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Magenkrebs (Magenkarzinom)

Bei Verdacht auf Magenkrebs ermöglicht eine Magenspiegelung eine genaue Diagnose

Eine Magenspiegelung ermöglicht eine genaue Diagnose bei Verdacht auf Magenkrebs
(Quelle: LifeArt)

Magenkrebs (Magenkarzinom) ist meist ein bösartiger Tumor in der Schleimhaut der Mageninnenwand. Seltener sind Magentumoren, die aus den Muskelzellen des Magens wachsen. Die Zellen eines bösartigen Tumors können so genannte Metastasen streuen und somit auch andere Organe befallen.

Magenkrebs betrifft vor allem Menschen ab 60 Jahren. Vor dem 30. Lebensjahr ist das Magenkarzinom selten. In vielen Fällen geht ihm eine vergleichsweise harmlose Entzündung der Magenschleimhaut voraus (Gastritis) oder ein Magengeschwür (Ulcus ventriculi) voraus. Magenkrebs steht bei der Häufigkeit bösartiger Krebserkrankungen an fünfter Stelle.


Wie wird Magenkrebs verursacht?

Den meisten Erkrankungen an Magenkrebs geht eine Entzündung der Magenschleimhaut durch das Bakterium Helicobacter pylori voraus. Auch Magengeschwüre können sich zu einem bösartigen Tumor verändern. Allgemein wird davon ausgegangen, dass Magenkrebs vor allem durch die individuellen Ernährungsgewohnheiten verursacht wird. Im Blickpunkt stehen insbesondere Nahrungsmittel, die den Magen ständig reizen, etwa sehr scharfe und salzige Speisen. Auch Nikotin und übermäßiger Alkoholkonsum können die Entwicklung eines Magenkarzinoms fördern, ebenso Chemikalien oder Schimmelpilzsporen, die regelmäßig eingeatmet oder geschluckt werden. Eine erbliche Veranlagung ist bislang nicht eindeutig belegt. In den meisten Fällen treffen bei der Entstehung von Magenkrebs mehrere Faktoren aufeinander.


Wie macht sich Magenkrebs bemerkbar?

Magenkrebs macht im Anfangsstadium häufig keine Beschwerden, sodass der Tumor oft erst spät festgestellt wird. Treten erste Beschwerden auf, sind sie meist nicht sehr ausgeprägt und liefern oft keine eindeutigen Anzeichen. Dazu gehören Druckgefühl im Oberbauch, das Gefühl abnehmender Leistungsfähigkeit, wenig Appetit, Ekel vor Fleisch oder eine leicht erhöhte Körpertemperatur.

Jede neue und anhaltende Unverträglichkeit bestimmter Lebensmittel, ungewollter Gewichtsverlust, Schluckbeschwerden, häufige Übelkeit bis hin zum Erbrechen sollten als Symptome einer möglichen Erkrankung ernst genommen und von einem Arzt abgeklärt werden.

Findet sich Blut im Stuhl (okkultes Blut), kann auch dies unter anderem ein Hinweis auf Magenkrebs sein. Mit einem einfachen Stuhltest, der in Apotheken erhältlich ist, kann Blut im Stuhl nachgewiesen werden. Das Fehlen von Blut im Stuhl ist jedoch kein Beweis dafür, dass kein Magenkrebs vorliegt.


Wie wird Magenkrebs festgestellt?

Lassen sich Beschwerden, die auf ein Problem des Magens hindeuten, nicht erfolgreich mit Medikamenten behandeln, sollte eine Magenspiegelung (Gastroskopie) erwogen werden. Die Magenspiegelung wird im Allgemeinen von einem Facharzt (Gastroenterologe oder Internist) in einer Praxis durchgeführt. Dabei wird ein biegsamer Schlauch über den Rachen in den Magen geschoben. Zuvor wird meist ein Beruhigungsmittel verabreicht und eine leichte örtliche Betäubung gegeben. Durch den flexiblen Schlauch kann der Arzt einen möglichen Tumor entdecken und gleichzeitig dessen Größe und Wachstumsrichtung beurteilen. Zudem kann eine Gewebeprobe des Tumors genommen werden (Biopsie). Anhand dieser Zellprobe lässt sich feststellen, ob die Wucherung ein gutartiges Magengeschwür oder ein krebsartig veränderter Tumor ist.

