Tipp

Lungenödem

 Eine gesunde Lebensweise kann Lungenödemen vorbeugen

Eine gesunde Lebensweise mit ausreichend körperlicher Bewegung kann Herz-Kreislauf-Erkrankungen - den häufigsten Ursachen eines Lungenödems - vorbeugen
(Quelle: AOK-Mediendienst)

Das Lungenödem ist eine Erkrankung der Lunge, bei der Flüssigkeit aus den kleinen Lungengefäßen (Lungenkapillaren) austritt. Die Flüssigkeit sammelt sich zunächst in den Zwischenräumen des Lungengewebes (interstitielles Lungenödem) und später auch in den Alveolen, den Lungenbläschen (alveoläres Lungenödem). Umgangssprachlich verwendet man für Lungenödeme auch die Bezeichnung "Wasser in der Lunge".

In der Lunge findet ein Gasaustausch mit dem Blut statt. Sauerstoffarmes und kohlendioxidreiches Blut wird aus dem Herzen in die Lunge gepumpt, wo es wieder mit Sauerstoff angereichert und zurück zum Herzen transportiert wird. Das Kohlendioxid wird beim Ausatmen über die Lungen nach außen abgegeben.

Ist das Druckgleichgewicht in den Blutgefäßen der Lunge gestört, gelangt ausgepresste Flüssigkeit aus den Gefäßen in die Lunge. Dort behindert sie die Atmung.


Welche Ursachen hat ein Lungenödem?

Das Lungenödem ist eine Folgeerscheinung verschiedener Krankheiten. Die häufigste Ursache in den westlichen Ländern sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen, allen voran eine Schwäche der linken Herzhälfte (Linksherzinsuffizienz). Das Blut sammelt sich vom Vorhof der linken Herzkammer über die Lungenvenen bis hin zur Lunge. So fließt nur noch wenig sauerstoffreiches Blut von der Lunge zum Herzen, der Druck in den Blutgefäßen der Lunge steigt an.

Nicht nur Herzerkrankungen, auch andere Ursachen können für die Entstehung eines Lungenödems verantwortlich sein. Dazu gehören

  • Nierenkrankheiten
  • Lebererkrankungen
  • Übermäßige Flüssigkeitszufuhr (etwa durch eine Infusion)
  • Unterernährung
  • Bestimmte Medikamente
  • Schädigungen der Wände der Lungenkapillaren (durch Gase, Vergiftungen, versehentliches Einatmen von Wasser oder Magensaft)
  • Höhenluft (Höhenkrankheit)

Symptome eines Lungenödems: Atemnot, Kurzatmigkeit und Rasselgeräusche

Ein Lungenödem äußert sich vor allem durch zunehmende Atemnot (Dyspnoe). Sie zeigt sich anfangs beim interstitiellen Lungenödem in Form von leichter Kurzatmigkeit mit gleichzeitig gesteigerter Atemfrequenz. Im zunehmenden Verlauf, wenn auch Lungenbläschen und später die Bronchien betroffen sind, nehmen Atemnot und Atemfrequenz weiter zu. Die Atmung wird durch Rasselgeräusche begleitet.

Im fortgeschrittenen Stadium tritt Husten auf, meist zusammen mit weißem Schaum. Durch den zunehmenden Sauerstoffmangel im Körper färben sich Haut und Lippen blau (Zyanose). Die Beschwerden im späteren Verlauf führen häufig auch zu Angst und Unruhegefühlen.


Wie wird ein Lungenödem diagnostiziert?

Beim Lungenödem sind die typischen Symptome ausschlaggebend für die Diagnose. Die Besprechung der Krankheitsgeschichte (Anamnese) und die körperliche Untersuchung geben weiter Aufschluss auf eine mögliche Erkrankung. Auch die Lunge wird bei der Untersuchung abgehört. Selbst leise Atemgeräusche können mit einem Stethoskop wahrgenommen werden.

Auf einer Röntgenaufnahme des Brustkorbs lässt sich bereits ein beginnendes Lungenödem erkennen. Hier sind vor allem die Kerley-Linien des Typ B wichtig. Kerley-Linien sind auf dem Röntgenbild sichtbare Gefäße. Sind sie sichtbar, ist das ein Zeichen für erweiterte Lungenkapillaren.

Um die Ursache des Lungenödems festzustellen, werden anschließend weitere Untersuchungen durchgeführt. Vermutet man den Grund in einer Herzerkrankung, lassen sich eventuelle Störungen durch ein Elektrokardiogramm (EKG) oder eine Echokardiographie ("Herzecho") feststellen.


Wie lässt sich ein Lungenödem therapieren?

Ein fortgeschrittenes alveoläres Lungenödem ist ein medizinischer Notfall und bedarf sofortiger medizinischer Maßnahmen. Als Sofortmaßnahme werden die Beine möglichst tief gehängt und der Oberkörper hoch gelagert. Dadurch lässt sich der Rückstrom zum Herzen verlangsamen und der Druck verringern. Auch Sauerstoffzufuhr gehört zu den ersten Hilfestellungen. Im Krankenhaus erfolgt in der Regel die weitere Behandlung.

Die medikamentöse Therapie des Lungenödems beinhaltet entwässernde Medikamente (Diuretika). Andere Präparate werden je nach der zugrunde liegenden Erkrankung eingesetzt.


Welchen Verlauf hat ein Lungenödem?

Die Prognose des Lungenödems richtet sich zum einen nach dessen Schwere und zum anderen nach der Grunderkrankung. Wird beides rechtzeitig und effektiv behandelt, ist der Verlauf günstig.


Wie kann man einem Lungenödem vorbeugen?

Den verursachenden Krankheiten lässt sich vorbeugen, dem Lungenödem selbst nicht direkt. Eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung und ausreichender körperlicher Bewegung beugt einer Vielzahl von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, der häufigsten Ursache für ein Lungenödem, vor.


Richten Sie Ihre persönlichen Fragen zum Thema Lungenödem an die Experten in unserer Hausarzt-Expertenrat.

Quellen:
Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2006
Piper, W.: Innere Medizin. Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2007
Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. de Gruyter, Berlin 2007

 

Autor: Karin Wunder 
Letzte Änderung am: 09.02.2009
 
Tipp