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Botenstoff im Gehirn verantwortlich für saisonale Stimmungstiefs?

Serotonin hat Einfluss auf die Entstehung einer Winterdepression

Der Lichtmangel dunkler Tage kann Depressionen begünstigen

Die dunkle Jahreszeit verusacht bei vielen Menschen Stimmungstiefs oder gar depressive Verstimmungen
(Quelle: PIXELIO/SarahC.)

Wissenschaftler der Universität Toronto, Kanada, haben in einer Studie nachgewiesen, dass die geringere Lichteinwirkung in Herbst und Winter einen Anstieg des Serotonintransports bewirkt.

Serotonin ist ein Hormon und Botenstoff, welcher an dunklen Tagen, wie sie durch Bewölkung verursacht werden oder in der dunklen Jahreszeit die Regel sind, verstärkt in die Nervenzellen transportiert wird. Ein Serotoninmangel im Gehirn ist Wissenschaftlern als möglicher Auslöser einer Depression bereits bekannt.

Die Forscher der kanadischen Universität untersuchten zwischen 1999 und 2003 88 Personen mittels Positronen-Emissions-Tomographie (PET) bezüglich der Frage, ob zwischen einer geringeren Lichteinwirkung und einem erhöhten Wert der so genannten Bindungskapazität ein Zusammenhang besteht. Die Tomographien wurden entweder im Herbst und Winter oder im Frühling und Sommer durchgeführt.

Ein Serotoninmangel im Gehirn wird durch eine erhöhte Bindungskapazität des Serotonintransporters verursacht. Die Positronen-Emissions-Tomographien zeigten, dass die Bindungskapazität bei den im Herbst und Winter untersuchten Personen deutlich höher ist als die der im Frühling und Sommer untersuchten Studienteilnehmer. Je höher der Wert der Bindungskapazität, desto niedriger die Zirkulation von Serotonin im Gehirn. Weiterhin konnten die Wissenschaftler eine direkte Verbindung zwischen dem (erhöhten) Wert der Bindungskapazität und der Zahl an Sonnenstunden pro Tag feststellen.

Somit liefern die Forscher einen Grund für jahreszeitlich bedingte Stimmungstiefs oder depressive Verstimmungen, an denen auch sonst psychisch gesunde Menschen leiden können.

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Praschak-Rieder, N., Willeit, M. et al.: Seasonal Variation in Human Brain Serotonin Transpotert Binding. Archives of General Psychiatry, Vol. 65 (September 2008)

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 08.09.2008
 
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