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Mumps

Fieber und Mattigkeit sind typische Symptome für eine beginnende Mumpserkrankung

Fieber und Mattigkeit sind typische Symptome für eine beginnende Mumpserkrankung
(Quelle: BananaStock)

Mumps (Parotitis epidemica), umgangssprachlich auch Ziegenpeter genannt, ist eine weltweit verbreitete, hoch ansteckende Kinderkrankheit. Die Krankheit wird durch ein Virus (Paramyxo-Virus) ausgelöst. Charakteristisch für Mumps sind schmerzhafte Schwellungen der Ohrspeicheldrüse. Durch die Impfung gegen Mumps und die Impfempfehlungen der ständigen Impfkommission (STIKO) ist die Zahl der Mumpserkrankungen in Deutschland stark gesunken.


Wie wird Mumps verursacht?

Verursacht wird Mumps durch das Paramyxo-Virus, dessen einziger Träger der Mensch ist. Der Erreger kann per Tröpfchen- oder Schmierinfektion übertragen werden, wobei eine Ansteckung über eine Schmierinfektion selten vorkommt. Etwa ein Drittel der Personen, die sich mit Mumpsviren angesteckt haben, erkrankt nicht sichtbar und entwickelt keine Symptome. Dennoch können diese Personen andere Menschen anstecken. Die Inkubationszeit dauert in der Regel 14 bis 25 Tage.


Was sind die Symptome einer Mumpserkrankung?

Die typischen Symptome bei Mumps sind anfangs Mattigkeit, Fieber, Hals- und Ohrenschmerzen sowie Kopf- und Gliederschmerzen. Somit ähnelt die Erkrankung zu Beginn eher einem grippalen Infekt oder harmlosen Schnupfen. Innerhalb von zirka ein bis drei Tagen kommt es zur für Mumps typischen schmerzhaften Schwellung der Ohrspeicheldrüse. Die Schwellung liegt vor oder unterhalb des Ohrs, sodass die Wange und der obere Teil des Halses deutlich anschwellen. Kauen, Beißen und Schlucken sind oft unangenehm bis schmerzhaft. Die Mundschleimhaut kann sich entzünden und oft ist der Ausgang der Ohrspeicheldrüse auf der Wangeninnenseite entzündet und als dunkelroter Punkt deutlich sichtbar. In 75 Prozent der Fälle kommt es zu einer beidseitigen Schwellung.

Eine Mumpserkrankung kann sich auf die Bauchspeicheldrüse ausweiten, sodass während oder nach dem Infekt Symptome wie Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen auftreten. Andere Drüsen, wie Tränen- oder weitere Speicheldrüsen, können sich entzünden. Sehr selten erkranken Betroffene an einer Hirnhaut- oder Gehirnentzündung. Kommt es nach der Pubertät zu einer Mumpserkrankung, kann der Betroffene in seltenen Fällen an einer Hoden- oder Eileiterentzündung erkranken.


Diagnose einer Mumpserkrankung

Da es nach Ausbruch der Krankheit in der Regel relativ schnell zur typischen Gesichtsschwellung kommt, ist Mumps leicht als solcher zu erkennen. Der behandelnde Arzt stellt die genaue Diagnose mittels Untersuchung der Mundhöhle und befragt den Betroffenen zur bisherigen Krankengeschichte (Anamnese). Wenn die Krankheit ohne die typischen Anzeichen verläuft, wird das Blut des Betroffenen auf die Bildung von Antikörpern untersucht, die einen Hinweis auf eine Mumpserkrankung geben.

Treten im Laufe der Erkrankungen Symptome auf, die auf eine Infektion anderer Drüsen oder Organe hindeuten, sollte baldmöglichst ein Arzt aufgesucht werden, da es ansonsten zu gefährlichen Komplikationen kommen kann, die zu Langzeitschäden führen können.


Wie wird Mumps behandelt?