Blutuntersuchungen, in denen nach Spuren eines bösartigen Tumors gesucht wird (Tumormarker), sind allein nicht aussagekräftig genug, um auf eine Magenspiegelung verzichten zu können.


Wie wird Magenkrebs behandelt?

Die Behandlung von Magenkrebs ist abhängig von der Größe und der Lage des Tumors sowie vom Allgemeinzustand des Erkrankten. Entscheidend ist vor allem, ob der Tumor bereits in andere Organe gestreut hat (Metastasenbildung). Magenkrebs streut Krebszellen vor allem in die nächstgelegenen Lymphknoten. Metastasen gelangen jedoch oft auch in die Lunge, die Knochen und das Gehirn.

Haben die Krebszellen andere Organe noch nicht befallen und ist der eigentliche Tumor im Magen nicht zu groß, kann er durch eine Operation entfernt werden. Gelingt dies, ist eine Heilung möglich. Liegt der Tumor ungünstig, sodass man ihn nicht ohne große Schäden herausnehmen kann, kann eine Chemotherapie durchgeführt werden. Diese soll den Tumor verkleinern, um ihn anschließend operieren zu können.

Hat der Magenkrebs bereits andere Organe befallen, muss in jedem Fall eine Chemotherapie erfolgen. Häufig müssen gleichzeitig befallene Lymphknoten durch eine Operation entfernt werden.

Prinzipiell möglich ist auch eine Beseitigung der Krebszellen durch Bestrahlung. Kann der Tumor nicht völlig entfernt werden und hat er bereits gestreut, ist in den meisten Fällen keine dauerhafte Heilung möglich. Eine Behandlung mit Chemotherapeutika kann das Wachstum des Tumors dann hinauszögern und somit das Leben des Erkrankten möglicherweise verlängern.


Verlauf

Wie die Behandlung und Heilung bei Magenkrebs verläuft, hängt sehr davon ab, wie früh das Krebsgeschwür entdeckt wird. Wenn Magenkrebs frühzeitig gefunden wird (Frühkarzinom), noch auf die Magenschleimhaut begrenzt ist und operiert werden kann, haben Betroffene die gleiche Lebenserwartung wie gesunde Menschen. Ist der Tumor sehr groß, oder liegt er so ungünstig, dass ein großer Teil des Magens entfernt werden muss, wird der Magen oftmals direkt mit dem Dünndarm verbunden. Dann dauert es mehrere Monate, bis der Betroffene wieder normale Speisen essen kann. Auch mit dieser Behandlung ist die Lebenserwartung nicht prinzipiell eingeschränkt.

Weil Magenkrebs oft längere Zeit keine Beschwerden macht, wird er oft erst entdeckt, wenn der Tumor bereits in andere Organe gestreut hat. Dann kann eine Chemotherapie die Lebenserwartung verbessern, doch ist in vielen Fällen dann keine vollständige Heilung mehr möglich.


Wie man Magenkrebs vorbeugen kann

Der Verzicht auf Nahrungs- und Genussmittel, die den Magen reizen, ist die beste Vorbeugung von Magenkrebs. Dagegen sollte viel frisches Obst und Gemüse gegessen und auf Alkohol und Nikotin möglichst verzichtet werden.

Menschen mit Magenproblemen wie Magengeschwür, Magenschleimhautentzündung und Refluxkrankheit sollten ihren Magen regelmäßig untersuchen lassen. Das gilt insbesondere dann, wenn die Beschwerden durch das Bakterium Helicobakter pylori versacht werden. Unter Umständen wird der Magen dann regelmäßig gespiegelt.

Eine gezielte Untersuchung zur Früherkennung von Magenkrebs gibt es nicht. Wichtig ist, bei Beschwerden frühzeitig zum Arzt zu gehen.


Wenn Sie weitere Fragen zum Thema Magenkrebs haben, können Sie diese zum Beispiel in der Magen-Darm-Expertenrat auf der Gesundheitsberatung stellen.

Quellen:
Online-Informationen des Deutschen Krebsforschungszentrum: http://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/magenkrebs/ueberblick.php (Stand: Juni 2008)
Herold, G. (Hrsg.): Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2007
Interdisziplinäre Leitlinie der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie: Magenkarzinom. AWMF-Leitlinien-Register Nr.: 032/009 (Stand: Oktober 2003)

 

Autor: Peter Gelhard 
Letzte Änderung am: 23.03.2012
 
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