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Mammografie für alle Frauen

Deutsche Krebshilfe begrüßt Gesetzesantrag der Bundesregierung
Die Bundesregierung will ein Mammografie-Gesetz auf den Weg bringen. Das teilte die Deutsche Krebshilfe in der vergangenen Woche mit. Damit wird den Frauen in Deutschland endlich ein qualitätsgesichertes Brustkrebs-Früherkennungsprogramm angeboten.

Zur frühzeitigen Erkennung von Tumoren in der Brust ist die Mammografie das Mittel der Wahl. Regelmäßige Mammografien zur Krebsvorsorge sind erst ab einem gewissen Alter sinnvoll, sollten dann aber standardmäßig jedes Jahr vorgenommen werden ("Screening") - bei gesunden Frauen. Das ist die Auffassung vieler Frauenverbände, Selbsthilfegruppen und Brustkrebs-Initiativen, allen voran die Deutsche Krebshilfe. Sie legen besonderen Wert darauf, dass die Mammografie allein nicht genügt: ein Mammogramm muss die richtige Qualität haben und es muss vom Arzt auch korrekt interpretiert werden können. Hier gibt es in Deutschland Defizite.

Kernforderungen des Gesetzesantrages sind die Einführung eines flächendeckenden qualitätsgesicherten Mammografie-Screening nach Europäischen Leitlinien, die Etablierung einer externen Qualitätsüberwachung, die Sicherung der Qualität der Brustkrebs-Behandlung und die Einführung eines vollständigen, flächendeckenden Krebsregisters. Diese Kernpunkte decken sich mit den Forderungen, die bereits im Juli vergangenen Jahres vom Diskussionsforum der Frauen-Initiativen veröffentlicht wurden.

"Die Politik hat erkannt," so Eva Kalbheim-Gapp von der Deutschen Krebshilfe, "wie drängend das Brustkrebs-Problem ist. Wenn Experten, Politiker, Patientinnen und interessierte Frauen nun eng zusammen arbeiten, können die geplanten Neuerungen rasch in die Tat umgesetzt werden."


Sofortprogramm zur Qualitätssicherung

Mit einem Sofortprogramm soll die Qualität der Mammografie in Deutschland verbessert werden. Darauf haben sich Ärzte und Krankenkassen verständigt. Zum 1.10.01 sollen neue vertragliche Regelungen in Kraft treten. Das teilte die Kassenärztliche Bundesvereinigung in Köln jetzt mit. Von den Ärzten, die Mammografien durchführen und abrechnen, werden dann besondere Qualifikationen gefordert.

Drei Aspekte
Alle Ärzte, die Mammografien durchführen und abrechnen wollen, müssen sich künftig einer Prüfung unterziehen. Auf diese Weise soll sicher gestellt werden, dass sie in der Lage sind, diese Aufnahmen einerseits optimal durchzuführen, und dass sie sie andererseits auch korrekt interpretieren können.
Jedes Jahr bekommen die mammografierenden Ärzte eine Fallsammlung vorgelegt, die sie beurteilen müssen. So weisen sie nach, dass sie "in Übung" sind und auf dem aktuellen Kenntnisstand.
Ferner sind Kontrollen in den Praxen vorgesehen.
Ärzte, die diesen strengen Kriterien nicht genügen, können keine Mammografien bei der Krankenkasse abrechnen.

Ab 2003: Mammografie-Screening in Deutschland
Qualitätssicherung ist in der Mammografie von entscheidender Bedeutung. Die Bilder müssen in optimaler Qualität hergestellt und korrekt interpretiert werden. Für ein flächendeckendes Mammografie-Screening zur Brustkrebs-Früherkennung muss außerdem eine optimale Weiterversorgung gewährleistet sein (Qualität beim Screening).
Vor einigen Wochen liefen zwei Projekte an, in denen Frauen ab fünfzig regelmäßige Vorsorge-Mammografien angeboten werden. Diese Projekte dienen als Test für das für 2003 geplantes bundesweite Mammografie-Screening. Nach Einschätzung von Experten können 3000 Brustkrebstode pro Jahr in Deutschland verhindert werden - vorausgesetzt, die Qualität stimmt.


Screening: Projekte in Bremen und Wiesbaden gestartet

Alle Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren, die in Wiesbaden und im angrenzenden Rheingau-Taunus-Kreis leben, werden in den nächsten Tagen und Wochen eine Einladung zu einer besonderen Brustkrebs-Vorsorgeuntersuchung bekommen: Das Modellprojekt Mammografie-Screening ist angelaufen.

