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Melanom (schwarzer Hautkrebs)

UV-Schutz vorbeugend gegen schwarzen Hautkrebs

Die sicherste Vorbeugung gegen ein Melanom ist konsequenter UV-Schutz
(Quelle: BananaStock)

Das Melanom ist ein bösartiger (maligner) Tumor, der in den Melanozyten der Haut entsteht. Die Melanozyten produzieren das Pigment Melanin, das für die Färbung der Haut verantwortlich ist und die Haut bei Sonneneinstrahlung schützt, indem es sich dunkel färbt.

Melanome betreffen hauptsächlich Erwachsene, können aber selten schon bei Jugendlichen und Kindern vorkommen. Insgesamt tritt das Melanom immer häufiger und früher auf: Waren vor 30 Jahren die meisten Betroffenen über 60 Jahre alt, liegt die Altersspitze heute bei 40 bis 50 Jahren. In Deutschland erkranken jährlich etwa 10.000 Menschen am schwarzen Hautkrebs. Frauen sind häufiger als Männer betroffen.


Welche Ursachen hat ein Melanom?

Die genauen Ursachen für die Entstehung von Melanomen sind bislang nicht eindeutig geklärt. Im Gegensatz zum hellen Hautkrebs und zum Stachelzellkrebs sind Hautschäden durch zu intensive UV-Strahlung nicht eindeutig als Hauptursache identifizierbar. Es scheint allerdings einen Zusammenhang zwischen UV-Strahlung und der Entwicklung von Melanomen zu geben. So ist das Risiko einer Erkrankung für Menschen mit heller und sehr heller Haut (Hauttypen I und II) drei Mal so hoch wie für strahlungsunempfindlichere Hauttypen. Ein weiterer Risikofaktor sind häufige Sonnenbrände, insbesondere im Kindesalter.

Zusätzliche Risikofaktoren für die Entstehung von Melanomen sind besonders große, angeborene Muttermale. Auch viele Pigmentmale (Muttermale) scheinen das Risiko, an schwarzem Hautkrebs zu erkranken, zu erhöhen.

Sind bereits Fälle von Melanomen in der Familie aufgetreten, besteht eine geringfügig erhöhte Wahrscheinlichkeit der Melanom-Bildung. Verbrennungen, einige chemische Stoffe und Immunschwächekrankheiten erhöhen ebenfalls das Risiko einer Erkrankung.


Welche Symptome hat ein Melanom?

Ein Melanom verursacht meist keine Schmerzen. Es ist jedoch auf der Haut erkennbar. Da sich Melanome häufig an Pigmentmalen manifestieren, ist es ratsam, einen Hautarzt aufzusuchen, wenn sich folgende Veränderungen an Muttermalen zeigen:

  • Veränderungen von Form, Farbe und Größe
  • Unscharfe und unregelmäßige Begrenzung zur Haut
  • Nässen und Bluten
  • Juckreiz und Berührungsempfindlichkeit
  • Verhärtung und Erhabenheit

Auch neu entstandene Muttermale sollten genau beobachtet werden, da Melanome nicht nur aus bereits bestehenden Pigmentmalen entstehen, sondern sich auch neu bilden können.

Mit zunehmender Größe bilden sich auch weitere Melanome in der Nähe. Sie sind  wie das "Hauptmelanom"  dunkelbraun bis schwarz und breiten sich rasch in der Fläche aus.

Melanome treten meistens auf der Haut auf. Nicht nur die "Sonnenterrassen", also Gesicht, Schultern, Rücken, Brust und Fußrücken, sind betroffen, sondern auch versteckte Hautregionen: Im Genitalbereich, an Finger- und Fußnägeln oder Fußsohlen, seltener an Schleimhäuten oder am Auge kommen Melanome vor.


Wie wird ein Melanom diagnostiziert?

Häufig wird ein Melanom im Rahmen der Hautkrebs-Vorsorge entdeckt. Verdächtige Stellen werden unter einem speziellen Mikroskop mit starker Lichteinstrahlung genau betrachtet (Dermatoskopie). Bei der Einschätzung eines Muttermals wird die ABCD-Regel angewendet:

A: Asymmetrie (asymmetrischer Aufbau verdächtig)
B: Begrenzung (unscharfe Begrenzung deutet auf Veränderung hin)
C: Colour (Farbe) (dunkle Muttermale oder Male mit mehreren farbtönen sollten beobachtet werden)
D: Durchmesser (ab sechs Millimetern Durchmesser)

Bei einer Ultraschall-Untersuchung (Sonographie) lässt sich die Dicke der Hautveränderung einschätzen. Ultraschall kann auch angewendet werden, um zu überprüfen, ob sich Tochtergeschwülste (Metastasen) an den Organen befinden.

