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Juristische Aspekte

Die Grundsätze der medizinischen Versorgung bestimmt das fünfte Sozialgesetzbuch (SGB V). Empfehlungen und Richtlinien für die Erstattungsfähigkeit bestimmter Medikamente oder Therapieverfahren erstellen die Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft und der Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen.
Sie werden im Arzneimittelgesetz (AMG) oder den Arzneimittelrichtlinien (AMR) festgehalten. Häufig handelt es sich um Kann-Bestimmungen, die so oder so ausgelegt werden können.

Freiräume der Krankenkassen
Krankenkassen können grundsätzlich viele unkonventionelle Heilmittel oder Heilverfahren erstatten, zumindest solche, die nicht ausdrücklich von der Verordnungsfähigkeit ausgenommen sind. Urteile, Bestimmungen und Sparmaßnahmen haben zwar die Verordnung von Heilmitteln aus dem Bereich der Naturheilverfahren und anderer unkonventioneller Medizin und deren Kostenerstattung zumindest teilweise eingeengt. Krankenkassen haben jedoch Freiräume, in denen sie nach eigenem Ermessen handeln können. Diesen Freiraum nut

Die Kostenerstattung in der Naturheilkunde, also für Phytopharmaka (Pflanzliche Arzneimittel), anthroposophische und homöopathische Arzneimittel ist im fünften Sozialgesetzbuch (SGB V) festgelegt. Jeder krankenversicherte Kassenpatient hat

  • einen Anspruch auf Krankenbehandlung,
    wenn diese notwendig ist, um eine Krankheit zu erkennen und zu heilen und

  • einen Ansprunch auf Versorgung mit notwendigen Arzneimitteln,
    soweit diese nicht durch die sogenannte Negativliste nach §34 Abs. 1 SGB V ausgeschlossen wurden.

Wann wird ein Medikament von der Kasse bezahlt?
Eine Differenzierung hinsichtlich der Erstattungsfähigkeit zwischen zugelassenen Phytopharmaka und zugelassenen chemisch-definierten Arzneimitteln kennt das Gesetz nicht. Neben der Phytotherapie (mit den pflanzlichen Arzneimitteln) sind gegenwärtig die Homöopathie und die anthroposophische Medizin als besondere Therapierichtungen der Naturheilkunde gesetzlich anerkannt und die entsprechenden Medikamente werden, sofern sie von einem Arzt "bedarfsgerecht, ausreichend und zweckmäßig" verordnet werden, von den Kassen erstattet.

Qualitätsprüfung
Als Bestandteil der naturwissenschaftlich fundierten Schulmedizin müssen Phytopharmaka - ebenso wie chemisch-definierte Arzneimittel - die Anforderungen an Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit nach dem Arzneimittelgesetz erfüllen.

Die oben genannten Hinweise gelten nur, wenn ein Arzt Ihnen Naturheilmittel verschreibt. Anders liegt der Fall meist, wenn Sie zu einem Heilpraktiker gehen. Wie die Kostenerstattung dann geregelt ist, lesen Sie hier.

zen die Krankenkassen sehr unterschiedlich. Während einige die Bestimmungen eng auslegen, erstatten andere großzügiger.
Es lohnt sich daher immer im Einzelfall mit der Krankenkasse um die Übernahme von Kosten nicht schulmedizinischer Therapien zu ringen.

Wirtschaftlich, zweckmäßig, notwendig
Die grundsätzlichen Voraussetzungen für eine Kostenübernahme sind: Die Verordnung muss wirtschaftlich, zweckmäßig und notwendig sein.

  • Wirtschaftlichkeit
    Die Wirtschaftlichkeit der meisten Mittel und Verfahren aus der Natur- und Erfahrungsheilkunde, zumindest für die bekannten Verfahren mit einem langen Erfahrungsschatz, kann kaum angezweifelt werden.

  • Zweckmäßig und notwendig
    Ob eine Therapie "zweckmäßig" oder "notwendig" ist, wird sehr subjektiv bewertet und wirft dann häufig auch die Frage nach der Wirksamkeit auf.

Verordnungsfähig
Durch den Gesetzgeber sind verschiedene Heilmittel oder Heilmethoden pauschal anerkannt und in die Regelversorgung der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen worden. Dazu gehören:

Diese Arzneimittel können wie alle anderen Medikamente verordnet und erstattet werden. Die Krankenkassen dürfen die Verordnung in Ausnahmefällen ablehnen, etwa wenn die Verordnung als nicht zweckmäßig angesehen wird.


Zusatzbezeichnungen für Ärzte

Immer mehr Ärzte interessieren sich für Zusatzbezeichnungen im Zusammenhang mit Naturheilverfahren, zum einen um ihr Wissensspektrum zu erweitern, zum anderen aber auch, um ihren Patienten und Patientinnen qualitätsvolle Medizin anzubieten. Die Kosten vieler Naturheilverfahren, ausgenommen die

werden nicht generell von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, weil der wissenschaftliche Wirkungsnachweis nicht erbracht wurde. Dennoch wünschen viele Patienten "alternative" Heilmethoden, die der Arzt als geschäftstüchtiger Unternehmer dann auch gerne anbietet.

Zusatzbezeichnungen
Gut ein Drittel aller niedergelassenen Ärzte beziehen inzwischen naturheilkundliche Verfahren in ihre Behandlung mit ein. Es gibt zwei Bezeichnungen, die Sie auch als Zusatzbezeichnungen auf einigen Arztschildern sehen können.

  • Homöopathie,

  • Naturheilverfahren

Die Gesellschaft anthroposophischer Ärzte in Deutschland hat beschlossen, in Zukunft auch eine Zusatzbezeichnung für entsprechend ausgebildete Ärzte zu vergeben. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gibt es Dozenturen bzw. Professuren für anthroposophische Medizin an drei Universitäten: San Francisco/USA, Hamburg/Deutschland und Bern/Schweiz. Darüber hinaus gibt es Vorlesungstätigkeit an mehreren Universitäten innerhalb und außerhalb Europas. Es sollte darauf hingearbeitet werden, an allen Universitäten Lehrstühle für Komplementärmedizin einschließlich anthroposophischer Medizin zu errichten.


Kostenerstattung

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 04.12.2007
 
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