Tipp

Masern

 Eine Masern-Erkrankung beginnt meist mit Fieber

Eine Masern-Erkrankung beginnt meist mit Fieber
(Quelle: BananaStock)

Masern (Morbilli) sind eine weltweit verbreitete, hoch ansteckende Infektionskrankheit, die zu den Kinderkrankheiten zählt. Typisch für die Erkrankung ist ein charakteristischer Hautausschlag, der den ganzen Körper befallen kann. Auslöser der Krankheit ist das Masernvirus. Masern hinterlassen eine lebenslange Immunität: Ist man einmal an dieser Krankheit erkrankt, löst eine zweite Infektion mit dem Virus keine Erkrankung mehr aus.

Der Verdacht auf eine Masernerkrankung, die Erkrankung sowie ein möglicher Tod an Masern muss laut Infektionsschutzgesetz dem Gesundheitsamt gemeldet werden. Ebenso unterliegt der direkte und indirekte Nachweis einer Masern-Infektion der Meldepflicht.

Masern treten hauptsächlich bei Kindern im Schulalter auf. Die Anzahl der Erkrankungen ist in Deutschland aufgrund der seit Jahren durchgeführten Impfung zurückgegangen, trotzdem kommt es manchmal zu epidemieartigen Ausbrüchen, die aber auf kleine Regionen beschränkt bleibt. Im Jahr 2005 wurden 778 Erkrankungsfälle gemeldet.

In den Entwicklungsländern, besonders in Afrika, treten Masern-Erkrankungen noch immer sehr oft auf. Hier zählen sie zu den zehn häufigsten Infektionskrankheiten, wobei der Anteil tödlicher Verläufe besonders hoch ist.


Ursachen für Masern (Morbilli)

Masern werden durch das Masernvirus ausgelöst. Dieses gehört zu den so genannten RNA-Viren und ruft nur beim Menschen eine Krankheit hervor. Es wird über Tröpfcheninfektion beim Niesen, Husten oder Sprechen übertragen. Das führt bereits bei kurzem Kontakt mit dem Erkrankten zu einer Infektion und löst bei über 95 Prozent der Infizierten Beschwerden aus.

Ansteckungsgefahr besteht bereits fünf Tage vor und bis zu vier Tage nach dem Auftreten des Hautausschlags. Unmittelbar vor Beginn des Ausschlags ist die Ansteckungsgefahr am größten. Die Inkubationszeit, das heißt die Zeit von der Infektion mit dem Virus bis zum Auftreten der ersten Symptome, beträgt acht bis zehn Tage.


Symptome: Prodromalstadium und Exanthemstadium

Die typische Masern-Erkrankung verläuft in zwei Phasen. Die erste Phase, das Prodromalstadium, beginnt mit Fieber, Schnupfen, Husten und einer Bindehautentzündung (Konjunktivitis), die Ursache für eine Lichtscheu ist. Deutliche Hinweise, dass es sich um Masern handeln könnte, sind die kalkspritzerartigen Flecken mit rötlichem Hof auf der Wangenschleimhaut, die so genannten Koplik-Flecken. Die erste Phase klingt nach drei bis fünf Tagen ab.

In der zweiten Phase, dem Exanthemstadium, erfolgt nach kurzem Fieberabfall drei bis vier Tage später ein erneuter, kräftiger Temperaturanstieg. Jetzt tritt auch der charakteristische, dunkelrote, fleckig-bläschenförmige Ausschlag auf. Er beginnt im Gesicht und hinter den Ohren und breitet sich über den Rumpf auf die Gliedmaßen, außer den Handflächen und Fußsohlen, aus.

Beim unkomplizierten Verlauf der Masern verblasst der Ausschlag nach vier bis sieben Tagen und das Fieber sinkt wieder.


Diagnose: Hautauschlag, Koplik-Flecken, Antikörpernachweis

Die Diagnose von Masern kann meist schon anhand des relativ typischen klinischen Bilds gestellt werden. Besonders charakteristisch sind die kleinen weißen Flecken auf der Wangenschleimhaut (Koplik-Flecken) und der den ganzen Körper betreffende Hautausschlag.

Besteht dennoch eine Unsicherheit bei der Diagnose von Masern, können die für die Erkrankung typischen Antikörper durch einen Blutabstrich sichtbar und somit spezifisch nachgewiesen werden. Eine weitere, selten angewandte Möglichkeit ist die Anzucht von Masernviren aus Abstrichen der Schleimhäute des Nasen-Rachenraums, des Urins oder aus Blutlymphozyten zu Beginn der Erkrankung.


Symptomatische Therapie

In der Regel behandelt man Masern nur symptomatisch, da ein spezielles Medikament gegen Viren nicht zur Verfügung steht. In der akuten Krankheitsphase steht Bettruhe im Vordergrund. Fiebersenkende Medikamente und Hustenmittel erleichtern die Krankheitsbeschwerden. Bei Lichtscheu des Erkrankten, bedingt durch eine Bindehautentzündung, hilft ein abgedunkelter Raum. Kommt es zu schweren, bakteriellen Begleiterkrankungen, wie beispielsweise einer Mittelohrentzündung (Otitis media) oder einer Lungenentzündung (Pneumonie), wird eine Therapie mit Antibiotika durchgeführt.


Verlauf der Masern (Morbilli)

Masern führen für die Dauer von vier bis sechs Wochen zu einer deutlichen Abwehrschwäche. Daher kann es während und auch im Anschluss an die Erkrankung zu einer Zweitinfektion durch Bakterien (bakterielle Superinfektion) kommen, die zu ernsthaften Komplikationen führen kann. Je schlechter der Allgemeinzustand des Erkrankten ist, desto größer ist die Gefahr durch die Maserninfektion eine ernste Folgekrankheit zu bekommen.

Die häufigste Komplikation, die bei Masern auftreten kann, ist die Mittelohrentzündung (Otitis media). Außerdem kann es zu einer Bronchitis, Pseudokrupp, Lungenentzündung und Durchfall (Diarrhö) kommen. Die schwerste Komplikation durch das Masernvirus ist die akute Gehirnentzündung (Enzephalitis). Sie tritt in den ersten beiden Krankheitswochen auf und kann zu lebenslangen Schäden und sogar zum Tod führen.


Vorbeugen durch Schutzimpfung

Einer Masernerkrankung kann mit einer Schutzimpfung vorgebeugt werden. Diese sollte bei Kindern im Alter von elf bis 14 Monaten erfolgen. Meist wird dabei ein Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln verwendet (MMR-Impfstoff). Da nicht alle Kinder bereits nach der ersten Impfung eine ausreichende Immunität gegen die Erkrankung entwickeln, wird ab dem Alter von 15 Monaten eine Zweitimpfung empfohlen. Diese sollte spätestens mit Abschluss des zweiten Lebensjahrs erfolgt sein.

Außerdem empfiehlt die Ständige Impfkomission (STIKO) am Robert Koch-Institut die Schutzimpfung gegen Masern allen Personen, die beispielsweise in Kinderkrankenhäusern, Kindertagesstätten oder -heimen arbeiten und noch nicht an Masern erkrankt sind.


Quellen:
RKI-Ratgeber Infektionskrankheiten: Masern. Robert Koch-Institut, Berlin (Stand: 25.08.2006)
Masern im Jahr 2005 und Ausbrüche in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen in der ersten Hälfte des Jahres 2006. Epidemiologisches Bulletin Nr. 27/2006, Robert Koch-Institut, Berlin (07.07.2006)

 

Autor: Regina Mertes 
Letzte Änderung am: 29.05.2013
 
Tipp