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Mangan

 Erdbeeren und andere Früchte wie Himbeeren oder Heidelbeeren enthalten relativ viel Mangan

Erdbeeren und andere Früchte wie Himbeeren oder Heidelbeeren enthalten relativ viel Mangan
(Quelle: BananaStock)

Mangan gehört zu den lebenswichtigen (essentiellen ) Spurenelementen und ist Bestandteil verschiedener Enzyme, die den Cholesterin- und Fettstoffwechsel sowie das Hormonsystem und die Blutgerinnung des Menschen beeinflussen. Der Manganbestand im Körper beträgt ca.10 bis 40 mg. Der größte Teil befindet sich in den Knochen, der Rest verteilt sich auf die Leber, Nieren, Bauchspeicheldrüse, Muskulatur sowie Haare.

Mangan ist nach Eisen das zweithäufigste Schwermetall, das in der Erdkruste vorkommt. Es wurde seit Jahrtausenden von den Menschen genutzt, zum Beispiel als Zusatz von Farben. Schon die Römer und Ägypter haben Manganverbindungen in der Glasherstellung zur Färbung und Entfärbung verwendet. 1774 gelang es Johan Gottlieb Gahn elementares Mangan aus Braunstein durch Reduktion mit Kohle herzustellen. Seit Anfang des 19. Jahrhunderts wird Mangan zur Herstellung von Stahl verwendet, da es die Härte, Haltbarkeit und Wärmebeständigkeit des Materials verbessert.

Aufgaben von Mangan

Mangan ist wichtig für die Funktion einiger Enzyme und spielt so bei vielen wichtigen Vorgängen im Körper eine wichtige Rolle:

  • Als Bestandteil einiger knochenspezifischer Enzyme (Glykosyltransferase) stimuliert Mangan die Knorpelsynthese und das Körperwachstum.
  • Mangan ist am Glukose- und Fettstoffwechsel beteiligt, da es für die Synthese und die Freisetzung von Insulin erforderlich ist und durch Aktivierung der Pyruvat-Carboxylase auch an der Neubildung von Glukose (Glukoneogenese) beteiligt ist.
  • Verschiedene manganhaltige Enzyme wie beispielsweise die Mn-Superoxiddismutase wirken antioxidativ und schützen den Körper vor freien Radikalen.
  • Zusammen mit Vitamin K unterstützt Mangan die Produktion von Prothrombin, das für die Blutgerinnung wichtig ist.
  • Manganabhängige Enzyme sind wichtig für den Abbau von Histamin, das an der Entstehung und Ausprägung einer allergischen Reaktion beteiligt ist.
  • Mangan ist wichtig für den Aufbau von Melanin und Dopamin, einem wichtigen Neurotransmitter.
  • Als Bestandteil der Phosphatase steigert Mangan die Verwertung von Vitamin B1.

Ursachen für einen Manganmangel

Bei einer ausgewogenen Ernährung tritt heutzutage kaum ein Manganmangel auf. Ein hoher Konsum an weißmehl- und zuckerhaltiger Nahrung, die arm an Ballaststoffen und anderen Nährstoffen ist, sowie Bevorzugung von manganarmen, tierischen Nahrungsmitteln, kann häufig den empfohlenen Manganbedarf nicht decken. Außerdem können hochdosierte Kalziumpräparate, Langzeitbelastungen mit Schwermetallen, angeborene Enzymdefekte, regelmäßiger Alkoholkonsum sowie die Einnahme von Psychopharmaka einen Manganmangel begünstigen.

Symptome eines Manganmangels

Ein Manganmangel kommt in den Industrieländern selten vor, kann aber zum Beispiel zu Blutgerinnungsstörungen, verminderter Fruchtbarkeit, Immunschwäche mit erhöhter Infektanfälligkeit sowie zu Störungen im Zentralnervensystem führen. Selten werden bei Manganmangel auch erniedrigte Spiegel des ?guten? HDL-Cholesterins, Wachstumsstörungen, erhöhter Zucker- und Kalziumspiegel im Blut sowie das vermehrte Auftreten von epileptischen Anfällen beobachtet.

