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Forscher entdecken Gen für Dickdarmkrebs

Gen fördert Krebswachstum und Bildung von Metastasen

Der Verlauf bei Dickdarmkrebs kann durch eine Genanalyse vorhergesagt werden

Der Verlauf bei Dickdarmkrebs kann durch eine Genanalyse vorhergesagt werden
(Quelle: iStockphoto)

Ob ein Tumor bei Dickdarmkrebs Metastasen bilden wird, lässt sich mithilfe eines Gens, das Krebsforscher des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) und der Charité - Universitätsmedizin Berlin identifiziert haben, mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit vorhersagen.

Die Wissenschaftler untersuchten Gewebeproben. Dabei fanden sie heraus, dass Menschen mit Darmkrebs fünf Jahre nach einer Operation und einer Krebstherapie dann frei von Metastasen waren, wenn sie bei ihrer Erstdiagnose niedrige MACC1-Werte in den Darmtumoren hatten. Bei MACC1 handelt es sich um ein Gen auf dem siebten Chromosom, das nach Einschätzung der Forscher das Krebswachstum und die Bildung von Metastasen begünstigt. Wurden bei der Erstdiagnose hohe MACC1-Werte festgestellt, so war auch die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Tumor nach fünf Jahren gestreut hatte.

Die Bestimmung der Genaktivität könnte in Zukunft dazu beitragen, die Therapie des Dickdarmkrebs stärker zu individualisieren. So könnte beispielsweise entschieden werden, ob bei einem Betroffenen eine intensivere Therapie sinnvoll ist. Die Berliner Wissenschaftler möchten in einem nächsten Schritt nun prüfen, ob das Gen auch Hinweise zum Verlauf anderer Krebserkrankungen geben kann.

Weitere Informationen zum Thema:

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Presseinformation des Max-Delbrück-Cebtrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch: Gen identifiziert, das erstmals frühe Vorhersage von Metastasenbildung bei Dickdarmkrebs erlaubt. 19. Dezember 2008

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 12.01.2009
 
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