Bei der Therapie von Mumps steht die Behandlung der Symptome im Vordergrund, da die Erkrankung dann normalerweise bereits ausgebrochen ist. Betroffene sollten auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Da durch die Schwellung der Ohrspeicheldrüsen das Kauen und Schlucken behindert wird und schmerzhaft ist, empfiehlt es sich, Speisen nur in flüssiger oder breiiger Form zu sich zu nehmen. Suppen, Kartoffelbrei, Joghurt, Quark und ähnliche, weiche Nahrung ist leicht zu schlucken. Ein Strohhalm kann ebenfalls die Nahrungsaufnahme erleichtern. Die meisten Betroffenen empfinden warme Umschläge an der Schwellung als Linderung, gelegentlich ist Kühle angenehm. Auf Mundhygiene sollte besonders geachtet werden, denn Mundspülungen und regelmäßiges Zähneputzen fördern den Heilungsprozess der Entzündung. Bei Fieber können Wadenwickel und fiebersenkende Zäpfchen helfen. Starke Schmerzen durch die Schwellung können mit einem Schmerzmittel behandelt werden.

Bettruhe ist bei einer Mumpserkrankung nicht dringend erforderlich. Betroffene sollten sich schonen, können allerdings zum Beispiel Spaziergänge an der frischen Luft unternehmen, die den Stoffwechsel anregen.


Wie verläuft Mumps?

Mumps hat einen typischen Verlauf. Die Inkubationszeit beträgt zwischen 14 und 23 Tage. Sobald Mumps ausgebrochen ist, kommt es zu Symptomen, die einer Grippe ähneln. Betroffene fühlen sich matt und kraftlos und leiden unter Gliederschmerzen und Fieber. In den ersten drei Tagen kommt es zur Entzündung der Ohrspeicheldrüse, das Gewebe ringsherum schwillt an. In den meisten Fällen schwillt auch die andere Seite des Halses an. Die Schwellung ist druckempfindlich bis schmerzhaft und erschwert kauen und schlucken. Nach fünf bis acht Tagen gehen Fieber und Schwellung zurück, auch die übrigen Symptome klingen ab.

In der Regel verläuft eine Mumpserkrankung ohne weitere Komplikationen. Gelegentlich kann sich die Erkrankung jedoch auf die Bauchspeicheldrüse ausdehnen. Betroffene weisen in dem Fall Symptome wie Bauchschmerzen, Erbrechen und Übelkeit auf. Kommt es in sehr seltenen Fällen zu einer Hirnhautentzündung, so äußert sich diese in starken Kopfschmerzen, steifem Nacken, Übelkeit, Erbrechen und einer verstärkten Empfindlichkeit gegenüber Licht und Geräuschen. Bei Personen, die nach der Pubertät an Mumps erkranken, kann es in wenigen Fällen zu einem Hodenhochstand, einer Hoden- oder Eierstockentzündung kommen. Diese können zu lebenslanger Sterilität führen, wenn sie nicht behandelt werden. Im Falle einer solchen Komplikation sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden.

Nach überstandener Mumpserkrankung ist man normalerweise lebenslang immun. Zweitinfektionen können vorkommen, sind aber relativ selten.


Kann einer Mumpserkrankung vorgebeugt werden?

Die bestmögliche Art einer Mumpserkrankung vorzubeugen, ist die Impfung im Kindesalter. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine Kombinationsimpfung gegen Mumps, Masern und Röteln (MMR) ab dem 12. Lebensmonat sowie eine Überprüfung und, wenn nötig, eine Vervollständigung des Impfschutzes zwischen dem 15. und 23. Lebensmonat.

Personen, die nicht gegen Mumps geimpft sind, wird eine Impfung empfohlen, vor allem wenn sie in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen oder Kindergärten arbeiten.

Quellen:
Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am RKI / Stand: Juli 2007, Epidemiologisches Bulletin 30/2007, S. 268
Herold, G. (Hrsg.): Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2007
Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. Walter de Gruyter GmbH & Co. KG, Berlin 2007
Ratgeber Infektionskrankheiten: Mumps (Parotitis epidemica), Robert Koch-Institut, Berlin. (Stand: 25.08.2006)

 

Autor: Sarah Liebigt 
Letzte Änderung am: 15.10.2013
 
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