 (Stand 01/2008)
Sökeland J. et al.: Taschenlehrbuch Urologie, Thieme, Stuttgart 2007

 

Autor: Christian Emmerling 
Letzte Änderung am: 17.07.2012
 
Tipp