Tagesbedarf und Therapie bei Manganmangel

Der tägliche Bedarf an Mangan liegt nach Angabe der Gesellschaft für Ernährung für Kinder ab zehn Jahren, Jugendliche und Erwachsene bei 2 bis 5 mg. Bei Säuglingen liegt der Bedarf bei 0,6 bis 1,0 mg Mangan pro Tag. 1- bis 4-jährige Kinder benötigen 1 bis 1,5 mg, 4 bis 7-Jährige 1,5 bis 2 mg und 7- bis 10-Jährige 2 bis 3 mg, entsprechend ihres Körpergewichts.

Mit einer vollwertigen Ernährung, reich Vollkorngetreide und Reis, frischem Obst und Gemüse und nur wenig Wurst- und Käsewaren, wird der Bedarf an Mangan normalerweise gedeckt. Mangan ist in vielen Multivitamin- bzw. Multimineralpräparaten in geringer Dosis enthalten. Eine zusätzliche Einnahme von Mangan zur Vorbeugung empfiehlt sich nicht. Bei einigen Erkrankungen kann eine zusätzliche Einnahme nach ärztlicher Verordnung sinnvoll sein, dazu gehören Diabetes mellitus, Hypoglykämie, Osteoporose, Wachstumsstörungen, Menstruationsbeschwerden und Epilepsie.

Manganreiche Nahrungsmittel

Grundsätzlich enthalten pflanzliche Nahrungsmittel mehr Mangan als tierische. Besonders reich an Mangan sind Getreideprodukte wie z.B. Haferflocken, Weizenkeime und Weizenvollkornmehl sowie Sojamehl. Auch Haselnüsse, Mandeln, Hirse und Reis sind gute Manganlieferanten. 75 Gramm Haferflocken oder 150 Gramm Weizenvollkornbrot decken den Tagesbedarf an Mangan. Sojabohnen, weiße Bohnen und Früchten wie Ananas, Heidelbeeren, Himbeeren und Erdbeeren, außerdem auch Schokolade, Zimt, Ingwer, schwarzer Pfeffer und gemahlene Nelken enthalten relativ viel Mangan.

Überdosierung von Mangan

Eine Manganvergiftung findet man nur selten bei einer Langzeit-Exposition wie zum Beispiel in der metallverarbeitenden Industrie oder im Bergbau ohne ausreichende Sicherheitsvorkehrungen, weniger bei Einnahme von hochdosierten Nahrungsergänzungspräparaten. Eine akute Vergiftung kann zu einer schweren Lungenentzündung (Pneumonie) führen. Die chronisch exzessive Langzeit-Exposition erhöht das Risiko, an Demenz zu erkranken. Außerdem kann sich eine Hirnhautentzündung (Enzephalitis) mit Zittern (Tremor), Muskelsteifheit sowie Konzentrations- und Gedächtnisstörungen entwickeln. Weitere Symptome einer chronischen Manganvergiftung können zum Beispiel erhöhter Blutdruck, Kopfschmerzen, Parkinson ähnliche Syndrome, Psychosen und Atembeschwerden sein.

Sie haben noch weitere Fragen zum Thema Mangan? Dann wenden Sie sich an unsere Expertenrat.

Quellen:
Burgerstein, L.; Schurgast, H., Zimmermann, M.: Burgersteins Handbuch Nährstoffe, HAUG, Heidelberg 2007
Deutsche Gesellschaft für gesunde Ernährung, Österreichische Gesellschaft für gesunde Ernährung, Schweizerische Gesellschaft für Ernährungsforschung: Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr; Umschau Brauns GmbH, Frankfurt am Main, 2000
Internetinformation der Deutschen Gesellschaft für gesunde Ernährung e.V.: www.dge.de (Stand: November 2007)
Kasper, H.; Wild, M.; Burghard, W.: Ernährungsmedizin und Diätetik; Elsevier, Urban & Fischer, München 2004

 

Autor: Dr. med. Jessica Männel 
Letzte Änderung am: 06.10.2008
 
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