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Nasenpolypen (Polyposis nasi)

Nasenpolypen können die Atmung erheblich erschweren und so zu Schlafstörungen führen

Nasenpolypen können die Atmung erheblich erschweren und so zu Schlafstörungen führen
(Quelle: DAK/Wigger)

Bei Nasenpolypen handelt es sich um gutartige Wucherungen der Nasenschleimhaut, insbesondere im Bereich der mittleren Nasenmuschel. Auch die Nasennebenhöhlen können betroffen sein.

Die meisten Menschen haben Nasenpolypen, ohne es zu bemerken. Aus diesem Grund müssen sie nur dann behandelt werden, wenn die Wucherungen Beschwerden bereiten.


Wodurch werden Nasenpolypen verursacht?

Die Ursache von Nasenpolypen ist bis heute nicht restlos geklärt. Oft entwickeln sie sich nach Infekten der Nasenschleimhaut und bilden sich in manchen Fällen wieder von selbst zurück. Einen deutlichen Zusammenhang scheint es darüber hinaus mit Asthma bronchiale zu geben, da bis zu vierzig Prozent aller Asthmatiker Nasenpolypen entwickeln. Auch eine Schiefstellung der Nasenscheidewand, die unter Umständen zu chronischen Entzündungen der Nasenschleimhäute führt, kann zur Bildung von Nasenpolypen beitragen.

Deutlich ist ebenso ein Zusammenhang mit der Mukoviszidose, die sehr häufig von Nasenpolypen begleitet wird.


Wie machen Nasenpolypen bemerkbar?

Sind die Schleimhautwucherungen nicht sehr ausgeprägt, bleiben Nasenpolypen oft unbemerkt. Treten Symptome auf, ist in den meisten Fällen durch die Verdickung der Schleimhäute die Nasenatmung behindert. Aufgrund der verschlechterten Belüftung der Nasenhöhlen treten entzündliche Infekte häufig vermehrt auf, die sich über die Nasen- und Stirnhöhlen bis zu den Mittelohrgängen erstrecken können.

Auf diese Weise tragen Nasenpolypen oft zu vermehrten Mittelohrentzündungen bei, die bei Kleinkindern das Hörvermögen stark einschränken und somit auch die Sprachentwicklung stören können. Weitere mögliche Folgen von Nasenpolypen sind Schnarchen, Kopfschmerzen und Schlafprobleme. Zudem ist meist der Geruchssinn eingeschränkt. Oft atmen Menschen mit großen Nasenpolypen mit offenem Mund, was ihre Anfälligkeit für Racheninfekte erhöht.


Wie werden Nasenpolypen festgestellt?

Ersten Hinweis auf Nasenpolypen liefern meist schon die typischen und häufig schon eindeutigen Symptome von Nasenpolypen. Bestätigt wird die Diagnose durch eine einfache und vollkommen schmerzlose Nasenspiegelung beim Hals-Nasen-Ohrenarzt.


Die Behandlung von Nasenpolypen

Schleimhautabschwellende Nasentropfen können verengte Nasenwege zwar ein wenig freier machen, doch lässt sich damit nichts gegen Nasenpolypen ausrichten. Außerdem ist dringend davon abzuraten, Nasentropfen über einen längeren Zeitraum regelmäßig zu benutzen. Abschwellende Mittel trocken die Nasenschleimhaut mit der Zeit aus und machen sie damit anfälliger für Infekte. Außerdem findet ein Gewöhnungseffekt statt, bis die Schleimhäute irgendwann nicht mehr auf die abschwellenden Wirkstoffe reagieren.

Kleine Polypen können mit Nasensprays, die niedrig dosierte Kortisonverbindungen enthalten und nur örtlich wirken, behandelt werden. Diese lassen die Nasenpolypen schrumpfen und können somit die Nasenbelüftung wieder herstellen beziehungsweise verbessern.

Führt die Behandlung mit Kortison zu keinem befriedigenden Ergebnis, kann es nötig sein, die Nasenpolypen operativ zu entfernen. Die Operation findet im Allgemeinen in Vollnarkose statt. Dabei werden die Operationsinstrumente durch die Nasenöffnung eingeführt und die Polypen mittels einer Schlinge vorsichtig abgetragen.


Verlauf

Da Nasenpolypen in vielen Fällen keine Beschwerden bereiten, bedürfen sie oft keiner Behandlung. Treten Belüftungs- oder Atemprobleme auf, lassen sich mit örtlich wirkenden Kortikosteroiden gute Erfolge erzielen. Anderenfalls können Nasenpolypen meist auch ohne Probleme operativ entfernt werden.

Werden mögliche Grunderkrankungen nicht behandelt, die häufig mit Nasenpolypen einhergehen, etwa Asthma bronchiale, Heuschnupfen oder eine chronische Nebenhöhlenentzündung (Sinusitis), treten Nasenpolypen nach einer erfolgreichen Behandlung häufig erneut auf.


Wie kann man vorbeugen?

Eine Vorbeugung im engeren Sinn ist bei Nasenpolypen nicht möglich. Einzig die sorgsame Behandlung möglicher Grunderkrankungen, die häufig zu Nasenpolypen führen, etwa Asthma bronchiale, Heuschnupfen, chronische Nebenhöhlenentzündung (Sinusitis) oder eine Schiefstellung der Nasenscheidewand, kann dazu beitragen, dass sich Nasenpolypen entweder nicht bilden oder keine nennenswerten Beschwerden verursachen.


Sie haben weitere Fragen zum Thema Nasenpolypen? Dann wenden Sie sich an den Hals-Nasen-Ohren-Expertenrat.

Quellen:
Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI): Diagnose und Therapie der Sinusitis und Polyposis nasi. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 061/015 (Stand: August 2007)

 

Autor: Peter Gelhard 
Letzte Änderung am: 25.01.2011
 
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