Besteht der Verdacht auf schwarzen Hautkrebs, ist eine Gewebeentnahme (Biopsie) erforderlich. Dabei wird ein Stück des vermeintlichen Melanoms entfernt. Dies geschieht in der Regel ambulant und unter örtlicher Betäubung. Anschließend wird das entnommene Gewebe untersucht.


Wie lässt sich ein Melanom therapieren?

Die Therapie des Melanoms richtet sich nach Stadium und Ausdehnung.

Operation

In einem frühen Stadium reicht in vielen Fällen die operative Entfernung des Tumors mit einem Sicherheitsabstand von etwa 0,5 bis 2 Zentimetern gesunder Haut aus. Die entstandene Wunde lässt sich je nach Größe nähen oder mit einer Hauttransplantation abdecken.

Ist der Tumor bereits weiter fortgeschritten, empfiehlt sich die operative Entfernung mit einem größeren Sicherheitsabstand. Sind Lymphknoten befallen, werden sie ebenfalls entfernt. Fernmetastasen, die sich über die Blutbahn in andere Körperregionen verteilt haben, werden nach Möglichkeit entnommen.

Strahlen- und Chemotherapie

Nach der Operation eines fortgeschrittenen Melanoms oder wenn eine Operation nicht möglich ist, sind Strahlen- und Chemotherapie sinnvoll. In der Strahlentherapie wird das Melanom und eventuell die Metastasen mit Elektronen oder Gamma-Strahlung bestrahlt. Die so gebremste Zellteilung führt dazu, dass Zellen absterben. Die Chemotherapie wird bei schwarzem Hautkrebs vor allem zur Linderung der Beschwerden eingesetzt. Auch hier stehen die Zellen im Mittelpunkt: Medikamente (Zyostatika) hemmen die Zellteilung und bremsen so das Wachstum von Tumoren.

Obwohl Strahlen- und Chemotherapie hauptsächlich auf entartete, sich sehr schnell teilende Zellen wirken, bleiben die gesunden Zellen nicht unbeeinflusst. Mögliche Nebenwirkungen sind

Nach Ende der Behandlung verschwinden auch die Nebenwirkungen. Eventuell ausgefallene Haare wachsen vollständig wieder nach.


Welchen Verlauf hat ein Melanom?

Je früher ein Melanom diagnostiziert und therapiert wird, desto günstiger ist die Prognose. Unbehandelte Melanome können Metastasen in die Lymphknoten oder über das Blut in andere Körperregionen streuen. Ein im Frühstadium entdeckter schwarzer Hautkrebs ist fast zu 100 Prozent heilbar.

Besonderes Augenmerk liegt auf der Nachsorge. Nach erfolgreicher Therapie ist eine regelmäßige Hautkrebs-Vorsorge ratsam. Außerdem gilt es, Metastasen bereits in einem frühen Stadium zu entdecken. In den ersten Jahren nach der Tumor-Behandlung empfehlen sich Abstände von etwa einem Vierteljahr zwischen den Nachsorge-Terminen.


Wie kann man einem Melanom vorbeugen?

Die sicherste Vorbeugung gegen ein Melanom ist konsequenter UV-Schutz. Es ist ratsam, intensive Sonnenbäder zu meiden. Sonnendichte Kleidung, Sonnenbrille und -creme schützen zusätzlich vor Sonnenbrand. Besonders große angeborene Pigmentmale sollten bereits in den ersten Lebensmonaten entfernt werden.

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Hautarzt sind ebenfalls sinnvoll. Wer aufmerksam seine Pigmentmale beobachtet, kann Veränderungen schon frühzeitig erkennen und abklären lassen.


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Quellen:
Die blauen Ratgeber der Deutschen Krebshilfe: Hautkrebs. (Stand: April 2008)
Interdisziplinäre Leitlinien der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft: Malignes Melanom. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 032/024 (Stand: März 2005)
Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2005
Online-Informationen des National Cancer Institute: http://ctep.cancer.gov (Stand: April 2008)

 

Autor: Karin Wunder 
Letzte Änderung am: 10.08.2009
 
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