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Lungenemphysem

Im Rahmen einer körperlichen Untersuchung kann der Arzt ein Lungenemphysem erkennen

Im Rahmen einer körperlichen Untersuchung kann der Arzt ein Lungenemphysem erkennen
(Quelle: AOK Bilderservice)

Das Lungenemphysem ist eine chronisch fortschreitende Lungenerkrankung, bei der die Lufträume in der Lunge nicht umkehrbar erweitert und zerstört werden. Aufgrund des erschwerten Gasaustauschs kommt es dabei zunächst zu einer Atemnot unter Belastung, die später dauerhaft anhält. Das Lungenemphysem gehört zu den chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen (Chronic Obstructive Pulmonary Disease, COPD), die gegenwärtig die weltweit vierthäufigste Todesursache sind. Nach Schätzungen sind in Deutschland 10 bis 15 Prozent der Erwachsenen von COPD betroffen.


Was sind die Ursachen des Lungenemphysems?

Rauchen ist die häufigste Ursache für ein Lungenemphysem. Tabakrauch und andere Schadstoffe führen zu Veränderungen des Lungengewebes, die Lunge verliert ihre Elastizität. Dadurch kann weniger verbrauchte Luft abgeatmet und zu wenig frische Luft eingeatmet werden.

Bei einer kleineren Gruppe von Betroffenen liegt ein genetisch bedingter Alpha-1-Protease-Inhibitor-Mangel vor. Beim gesunden Menschen schützt dieses Protein die Lunge, ein Alpha-1-Protease-Inhibitor-Mangel erhöht das Risiko, an einem Lungenemphysem zu erkranken.


Wie äußert sich ein Lungenemphysem?

Bei einem Lungenemphysem leiden die Betroffenen unter fortschreitender Kurzatmigkeit und verringerter körperlicher Leistungsfähigkeit. In einigen Fällen kommen pfeifende Atemgeräusche sowie ein chronischer Husten, zum Teil mit Auswurf, hinzu. Mit Fortschreiten der Krankheit kommt es manchmal zu Gewichtsverlust und Erschöpfungszuständen.


Wie wird das Lungenemphysem diagnostiziert?

Die Betroffenen werden zunächst körperlich untersucht: Pfeifende Atemgeräusche und eine verlängerte Ausatmung weisen darauf hin, dass ein Lungenemphysem vorliegen könnte. Weitere Indikatoren sind ein hoher Kohlendioxid- und ein niedriger Sauerstoffgehalt im Blut. Mit einer Röntgenaufnahme der Organe im Brustraum oder einer Computertomographie lassen sich größere Emphysemblasen identifizieren. Bei jüngeren und nicht rauchenden Betroffenen wird eine Untersuchung bezüglich eines Alpha-1-Protease-Inhibitor-Mangels vorgenommen, um gegebenenfalls eine erbliche Veranlagung nachweisen zu können. Bei allen Untersuchungen ist die genaue Abgrenzung von anderen Lungenerkrankungen (wie Asthma bronchiale) von besonderer Bedeutung.


Wie kann das Lungenemphysem behandelt werden?

Die wichtigste und effektivste Behandlungsform eines Lungenemphysems ist die sofortige Raucherentwöhnung – nur so kann verhindert werden, dass die Lungenschädigung fortschreitet. Als medikamentöse Therapie werden unter anderem Kortikoide und Bronchodilatatoren zur Erleichterung der Atmung und Antibiotika im Falle von Atemwegsinfekten eingesetzt. Darüber hinaus sollten Menschen mit Lungenemphysem auf jeden Fall gegen Grippe und Lungenentzündung geimpft werden.

Bei Bedarf kann während einer Belastung, in der Nacht oder auch dauerhaft Sauerstoff gegeben werden. Physiotherapie und regelmäßiges Training können die körperliche Belastbarkeit erhöhen.

Im fortgeschrittenen Krankheitsstadium kann auch auf operativem Wege gegen das Lungenemphysem vorgegangen werden. Im Rahmen der Emphysemchirurgie werden stark betroffene Teile der Lunge entfernt, sodass die gesunden Teile der Lunge sich weiter ausdehnen und eine bessere Sauerstoffversorgung gewährleisten können. Ist die komplette Lunge stark in Mitleidenschaft gezogen, kann auch eine Lungentransplantation notwendig sein.


Wie ist die Prognose des Lungenemphysems?

Je früher ein Lungenemphysem erkannt und behandelt wird und je geringer die Schädigung der Lunge bereits ist, desto besser ist die Prognose. Eine fortschreitende Verschlechterung der Lungenfunktion beeinträchtigt zunehmend das Befinden, die Leistungsfähigkeit und die Lebensqualität. Bei einer bereits geschädigten Lunge kann das Auftreten von Folgeerkrankungen (wie Lungenentzündungen) zu Komplikationen bis hin zum Tod führen.


Wie kann man dem Lungenemphysem vorbeugen?

Wichtigste Maßnahme zur Vermeidung eines Lungenemphysems ist der Verzicht auf Tabakrauchen. Auch der sofortige Stopp bei Rauchern kann die Auftrittswahrscheinlichkeit drastisch verringern.

Richten Sie Ihre persönlichen Fragen zum Thema Lungenemphysem an die Experten in unserer Hausarzt-Expertenrat.


Quellen
Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin und der Deutschen Atemwegsliga: Diagnostik und Therapie von Patienten mit chronisch obstruktiver Bronchitis und Lungenemphysem (COPD). AWMF-Leitlinien-Register Nr. 020/006 (Stand: Oktober 2005)
Medline Plus, U.S. National Library of Medicine, Medical Encyclopedia: Emphysema. (Stand: 07/2008) (http://www.nlm.nih.gov/medlineplus/emphysema.html)

 

Autor: Constanze Wolff 
Letzte Änderung am: 10.02.2009
 
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