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Pumpe birgt Hoffnung für Menschen mit schwerer Spastik

Implantierte Baclofen-Pumpe kann Lebensqualität und Betreuung verbessern

Die Baclofenpumpe transport den Wirkstoff direkt in Rückenmarksnähe

Die Baclofenpumpe transport den Wirkstoff direkt in Rückenmarksnähe
(Quelle: Medtronic)

Wenn es durch einen Unfall oder Schlaganfall zu schweren Hirnschäden kommt, können in der Folge Spastiken auftreten. Diese Muskelkrämpfe treten ebenfalls häufig bei Multipler Sklerose auf. Die so genannte intrathekale Baclofen-Therapie (ITB-Therapie) kann Leiden und Schmerzen Betroffener lindern und die Lebensqualität von Betroffenen und Angehörigen erleichtern.

Der Wirkstoff Baclofen, der zur Wirkstoffgruppe der Muskelrelaxantien gehört, wird von einer in die Bauchdecke implantierten Pumpe abgegeben und durch einen dünnen Schlauch in die unmittelbare Nähe zum Rückenmark transportiert. Im Vergleich zur Tabletteneinnahme von Baclofen sind so nur Hundertstel bis Tausendstel der Wirkstoffmenge notwendig.

Die Pumpe kann vom Arzt individuell programmiert werden. So ist es möglich, die Abgabe des Wirkstoffs an den persönlichen Lebensstil der Betroffenen anzupassen. Dennoch nimmt die optimale Einstellung einige Zeit in Anspruch. Von der Implantation der Pumpe bis zu einer bestmöglichen Einstellung des Geräts können bis zu neun Monate vergehen. Allerdings erleben bis zu 92 Prozent der Betroffenen eine deutliche Verbesserung durch die Baclofen-Pumpe. Manche von ihnen können wieder laufen, Rollstuhl fahren und sich generell selbstständiger bewegen. Betroffene erlangen so einen Teil ihrer Unabhängigkeit zurück, Angehörigen und Pflegefachkräften wird der Umgang mit den Betroffenen erleichtert. Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Übelkeit und Kopfschmerzen fallen im Vergleich zur oralen Wirkstofftherapie wesentlich schwächer aus.

Weitere Informationen zum Thema:

Informationen zur ITB-Therapie von Medtronic

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Fachinformationen der Medtronic GmbH

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 24.10.2008
 
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