Naturmedizin - was ist das?
Unter Naturmedizin (Naturheilkunde) versteht man im engeren Sinne eine Medizin, bei der die Ausgangssubstanzen, die für die medikamentöse Therapie verwendet werden, aus Heilpflanzen gewonnen werden.
Drei gesetzlich anerkannte
Therapierichtungen
Innerhalb der heute anerkannten
Medizin sind neben der Phytotherapie (Naturmedizin), die im
Bereich der Schulmedizin ihren Platz hat, desweiteren die Homöopathie und die Anthroposophische Medizin als
erstattungsfähige besondere Therapierichtungen (nach § 31
des SGB V) anerkannt.
Pflanzliche Medikamente in der
Naturmedizin
Während die derzeitigen
Bemühungen der Medizin sich überwiegend auf neuartige und
zum Teil völlig neu und synthetisch hergestellte Medikamente
konzentriert, die mitunter kaum eine Ähnlichkeit zu
natürlichen Substanzen haben, verlegt sich die Naturmedizin
bewusst auf die Entwicklung und Verbesserung wirksamer Medikamente
aus Heilpflanzen. Eine der zugrunde liegenden Ideen für dieses
Vorgehen besteht darin, dass die Naturheilkunde mitunter auf
Jahrhunderte alte Erfahrungen zurückblicken kann und somit
gänzlich unerwartete und womöglich schwerwiegende
Nebenwirkungen weniger zu erwarten sind als bei komplett neu
synthetisierten Substanzen.
Grenze zwischen Schulmedizin und
Naturmedizin
Eine Grenze zwischen der Schulmedizin
und Phytotherapie (Naturmedizin) ist nicht vorhanden. Dies kann man
sehr deutlich an hochwirksamen pflanzlichen Präparaten sehen,
wie zum Beispiel beim Weißdorn, der als pflanzliches
Arzneimittel in der Schulmedizin ein gängiges Präparat
gegen Herzinsuffizienz ist.
Therapien zwischen Medizin, Psychologie und
Pädagogik
Neben den oben genannten Therapien
gibt es eine Fülle so genannter "alternativer" medizinischer
Heilverfahren, die zum Teil sehr kontrovers diskutiert werden
und uns mehr oder weniger fremdartig erscheinen oder für unser
westliches Denken manchmal kaum nachvollziehbar sind - wie zum
Beispiel die Akupunktur, Bioresonanz-Therapie, u.a.m. Zahlreiche dieser
"alternativen" Therapien liegen darüber hinaus im Grenzbereich
zwischen Medizin und Pädagogik, wie zum Beispiel die Ergotherapie oder das therapeutische
Reiten. Des weiteren gibt es Therapien mit
künstlerisch-medizinischem Hintergrund wie die Mal- und
Musiktherapie und Therapien mit psychologisch-sozialer Betonung,
wie die Verhaltenstherapie und die Psychoanalyse.
Wirkungsweisen der Naturmedizin
Die Wirkweise von Naturmedizin ist so unterschiedlich wie die Therapieformen.
Anthroposophische
Medizin
Die anthroposophische Medizin geht auf die Lehre von
Rudolf Steiner (1861-1925) zurück. Sie sieht
sich als geisteswissenschaftliche Erweiterung der
naturwissenschaftlichen Medizin und wird nur von approbierten
Ärzten ausgeübt. Die anthroposophische Medizin betrachtet
den Menschen als viergliedriges Wesen, bestehend aus: physischem
Leib, Ätherleib (Lebensleib), Astralleib (Seele) und Ich
(Geist). Wenn die Balance der vier Wesensglieder gestört ist,
entstehen Krankheiten. Ziel der anthroposophischen Medizin ist es,
die verlorene Harmonie der Wesensglieder wiederherzustellen.
Arzneimittelfindung,
-zubereitung und -anwendung basieren auf dem anthroposophischen
Menschen- und Naturverständnis.
Neben den Medikamenten, die für die anthroposophische Medizin
entwickelt werden, gehört zur Therapie auch therapeutisches
Plastizieren, therapeutisches Malen, therapeutische
Sprachgestaltung, Musik- und Gesangstherapie sowie die
Heileurythmie als eine neu in die Medizin eingeführte
Bewegungstherapie. Hinzu kommt die rhythmische Massage, rhythmische
Einreibungen sowie eine Vielzahl sehr wirksamer äußerer
Anwendungen in der Krankenpflege.
Homöopathie
Die
homöopathische Behandlung hat zum Ziel, die
Selbstheilungskräfte des Menschen zu aktivieren. Die
Homöopathie basiert auf der sogenannten
Ähnlichkeitsregel: "Ähnliches möge durch
Ähnliches behandelt werden". Dies bedeutet, dass der
Behandelnde die Arznei für einen Patienten aussucht, die beim
gesunden Menschen die gleichen Symptome der Erkrankung
hervorbringt, wenn er diese Substanz zu sich genommen hat.
In der Homöopathie spielt die Substanzmenge (Dosierung)
eigentlich keine große Rolle, da es bei der
homöopathischen Medizin nicht auf die Zuführung der
Substanz selbst ankommt, sondern auf deren Gehalt (Information),
der mittels Verdünnung (der so genannten Potenzierung)
hervorgerufen wird.
Phytotherapie
Phytotherapie ist die Therapierichtung, in der Phytopharmaka,
pflanzliche Medikamente, zur Heilung von Krankheiten eingesetzt
werden. Pflanzliche Medikamente (Phytopharmaka) sind Arzneimittel, die als
arzneilich wirksame Stoffe Pflanzen,
Pflanzenteile oder
Pflanzenbestandteile in bearbeitetem oder
unbearbeitetem Zustand enthalten und die im Sinne einer
naturwissenschaftlich orientierten Medizin eingesetzt werden.
Phytopharmaka wirken nicht prinzipiell anders als die
schulmedizinischen Medikamente.
Andere naturheilkundliche
Maßnahmen
Die Wirksamkeit zahlreicher
anderer naturheilkundlicher Maßnahmen (wie zum Beispiel
Akupunktur, Farbtherapie) ist in
vielen Einzelheiten bis heute unerforscht. Dennoch gewinnen ihre
positiv regulierenden Eigenschaften zunehmend große Bedeutung
in unserem Alltag.
Sie haben weitere Fragen zum Thema Naturheilkunde oder konkreten Anwendungen? Wenden Sie sich an Prof. Dr. med. Josef Beuth auf QualiMedicPlus.
Autor: Qualimedic.de
Letzte Änderung am: 14.04.2008
