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Lipide

Lipide (fettähnliche Verbindungen) sind unter anderem Nahrungsfett (Triglyzeride), Cholesterin und Phospholipide, die wir mit der Nahrung aufnehmen. Diese Lipide, die wir mit der Nahrung aufnehmen, erfüllen im Körper lebenswichtige Funktionen. Nach ihrer Verdauung im Darm werden sie im Blut als Lipoproteine oder Blutfette zu ihren Bestimmungsorten transportiert.

Nahrungsfett (Triglyzeride)
Fett, das mit der Nahrung aufgenommen wird, kann tierischer oder pflanzlicher Herkunft sein. Von seiner chemischen Struktur her handelt es sich beim Nahrungsfett um Triglyzeride. Das heißt, in einem Triglyzerid- oder Fettmolekül sind drei Fettsäuren an den Alkohol Glyzerin gebunden. Nahrungsfette können aus sogenannten ungesättigten oder gesättigten Fettsäuren bestehen.
Gesättigte Fettsäuren, die vor allem in tierischen Fetten enthalten sind, reagieren im Körper ungern mit anderen Molekülen und werden in der Regel als Chylomikronen sofort ins Fett- und Muskelgewebe transportiert. Im Fettgewebe werden sie als sogenanntes Depotfett gespeichert. Im Bedarfsfall, z. B. beim Leistungssport oder in Hungerzeiten, baut der Körper das Depotfett zur Energiegewinnung und / oder zur Herstellung körpereigener Substanzen ab. So speichert z. B. ein Mensch mit einem Körpergewicht von 80 kg etwa 8 kg Triglyzeride in seinem Fettgewebe, die den Energiebedarf von 40 Tagen decken können. Des weiteren hat es auch die Aufgabe den Körper gegen Kälte zu isolieren und die Organe vor Druck zu schützen. So sind z. B. die Nieren im Fettgewebe eingebettet. Der Körper kann gesättigte Fettsäuren in der Leber auch selbst herstellen, sodass eine Zufuhr mit der Nahrung unnötig ist.
Die lebenswichtigen (essentiellen) ungesättigten Fettsäuren kann der Körper nicht selbst herstellen. Sie müssen dem Körper mit der Nahrung zugeführt werden. Ungesättigte Fettsäuren, die vor allem in pflanzlichen Fetten und Ölen enthalten sind, besitzen ein (einfach ungesättigte Fettsäuren) oder mehrere Doppelbindungen (mehrfach ungesättigte Fettsäuren). Je mehr Doppelbindungen eine ungesättigte Fettsäure besitzt, desto größer ist ihre Fähigkeit, mit anderen Substanzen zu reagieren. Ungesättigte Fettsäuren werden im Fettstoffwechsel umgebaut und sind z. B. Bausteine für Zellmembranen oder Hormone. Des weiteren schützen sie die Arterienwände und verhindern damit die Entstehung einer Arteriosklerose.

Cholesterin
Cholesterin - die internationale Bezeichnung ist Cholesterol - ist ebenfalls eine Fettsubstanz. Cholesterin ist aus Fettsäuren, langkettigen Alkoholen und verschiedenen Zuckerresten aufgebaut. Da Cholesterin vom Körper selbst im Darm und in der Leber aus einfachen Bausteinen hergestellt werden kann (täglich etwa 700 mg), ist es unnötig dieses Lipid mit der Nahrung aufzunehmen. Im Körper übernimmt dieses Lipid zahlreiche lebenswichtige Funktionen, z.B.

  • als Baustoff

    für Zellmembranen.

  • als Ausgangssubstanz für
    - Steroidhormone: Hormone der Nebennierenrinde (Aldosteron, Cortisol) sowie
    männliche (Testosteron) und weibliche Geschlechtshormone (Östrogene, Progesteron)
    - Vitamin D,
    - D-Hormon (in der Niere gebildete biologisch wirksame Form des Vitamin D),
    - Gallensäuren.

  • als Bestandteil
    von Lipoproteinen (Fett-Eiweißkomplexe).

Phospholipide
In jedem Phospholipidmolekül sind zwei Fettsäuren und ein Phosphorsäuremolekül mit dem Alkohol Glyzerin verbunden. Die Phospholipide sind Bausteine der Zellmembranen. Durch ihre chemische Struktur sind dafür verantwortlich, wie fest bzw. elastisch die Zellmembran ist.


Lipoproteine

Lipoproteine (Blutfette) sind das Transportsystem für die unlöslichen Lipide (Cholesterin und Triglyzeride) im Blut. Lipoproteine entstehen durch Verbindung von Triglyzeriden, Cholesterin und wasserlöslichen Phospholipiden mit den im Blut gelösten Eiweißen (Proteine). Sie lassen sich mit biochemischen Verfahren (Ultrazentrifugation, Lipidelektrophorese) in verschiedene Typen auftrennen.

Einteilung
Die verschiedenen Blutfette unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Zusammensetzung, Größe und Aufgaben im Fettstoffwechsel voneinander. Lipoproteine sind:

  • Chylomikronen

  • VLDL = Very Low Density Lipoproteine

  • IDL = Intermediate Density Lipoproteine

  • LDL = Low Density Lipoproteine oder "schlechtes Cholesterin"

  • HDL = High Density Lipoproteine oder "gutes Cholesterin"

  • Lipoprotein(a)

LDL und HDL - wichtige Größen für den Fettstoffwechsel
Die LDL, die sehr viel Cholesterin enthalten, werden von den Körperzellen aufgenommen und dort abgebaut. Ist die Konzentration an LDL - und damit der Cholesteringehalt - aufgrund einer Fettstoffwechselstörung im Blut sehr hoch, sind die Körperzellen nicht in der Lage, die LDL vollständig aufzunehmen und stellen als "schlechtes Cholesterin" ein Gesundheitsrisiko für das Herz-Kreislaufsystem dar.
Die HDL sind die Gegenspieler der LDL und werden als "gutes Cholesterin" bezeichnet. Sobald der Cholesteringehalt in den Körperzellen eine bestimmte Konzentration übersteigt, wird das Cholesterin als HDL aus den Zellen in die Leber transportiert und dort abgebaut.

