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Mediastinoskopie: Untersuchung des Mittelfell-Raumes im Brustkorb

Bei einer Mediastinoskopie wird der zwischen beiden Lungenflügeln gelegene Mittelfell-Raum untersucht. Die Mediastinoskopie findet in Vollnarkose statt.

Der Arzt legt einen kleinen Hautschnitt oberhalb des Brustbeins an. Dort führt er ein spezielles optisches Instrument (Mediastinoskop) hinter dem Brustbein und vor der Luftröhre etwa 10 cm weit ein. Mit Hilfe dieses Instrumentes entnimmt er Gewebeproben von Lymphknoten, aber auch von anderem Gewebe.

Die Mediastinoskopie ist wegen der Notwendigkeit einer Vollnarkose und des gegenüber einer Bronchoskopie (und auch einer Pleurapunktion) erhöhten Verletzungs-Risikos einer der letzten diagnostischen Schritte, wenn ein Verdacht auf ein Bronchialkarzinom besteht. In einigen Fällen ist sie aber unumgänglich.
Die Mediastinoskopie wird durchgeführt, um bei bereits nachgewiesenem Lungenkrebs ohne Hinweis auf Fernmetastasen zur überprüfen, ob die angrenzenden Lymphknoten tumorfrei sind und eine Operation möglich ist. In etwa einem Drittel der Fälle wird ein Lymphknoten-Befall nachgewiesen.

Risiken
Die Hauptrisiken der Mediastinoskopie bestehen in

  • einer Blutung durch die Verletzung von Gefäßen,

  • einer Infektion sowie

  • dem Auftreten eines unerwünschten Lungenkollaps (Pneumothorax).

Durch den Eingriff kann zudem eine Verletzung der im Mittelfell-Raum verlaufenden Nerven auftreten. Zu den möglichen Funktionseinschränkungen nach einer Mediastinoskopie gehören Heiserkeit durch Stimmbandlähmung oder Atemnot infolge einer Zwerchfelllähmung. Insgesamt treten diese Komplikationen jedoch selten auf und bilden sich in vielen Fällen spontan oder durch Behandlung zurück.
Extrem selten ergibt sich die Notwendigkeit zu einer größeren Eröffnung des Brustkorbes (etwa auf Grund eines unerwarteten Befundes oder einer Blutungskomplikation).


Lymphknoten-Diagnostik im Brustraum

Prüfung des Lymphknotenbefalls
Das Computertomogramm zeigt zwar eine Vergrößerung der Lymphknoten an (größer 1 bis 1,5 cm), aber nur bei etwa 60 bis 70% dieser Lymphknoten findet sich tatsächlich ein Tumorbefall. Umgekehrt sind 30 bis 50% der computertomographisch als normal bewerteten Lymphknoten in der späteren Gewebeuntersuchung doch von Tumor befallen. Die operative Abklärung ist deshalb notwendig.
Da der Lymphknotenbefall entscheidenden Einfluss auf die Therapie insbesondere des nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms hat, wird in den meisten Kliniken vor der eigentlichen Tumorentfernung eine Mediastinoskopie durchgeführt.

Unterschiedlicher Zugang
Neben dem beschriebenen Zugang oberhalb des Brustbeins und hinter demselben gibt es auch die Möglichkeit, direkt neben dem Brustbein einen Schnitt anzulegen. Auch auf diesem Wege kann der Arzt den Mittelfell-Raum zwischen den beiden Lungenflügeln erreichen. Welcher Zugang gewählt wird, hängt davon ab, wo der Tumor genau sitzt.
Sollte der Arzt neben dem Brustbein einschneiden, dann ist das Anlegen eines künstlichen Pneumothorax notwendig, ähnlich wie bei der Thorakoskopie. Im Anschluss an diese Untersuchung muss für einige Tage ein Drainage-Schlauch angelegt werden, um den kollabierten Lungenflügel wieder zur Entfaltung zu bringen.

Spiegelung einzelner Organe und Körperhöhlen

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 29.12.2007
 
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