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Chronische obstruktive Lungenerkrankung (COPD oder COLD)

Häufigste Ursache der COPD ist der Konsum von Zigaretten

Häufigste Ursache der Chronisch obstruktiven Lungenerkrankung ist der Konsum von Zigaretten
(Quelle: Linda Dahrmann/PIXELIO)

Unter COPD (Chronic Obstructive Pulmonary Disease oder chronisch obstruktive Lungenerkrankung) versteht man eine chronische Verengung der Bronchien. Unterschiedliche Krankheiten werden unter dem Begriff COPD zusammengefasst. Hierzu zählen die chronisch obstruktive (verengende) Bronchitis und eine dauerhafte Überblähung der Lunge (Lungenemphysem).

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung wird in die Schweregrade I (leicht) bis IV (sehr schwer) eingeteilt.

Die Häufigkeit der COPD nimmt stetig zu. Eindeutige Angaben zur Häufigkeit der Erkrankung in Deutschland liegen nicht vor. Schätzungen zufolge wird sie im Jahre 2020 weltweit an dritter Stelle der Todesursachen stehen.


Wie wird eine COPD verursacht?

Die Hauptursache der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung ist das Rauchen von Zigaretten. Das Erkrankungsrisiko steigt mit der zunehmenden Menge gerauchter Zigaretten deutlich an. Seltener sind Stäube, Gase oder Dämpfe Ursache der COPD. Beispielsweise ist die Staublunge der Arbeiter im Kohle-Bergbau eine anerkannte Berufskrankheit.

Das Lungenemphysem kann selten durch einen Mangel an so genanntem Alpha1-Antitrypsin bedingt sein. Hierbei handelt es sich um eine vererbbare Krankheit.


Welche Anzeichen hat eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung?

Typische Symptome der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung sind Husten mit Auswurf und Luftnot.

Die chronische Bronchitis, die in die chronisch obstruktive Bronchitis übergehen kann, ist vor allem gekennzeichnet durch Husten. Dieser tritt besonders morgens und auch nachts auf. Der Husten kann von einem Auswurf begleitet werden, der meist durchsichtig ist. Bei zusätzlichen Infekten wird der Schleim gelb-grünlich. Beim Lungenemphysem ist Husten eher selten. Im Lauf der Erkrankung kommt es zunehmend zu Atemnot.


Wie wird eine COPD diagnositiziert?

Bei anhaltendem Husten, Auswurf und Atemnot erfolgt zunächst das ausführliche Arztgespräch (Anamnese). Hieran schließt sich die körperliche Untersuchung mit Abhören und Abklopfen der Lunge an. Die Lungenfunktionsuntersuchung (Spirometrie) gibt Aufschluss über die Kapazität und Funktionsfähigkeit der Lunge. Vor allem das Lungenvolumen und die Stärke der Ausatmung sind wichtig.

Eine Blutuntersuchung kann in einigen Fällen erhöhte Entzündungswerte aufdecken. Spezifische Blutwerte für die Diagnostik der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung gibt es nicht. Im Verlauf der Erkrankung kann eine Blutgasanalyse sinnvoll sein. Hierbei werden der Gehalt an Sauerstoff und Kohlendioxid im Blut gemessen.

Bei der Röntgenuntersuchung der Lunge kann beispielsweise eine Überblähung der Lunge beurteilt werden. Seltener ist zusätzlich eine Computertomographie notwendig. In einigen Fällen ist zur Abgrenzung einer COPD von anderen Erkrankungen ein Allergietest sinnvoll.

Spezielle Untersuchungen wie die Lungenspiegelung (Bronchoskopie) sind nur in wenigen Fällen notwendig und Aufgabe des Spezialisten.


Welche Therapie gibt es bei einer COPD?

