Tipp

Magnetheilkunde

Mit Magnettherapie oder Magnetheilkunde ist eine Behandlungsform gemeint, die körperliche Beschwerden und Krankheiten mit Hilfe eines künstlich erzeugten Magnetfeldes therapiert. Schon die Griechen der Antike benutzten bei Verletzungen ihrer Soldaten oder Menstruationsbeschwerden ihrer Frauen Magnete zur Behandlung. Dann gerieten sie in Vergessenheit. Eine zeitlang galten sie sogar als Heilmethode der Esoterik. Doch jetzt kehren die heilenden Magneten wieder zurück. Physiologisch wird der therapeutische Effekt der Magnete damit erklärt, dass Magnete die Blutgefäße erweitern und den Blutfluss verbessern.
Eine Therapie im Rahmen der Magnetheilkunde kann jeder an sich selber durchführen.

Wie wird die Magnettherapie angewendet?
Ihren Ausgang nahm die Magnet-Renaissance in Japan, wo man bereits in den 60er Jahren kleine Magnetpflaster von der Größe eines Markstücks entwickelte. Sie werden mit der Nordpolseite nach unten auf der Haut befestigt. Bei neueren Entwicklungen gibt es auf den sogenannten wechselpolaren Magnetfolien die "Nord- und Südpole", die wechselweise in Kreisen aneinander gereiht sind. Diese werden als Pflaster auf die Haut geklebt oder als Folie ins Bett gelegt.

Welche Beschwerden kann man mit Magnetheilkunde behandeln?
Magnetheilkunde soll gegen eine ganze Reihe verschiedener Beschwerden oder Krankheiten helfen. Dazu gehören z.B. Allergien, Migräne, verschiedene Schmerzzustände, hoher Blutdruck etc.

Wissenschaftliche Studien
Heilung mit Magneten ist umstritten, doch Studienergebnisse bei Diabetikern und Patienten mit Schmerzen nach Poliomyelitis belegen Wirkung. Eine kürzlich veröffentlichte Studie aus den USA (JAMA, 283 (2000), 1322-1325) wirkt zunächst ernüchternd. Hier wurden 20 Patienten entweder echte Magnetpflaster oder aber Scheinmagneten auf den schmerzenden Rücken geklebt.
Das Ergebnis: Beiden Gruppen ging es vier Wochen später etwas besser. Die Magneten zeigten sich also therapeutisch den Placebos nicht überlegen.
Die Studie wurde allerdings heftig kritisiert, weil die Testpersonen die Magneten gerade einmal 18 Stunden pro Woche trugen. "Die korrekte Anwendung besteht jedoch darin", betont Dr. Michael I. Weintraub vom New York Medical College in Briarcliff im US-Bundesstaat New York, "die Magneten 24 Stunden täglich auf der Haut zu lassen." Weintraub hat selbst eine Untersuchung mit 24 Patienten gemacht. Diese litten wegen ihres Diabetes mellitus an einer peripheren Polyneuropathie (Am J Pain Manage 9, 1999, 8). Für den einen Fuß erhielten sie eine magnetische Einlegesohle, der andere Fuß wurde lediglich mit einer wirkungslosen Placebosohle ausgestattet. Einen Monat später empfanden die Patienten die "Magnetfüße" deutlich gebessert. Die Schmerzen waren dort erheblich stärker zurück gegangen als bei den Nachbarfüßen.
In einer anderen US-amerikanischen Studie wurden die Magnete an 50 Patienten getestet. Sie hatten eine Poliomyelitis gehabt und seitdem chronische Schmerzen an den Gelenken (Arch Phys Med Rehabil 78, 1997, 1200). Die wechselpolaren Magnetfolien führten bei drei Viertel von ihnen zu einem deutlichen Rückgang ihrer Beschwerden.
In Deutschland arbeitet der Münchner Mediziner Michael Kris bereits seit einiger Zeit mit Dauermagneten. Nach seinen Erfahrungen "liegt die Erfolgsquote bei der Behandlung von Patienten mit Weichteilverletzungen bei mehr als 70 Prozent."
Wissenschaftliche Studien-Artikel aus: Ärzte Zeitung, 05.02.01

Unerwünschte Nebenwirkungen
Die Weltgesundheitsorganisation erklärt statische Magnetfelder bis zu einer Stärke von 20 000 Gauß (= 2 Tesla) für unbedenklich - Heilmagneten werden in der Regel in Stärken von 300 bis 5000 Gauss eingesetzt - unerwünschte Nebenwirkungen sind daher nicht zu befürchten.

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 08.04.2008
 
Tipp