Es handelt sich um ein gemeinsames Projekt der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, der Krankenkassen, des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg sowie der niedergelassenen Ärzte und der beteiligten Frauenkliniken. Ziel ist es, Aufschluss darüber zu gewinnen, wie ein flächendeckendes Mammografie-Screening zur Früherkennung von Brustkrebs in Deutschland umgesetzt werden kann. Es gilt als erwiesen, dass eine solche systematische Vorsorge die Qualität der Brustkrebs-Früherkennung in der Altergruppe der 50- bis 69-jährigen Frauen erhöht und so die Todesrate senkt. Bisher wird eine Mammografie nur dann bezahlt, wenn es bereits Hinweise auf eine Erkrankung gibt.
Eine besondere Rolle spielt die Qualitätskontrolle: Nur Ärzte und Radiologen, die über große Erfahrung im Umgang mit Mammografien verfügen und auch ständig im Training bleiben, sind im Modellprojekt aktiv. Die "Europäischen Leitlinien für die Qualitätssicherung des Mammografie-Screenings" sind hier maßgeblich.

Voraussetzung für den Erfolg des Modellprojektes ist eine hohe Beteiligung der angesprochenen Frauen. Ziel ist die Teilname von mindestens 70 Prozent der rund 33.000 Frauen in Wiesbaden und rund 21.000 Frauen im Rheingau-Taunus-Kreis. Das Projekt wird im Wesentlichen von den Krankenkassen finanziert. Außer in Wiesbaden entstand im Rahmen des Projektes bereits ein Screening-Zentrum in Bremen. Im Gebiet Weser-Ems in Niedersachen wird bald das dritte eröffnet. Weitere sollen folgen.


Abbildung Mammografie

Mammografie (Abbildung)
Für eine Mammografie wird die Brust zwischen zwei Platten gelegt:

Von oben kommt die Röntgenstrahlung, auf der unteren Platte entsteht die fotografische Aufnahme. Nur der Teil der Brust, der sich zwischen den Platten befindet, ist im Mammogramm sichtbar.


MR-Elastographie

Die MR-Elastografie der Brust ist ein neu entwickeltes Verfahren, das die Diagnose von Brustkrebs in Zukunft erheblich verbessern soll. Es eignet sich gut um zwischen gut und bösartigen Brusttumoren zu unterscheiden, so dass in Zukunft unnötige Operationen oder Biopsien vermindert werden könnten.

Die MR-Elastographie baut auf herkömmlichen Verfahren auf
Grundlage der MR-Elastographie ist die Magnet-Resonanz-Tomographie (MR), die eingesetzt wird, wenn man mit herkömmlichen Verfahren wie Mammografie, Brust-Ultraschall oder Biopsie keinen eindeutigen Befund bekommen hat. Mit Hilfe der MR, die nicht mit Röntgenstrahlen arbeiten, können Ärzte bisher schon zwischen gutartigen und bösartigen Tumoren unterscheiden. Die Untersuchung ist aber teilweise nicht aussagekräftig genug.
Die MR-Elastographie, die in den Forschungslaboratorien von Phillips entwickelt wurde, berücksichtigt weitere Besonderheiten bei Brustkrebs, die die Diagnosemöglichkeit erweitern und die Sicherheit des Befundes stärken. Die Methode ermöglicht es, die Elastizität (Beschaffenheit und Dehnbarkeit) des Gewebes als weiteres Kriterium in die Beurteilung mit einzubeziehen. Bösartige Tumore wachsen meist ungehemmt in das umgebende Gewebe hinein und weisen eine andere Elastizität als gutartiges Gewebe auf. Mit Hilfe der MR-Elastografie soll in Zukunft unnötige Operationen oder Biopsien der Brust vermindert werden. Mit dem Verfahren kann die gesamte Brust und auch die Lymphgefäße in der Achsel untersucht und beurteilt werden. Die Untersuchung ist schmerzfrei und erfasst auch ganz kleine Knoten oder sehr versteckte Knoten, die mit normalen Untersuchungsmethoden häufig nicht gefunden werden.

Verfahren derzeit noch in Erprobungsphase
Die MR-Elastographie wird derzeit in Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik in Eppendorf, Hamburg (UKE) und der Universitätsklinik in Bonn an Patientinnen geprüft. Nach Abschluss der zwei-jährigen Erprobungsphase soll das Gerät als eine weitere und sichere Untersuchungsmöglichkeit bei Brustkrebs eingesetzt werden.

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 03.01.2008
 
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