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Botenstoff der Mutter regt Gehirnreifung des Babys an

Reifung des Gehirns wird durch Signal im mütterlichen Blut angestoßen

Immunzellen der Mutter senden Signal zur embryonalen Gehirnreife

Immunzellen der Mutter senden Signal zur embryonalen Gehirnreife
(Quelle: fStop)

Ein Team von Wissenschaftlern aus Bochum, Magdeburg und Münster konnte in Untersuchungen nachweisen, dass ein Botenstoff, der wichtig für den Reifungsprozess des Gehirns bei Ungeborenen ist, von Immunzellen der Mutter produziert wird.

Bisher gingen Forscher davon aus, dass der Eiweißbotenstoff, der im Gehirn eines Fötus das Wachstum und die Verknüpfung der Nervenzellen anregt, auch dort gebildet wird. Nun konnten sie jedoch nachweisen, dass Immunzellen im Blut der Mutter diesen Eiweißstoff (Peptid-Botenstoff) bilden und er über die Plazenta in den Organismus des Fötus gelangt.

Das Eiweiß (Peptid) mit der Bezeichnung "Y-P30" wird über das Blut der Mutter zum Fötus transportiert und reichert sich in den Neuronen der Großhirnrinde an. Dort wird es über Proteine an der Zelloberfläche gebunden. Diese Verbindungen fördern das Nervenzellwachstum und die Entwicklung von Zellfortsätzen.

Somit ist nachgewiesen, dass der mütterliche Organismus den Fötus nicht nur mit Nährstoffen versorgt, sondern auch direkten Einfluss auf Reifeprozesse einzelner Organe wie dem Gehirn ausübt.

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Landgraf, P., Wahle, P. et al.: The Survival-promoting Peptide Y-P30 Enhances Binding of Pleiotrophin to Syndecan-2 and -3 and Supports Its Neuritogenic Activity. In: Journal of Biological Chemistry, Nr. 283, 05.09.2008

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 15.09.2008
 
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