Tipp

Morbus Crohn

 Morbus Crohn kann sich durch Fieber, Gelenkschmerzen und Durchfall äußern

Morbus Crohn kann sich durch Fieber, Gelenkschmerzen und Durchfall äußern
(Quelle: DAK/Wigger)

Der Morbus Crohn ist eine chronische Darmerkrankung, die zu Entzündungen im gesamten Magen-Darm-Trakt - vom Mund bis zum After - führen kann. Besonders häufig ist der untere Dünndarm befallen.

Neben der Colitis ulcerosa ist Morbus Crohn die häufigste chronisch-entzündliche Darmerkrankung: Jährlich erkranken 5,2 von 100.000 Einwohnern Deutschlands neu daran. Bei 320.000 angenommenen Betroffenen ergibt sich somit eine Häufigkeit von 1:500 bis 1:800. Die Krankheit kann in jedem Alter auftreten, besonders häufig sind jedoch junge Erwachsene betroffen.

Der Verlauf und die Ausdehnung der Krankheit sind individuell sehr unterschiedlich und erfordern daher eine komplexe Diagnostik und Therapie. Einige Betroffene leiden unter Dauerbeschwerden, bei anderen wechseln sich Phasen relativer Gesundheit (Remission) und akuter Krankheit (Schub) ab.


Was sind die Ursachen des Morbus Crohn?

Die Ursachen des Morbus Crohn sind nicht zweifelsfrei geklärt. Die derzeit am häufigsten vertretene Ansicht sieht im Morbus Crohn eine Autoimmunerkrankung der Darmschleimhaut. Begründet wird dies mit dem guten Ansprechen der Krankheit auf immunhemmende Medikamente, spezifische Antikörper konnten jedoch nicht nachgewiesen werden.

Für eine erbliche Veranlagung der Krankheit spricht der nachgewiesene Zusammenhang zwischen Mutationen im NOD2-Gen und dem Auftreten des Morbus Crohn.


Wie äußert sich Morbus Crohn?

Typische Symptome des Morbus Crohn sind Bauchschmerzen - oft im rechten Unterbauch - und Durchfälle. Auch Fieber, Gewichtsverlust und rektale Blutungen können die Krankheit begleiten.

Einige der Betroffenen leiden darüber hinaus unter Symptomen außerhalb des Magen-Darm-Trakts - dazu gehören Gelenkschmerzen, Fettleber und Hautprobleme. Bei Kindern mit Morbus Crohn kommt es oft zu Wachstumsstörungen.


Wie wird Morbus Crohn diagnostiziert?

Oft ist es schwierig, Morbus Crohn von anderen entzündlichen Darmerkrankungen abzugrenzen. Eine Kombination von mehreren Untersuchungsmethoden macht jedoch meist eine zweifelsfreie Diagnose möglich. Dazu gehören unter anderem:


  • Laboruntersuchungen des Bluts: Bei vielen Betroffenen sind die Entzündungsparameter im Blut deutlich erhöht, außerdem lässt sich so ein Mangel an Vitaminen und Spurenelementen oder eine Anämie nachweisen.
  • Stuhluntersuchungen zur Abgrenzung von ansteckenden Entzündungen des Darms
  • Ultraschalluntersuchungen (Sonographie) zur Diagnose von Abszessen oder Fisteln
  • Magen- oder Darmspiegelungen
  • Magnetresonanztomographien
  • Untersuchungen von Gewebeproben der Darmschleimhaut

Wie kann Morbus Crohn behandelt werden?

Grundsätzlich unterscheidet man bei der Therapie des Morbus Crohn zwischen der Schubtherapie und der Remissionserhaltung. Ziel der Schubtherapie ist es, die akuten Symptome eines Schubs zu lindern. Mit der remissionserhaltenden Therapie soll die Zahl der Schübe verringert und damit die Zeit der Beschwerdefreiheit verlängert werden.

Bei einem akuten Schub werden üblicherweise entzündungshemmende Medikamente verordnet (5-Aminosalizylat, Budesonid, Azathioprin oder Kortisonpräparate). Zur Remissionserhaltung werden Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems (Azathioprin, 6-Mercaptopurin oder Methotrexat) oder TNF- -Blocker (Infliximab) eingesetzt. In bestimmten Fällen kann die operative Entfernung betroffener Darmabschnitte sinnvoll sein, zum Beispiel bei:


  • Unverträglichkeit anderer Therapieformen
  • Darmverengungen (Stenosen)
  • Fehlentwicklung von Gewebe (Dyplasien)
  • Fisteln oder Abszessen

Bei Ernährungsdefiziten - insbesondere bei Kindern mit Wachstumsstörungen - kann die Ernährung über eine Magensonde oder mit der so genannten "Astronautenkost" sinnvoll sein.

Grundsätzlich ist zu betonen, dass die Therapie bei jedem Erkrankten individuell festgelegt werden muss. Betroffene mit längerer Krankheitsgeschichte wissen selbst oft sehr gut, welche Therapie in welcher Dosis ihre Beschwerden effektiv lindert.


Wie ist die Prognose des Morbus Crohn?

Bei Morbus Crohn handelt es sich um eine chronische Erkrankung, für die es bisher keine Heilmethode gibt. Trotz hoher Wiederauftrittswahrscheinlichkeit kommen jedoch viele Betroffene gut mit der Krankheit zurecht und führen ein ganz normales Leben.


Wie kann man Morbus Crohn vorbeugen?

Da die Ursachen des Morbus Crohn nicht zweifelsfrei geklärt sind, ist auch eine Vorbeugung entsprechend schwierig. Nachgewiesen ist, dass Stressbelastungen zu einer Aktivierung der Krankheit führen können, weshalb Betroffene einen stressreduzierter und entspannungsorientierter Lebensstil bevorzugen sollten.


Wenn Sie weitere Fragen haben, können Sie sich zum Beispiel an die Experten der Magen-Darm-Expertenrat auf der Gesundheitsberatung wenden.

Quellen:
Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten in Konsens mit der Deutschen Gesellschaft für Pathologie: Diagnostik und Therapie des Morbus Crohn. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 021/004 (Stand: 01/2003)
Medline Plus, U.S. National Library of Medicine: Crohn's Disease. (Stand: 06/2008) (http://www.nlm.nih.gov/medlineplus/crohnsdisease.html)
U.S. Food and Drug Administration: Facts about Crohn's Disease. (Stand: 05/2008) (http://www.fda.gov/consumer/updates/crohnsdisease011508.html)

 

Autor: Constanze Wolff 
Letzte Änderung am: 12.02.2009
 
Tipp