Cholesterinwerte im Blut


Fettstoffwechsel

Der Fettstoffwechsel - in der Fachsprache Lipidstoffwechsel genannt - bezeichnet die Aufnahme, den Transport und die Verwertung von Nahrungsfett, Cholesterin und Phospholipiden im Körper. Der Fettstoffwechsel besteht aus vielen, ineinander greifenden Schritten:

  1. Im Darm und Lymphgefäßsystem
    Die Verdauung der Nahrung findet im Verdauungssystem statt. Im Darm werden die Triglyzeride zunächst zu einzelnen Fettsäuren und Glyzerin zerlegt, um die Darmschleimhaut durchqueren zu können. Cholesterin und Phospholipide können ungehindert die Darmschleimhaut passieren. Nach Durchtritt durch die Darmschleimhaut werden die einzelnen Fettsäuren und Glyzerin wieder zu Triglyzeriden zusammengebaut. Diese sowie das Cholesterin und die Phospholipide gelangen dann ins Lymphgefäßsystem (Ductus thoracicus = Brustmilchgang). Von dort gelangen sie als Chylomikronen verpackt in die Blutbahn. Dieser Vorgang heißt Resorption.

  2. Im Blut
    Im Blut werden die Triglyzeride und Cholesterin als Blutfette zu ihrem jeweiligen Ziel transportiert.

    Ein Teil der Chylomikronen, der in der Hauptsache Triglyzeride aus gesättigten Fettsäuren enthält, wird durch das Enzym Lipoproteinlipase in einzelne gesättigte Fettsäuren und Glyzerin gespalten. Die gesättigten Fettsäuren gelangen ins Muskel- und Fettgewebe, um nach Umbau zu Triglyzeriden als Energiequelle gespeichert zu werden. Die vor allem aus Cholesterin bestehenden Überbleibsel, Remnants genannt, werden in die Leber transportiert. Aus dem anderen Teil der Chylomikronen, der vor allem Triglyzeride mit ungesättigten Fettsäuren besitzt, entstehen durch Umbau die gefäßschützende, im Volksmund als "gutes" Cholesterin bezeichneten HDL (High Density Lipoproteine). Die cholesterinhaltigen HDL gelangen zum Abbau in die Leber.

    Ein Teil der in der Leber hergestellten (synthetisierten) VLDL (Very Low Density Lipoproteine) erreichen direkt das Muskel- und Fettgewebe. Nach ihrer Zerlegung werden die Fettsäuren in den Gewebszellen gespeichert. Den anderen Teil der VLDL spaltet das Enzym Lipoproteinlipase zu den beiden Lipoproteinarten HDL und IDL (Intermidiate Density Lipoproteine).

    Aus den IDL entstehen die im Volksmund als "schlechtes Cholesterin" bezeichnete LDL (Low Density Lipoproteine). Die LDL gelangen zu den Körperzellen.

  3. In der Leber
    Die Leber ist das Zielorgan der Chylomikronenreste (Remnants) und HDL, die dort ab- und umgebaut werden. Aus Cholesterin entstehen zum größten Teil Gallensäuren. Diese werden der Galle beigemengt. Die unter anderem aus Fettsäuren, Cholesterin und Gallenfarbstoffen zusammengesetzte Galle wird überwiegend in der Gallenblase gespeichert und wird zur Fettverdauung in den Dünndarm abgegeben. Ein geringerer Teil des Cholesterins verbindet sich mit den gespeicherten Triglyzeriden zu VLDL, die in die Blutbahn entlassen werden. Die in der Galle enthaltenen Gallensäuren sind für die Aufspaltung der Fette und die Aufnahme in die Darmzellen verantwortlich. Sie werden während der Darmpassage von Bakterien chemisch verändert und im letzten Dünndarmabschnitt wieder aufgenommen. Durch die Pfortader gelangen sie direkt zur Leber, werden dort wieder verändert und der Galle zugeführt. Dieser Kreislauf (enterohepatischer Kreislauf) spart 90% der Gallensäuren, die so erhalten bleiben und den Zyklus mehrmals am Tag durchlaufen.

  4. In den Körperzellen
    Das aus den VDL entstandenen LDL gelangen mit dem Blutstrom zu den Körperzellen, so auch zu den Zellen der Gefäßwände. Da die Körperzellen auf ihrer Oberflächenmembran spezifische LDL-Rezeptoren (Bindungstellen) tragen, können sie die LDL aufnehmen. In den Zellen werden die LDL dann abgebaut, wobei Cholesterin für die verschiedensten Aufgaben freigesetzt wird.

Fettstoffwechselstörungen
Fettstoffwechselstörungen führen zu erhöhten Werten an Cholesterin (Hypercholesterinämie) und / oder Triglyzeriden (Hypertriglyzeridämie) im Blut und stellen somit eine große Gefahr für Herz-Kreislauferkrankungen dar.

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 03.12.2007
 
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