Die bedeutendste Therapie der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung ist die Beseitigung der Ursache, das heißt die Beendigung des Zigaretten-Konsums. Durch das Rauchen sind die Bronchien dauerhaft schädigendem Gift ausgesetzt. Die chronische Entzündung der Schleimhäute kann durch den Verzicht auf Nikotin und andere schädigende Stoffe eingedämmt und eine weitere Verschlechterung der Lungenfunktion aufgehalten werden.

Die Symptome der COPD können durch Medikamente und nicht medikamentöse Maßnahmen gelindert werden. Hierzu zählen körperliches Training, Patientenschulung, Physiotherapie und Ernährungsberatung.

Erste Stufe der medikamentösen Therapie sind Sprays, die inhaliert werden und eine Erweiterung der Bronchien bewirken. Reicht die Wirkung dieser Sprays nicht aus, können zusätzlich Kortison-haltige Sprays notwendig werden. Diese unterdrücken die andauernde Entzündungsreaktion der Bronchialschleimhaut. Im weiteren Verlauf kann zeitweise eine Kortisongabe in Tablettenform notwendig werden. Theophyllin ist ein Medikament, das die Bronchien zusätzlich erweitert. Insbesondere bei Infekten, welche die Symptome der COPD verschlimmern, kommen Stoßtherapien mit Kortison zur Anwendung. Im Verlauf der Erkrankung auftretende schwerere bakterielle Infekte der Atemwege werden mit Antibiotika behandelt.

Im fortgeschrittenen Stadium der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung kann eine Langzeittherapie mit Sauerstoff zur Anwendung kommen. In der Regel wird die Therapie der COPD lebenslang fortgeführt.


Wie verläuft eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung?

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung ist gekennzeichnet durch eine Verengung der Atemwege, die nicht rückgängig zu machen ist. Im Verlauf der Erkrankung verschlechtern sich die Lungenfunktion und damit zunehmend auch das Allgemeinbefinden, die Leistungsfähigkeit und die Lebensqualität.

Eine häufige Komplikation der COPD ist die akute Verschlechterung (Exazerbation) durch Infekte, der Husten und die Atemnot nehmen in diesem Fall deutlich zu. Durch die Verengung der Bronchien werden nach langer Erkrankungsdauer auch die Blutgefäße in der Lunge beeinträchtigt. Für das Herz wird es immer schwerer, Blut gegen einen erhöhten Widerstand in der Lunge anzupumpen. Es kommt so zur Vergrößerung des rechten Anteils des Herzens, dem so genannten Cor pulmonale.

Sehr schwere und lebensbedrohliche Komplikationen der COPD sind das Versagen der Herz- oder Atemmuskulatur.


Kann man einer COPD vorbeugen?

Die häufigste Ursache für eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung ist das Zigarettenrauchen. Durch einen Verzicht auf Nikotin kann einer COPD vorgebeugt werden beziehungsweise ihr Verlauf gemildert werden. Ist die COPD durch andere Stoffe ausgelöst worden, sollten diese gemieden werden.

Menschen mit einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung sollten empfohlene Schutzimpfungen in Anspruch nehmen, um Komplikationen durch Infekte zu vermeiden. Insbesondere die Impfungen gegen Influenza (Grippe) und Lungenentzündung sind von besonderer Bedeutung. Die Grippeschutzimpfung erfolgt jährlich, die Impfung gegen eine durch Pneumokokken verursachte Lungenentzündung alle sechs Jahre.


In der Hausarzt-Expertenrat können Sie Ihre Fragen zur Chronisch obstruktiven Lungenerkrankung direkt an unsere Experten richten.

Quellen:
Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin und der Deutschen Atemwegsliga: Diagnostik und Therapie von Patienten mit chronisch obstruktiver Bronchitis und Lungenemphysem (COPD). AWMF-Leitlinien-Register Nr. 020/006 (Stand Oktober 2005)
Online-Informationen des Bundesverbands der Pneumologen: www.pneumologenverband.de (Stand: April 2008)

 

Autor: Dr. med. Ulrike Henning 
Letzte Änderung am: 27.10.2008
 
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