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Maul- und Klauenseuche

Maul- und Klauenseuche (MKS) in Deutschland
Am 13.03.2001 wurden in Deutschland die ersten Fälle von Maul- und Klauenseuche bekannt, und das nachdem die Tierseuche in Westeuropa schon lange ausgerottet geglaubt wurde. Ihren Ursprung hat diese Erkrankungswelle in Groß-Britannien. Von dort breitete sie sich in Nachbarländer und sogar bis nach Argentinien aus.

Ansteckungsgefahr für Tiere
MKS ist äußerst ansteckend. Der Erreger, ein Virus mit dem Namen Aphtovirus, ist sehr robust und kann lange Zeit auf Weiden, in Viehtransportern, auf der Kleidung von Menschen, sogar in tiefgekühltem oder gepökeltem Fleisch überleben.

Verlauf der Krankheit
Die Krankheit setzt plötzlich ein, verläuft heftig und ist von kurzer Dauer. Zwar sterben durch die Seuche höchstens 5% der Tiere, jedoch reicht ein einziges krankes Tier, um tausend weitere anzustecken.

MKS bringt vor allem wirtschaftliche Schäden mit sich.



Wer erkrankt an MKS


Die Maul- und Klauenseuche (MKS) kann Klauentiere weltweit befallen. Dazu gehören u.a.:

  • Rinder

  • Schafe

  • Ziegen

  • Schweine und Wildschweine

  • Rehe

  • Antilopen

In Ausnahmefallen können auch Menschen und Tiere, die nicht zu den Klauentieren gehören, an MKS erkranken.

Die Krankheit verläuft in den meisten Fällen nicht tödlich, weder für Tiere noch für Menschen. Jedoch sind die Bläschen sehr schmerzhaft, und sowohl Mensch als auch Tier werden durch MKS stark geschwächt.


Anzeichen für MKS


Hieran erkennen Sie, ob ein Tier an MKS erkrankt ist:

  • Bei Tieren erkennt man die MKS an den charakteristischen Blasen an den Klauen und unbehaarten Hautstellen am Kopf (Maul und Maulhöhle, Nasenlöcher), bei weiblichen Tieren auch am Euter oder an den Zitzen

  • Die Sterblichkeitsrate ist gering (2-5%).

Hieran erkennen Sie, ob ein Mensch an MKS erkrankt ist:
  • Menschen erkranken sehr selten an MKS. Gefährdet sind allenfalls Kinder und Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Wenn Menschen sich anstecken, dann meist durch den Kontakt mit infizierten Tieren.

  • Symptome: Fieber und allgemeine Symptome wie Übelkeit, Mattigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen. Die Mundschleimhaut ist gerötet. Es können sich Bläschen an den Lippen sowie der Mund- und Rachenhöhle bilden, außerdem Bläschen an den Händen (Fingerspitzen) und Füßen. Die Bläschen heilen innerhalb von 5-10 Tagen ab.



MKS - Eine Gefahr für den Menschen?


Die Maul- und Klauenseuche (MKS) ist für uns Menschen nicht in erster Linie deswegen ein großes Problem, weil wir daran erkranken könnten. Der Schaden, den MKS verursacht, liegt auch nur zweitrangig daran, dass Nutz- und Wildtiere daran erkranken und sterben könnten.

Die Gefahr der MKS liegt vor allem in der Wirtschaft:

  • Importverbote für deutsches Fleisch (z.B. nach USA und Kanada)
    Diese Länder sind frei von MKS und möchten verständlicherweise mit allen Mitteln verhindern, dass die Seuche bei ihnen ausbricht.

  • Der Fleischabsatz geht in den betroffenen Ländern, also z.B. in Deutschland, stark zurück und erholt sich oft erst Monate nach Eindämmung der Seuche wieder. Zwar ist im Hinblick auf eine gesunde Ernährungsweise eine Einschränkung des Fleischverzehrs zu begrüßen, für die Wirtschaft entstehen jedoch große Einbußen.

  • Je mehr Tiere infiziert sind, desto mehr und desto weitläufigere Schutz- und Sperrmaßnahmen müssen ergriffen werden. Dies ist genauso kostspielig wie

  • das Verbrennen und Beseitigen von infizierten Tieren oder

  • das Aufkaufen von Marktüberschüssen.

Deshalb ist es wichtig, die Seuche so schnell wie möglich einzudämmen!

Das ist zu tun


Jeder kann dazu beitragen, dass die Maul- und Klauenseuche (MKS) sich nicht weiter verbreitet. Die Tipps, die Sie hier finden, richten sich in erster Linie an Verbraucher und nicht an Landwirte oder Verantwortliche in Sachen Seuchenschutz, die sehr viel schärfere Maßnahmen befolgen müssen. Wenn Sie sich vor Augen führen, dass Landwirte auf betroffenen Höfen wochenlang praktisch von der Außenwelt abgeschlossen sind, fallen die folgenden Anregungen vergleichsweise leicht.

  • Überlegen Sie sich, ob eine Reise in betroffene Gegenden wie Groß-Britannien, Niederlande oder in betroffene Gebiete in Deutschland nötig ist. Vielleicht können Sie die Reise verschieben.

    Wenn Sie in einem der betroffenen Gegenden wohnen, überlegen Sie sich, ob sie unbedingt verreisen müssen und so das Virus vielleicht in andere Regionen bringen.

  • Lassen Sie Ihre Hunde, Katzen oder Pferde nicht in der Nähe von bekannten Seuchenherden laufen.

  • Auch im Zoo können sich Tiere wie Ziegen, Schafe, Wildschweine, Giraffen, Elefanten und viele mehr mit der Maul- und Klauenseuche infizieren. Bedenken Sie das bitte, wenn Sie Ihren nächsten Besuch im Zoo planen.

  • Auch wenn MKS in Europa überwunden ist und andere Themen die Schlagzeilen beherrschen, können Sie noch etwas dafür tun, dass Tierseuchen es schwer haben, sich auszubreiten:

    Kaufen Sie Fleisch aus Ihrer Region! Verzichten Sie auf Fleisch, für das die Schlachttiere Kilometer weit von einem Land ins andere transportiert wurden!



MKS und Urlaub


Urlaub in Zeiten der Maul- und Klauenseuche

Das Ministerium für Verbraucherschutz in Berlin hat Osterreisende aufgerufen, die Schutzmaßnahmen gegen die Maul- und Klauenseuche (MKS) in betroffenen Ländern strikt zu befolgen.

  • Wer seinen Urlaub in Großbritannien, Holland, Frankreich, Irland oder betroffenen Gebieten in Deutschland verbringt, sollte sich an die Anordnungen der örtlichen Behörden halten, besonders in den Sperrgebieten.

  • Die Einfuhr von Fleisch und Milch aus diesen Ländern ist verboten.

  • Ebenso ist die Einfuhr in manche Länder verboten. Richten Sie sich darauf ein, Reiseproviant nicht mit über die Grenze nehmen zu dürfen.

  • Für den Reiseverkehr mit Haustieren gibt es derzeit noch keine Beschränkungen. Haustiere können mitgenommen werden.

  • Wer wegen der Maul- und Klauenseuche seine Reise absagen möchte, bekommt nichts erstattet, obwohl Seuchen einen Fall von höherer Gewalt darstellen. Die Maul- und Klauenseuche allerdings ist für den Menschen ungefährlich, weshalb das Kündigungsrecht entfällt.

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 03.01.2008
 
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