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Neue Methode hilft bei Diagnose des Schmerzsyndroms

Messung der Hauttemperatur gibt Hinweis auf Erkrankung

Bereits leichte Verletzungen können das chronisch-regionale Schmerzsyndrom verursachen

Bereits leichte Verletzungen können das chronisch-regionale Schmerzsyndrom verursachen
(Quelle: DAK/Schläger)

Das chronisch-regionale Schmerzsyndrom (CRPS) kann durch eine mehrstündige Messung der Hauttemperatur sicherer als mit herkömmlichen Methoden diagnostiziert werden. Zu diesem Ergebnis kommen Schmerzforscher der Ruhr-Universität Bochum. Durch die einfache Hauttemperaturanalyse könnte die schwierige Diagnostik sinnvoll ergänzt und vor allem Fehldiagnosen verhindert werden.

Beim chronisch-regionalen Schmerzsyndrom handelt es sich um eine Erkrankung mit vielen Gesichtern, die jährlich etwa 5.000 Menschen betrifft. Sie kann zu Überempfindlichkeit betroffener Gliedmaßen, bei der bereits leichte Berührungen Schmerzen verursachen können, zu Veränderungen der Haut und Knochen sowie Störungen der Beweglichkeit führen. Als Ursachen gelten schon leichte Verletzungen, Verstauchungen oder Knochenbrüche. Bei über 60 Prozent der Betroffenen kommt es unter anderem zu chronischen Schmerzen, Arbeitsunfähigkeit und häufig zu psychischen Folgeerkrankungen.

Da sich die Erkrankung durch unterschiedliche Symptome bemerkbar macht, war es bislang schwierig, sie eindeutig zu diagnostizieren. Die Forscher unterzogen im Rahmen ihrer Studie Menschen mit CRPS, Menschen mit Schmerzen der Gliedmaßen und eine Kontrollgruppe einer Langzeitmessung der Hauttemperatur. Dabei wurde mittels eines tragbaren Temperaturmessgeräts am erkrankten Körperglied unter Alltagsbedingungen über 7,5 Stunden hinweg minütlich die Temperatur gemessen. Bei der Gruppe mit CRPS konnten im Unterschied zu den beiden anderen Gruppen wesentlich deutlichere Temperaturschwankungen der Haut festgestellt werden.

Nach Aussage der Bochumer ist die neue Messmethode weniger aufwendig und besser dazu geeignet, die Erkrankung zu diagnostizieren, als das bislang verwendete Messverfahren. Sie schlagen vor, die neue Analyse der Hauttemperatur zur Unterstützung der schwierigen Diagnose im klinischen Alltag einzuführen.

Weitere Informationen zum Thema:

In der Schmerz-Expertenrat oder der Expertenrat für chronische Schmerzen können Sie weitere Fragen zu diesem Thema direkt an unsere Experten richten.

Pressemitteilung der Ruhr-Universtität Bochum. Neue Methode hilft Schmerzsyndrom diagnostizieren. 13. Oktober 2008

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 20.10.2008
 
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