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Neue Erkenntnisse zur Entstehung von Lippen-Kiefer-Gaumenspalten

Bonner Forscher finden Hinweise auf genetische Ursachen

Das Stillen mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalte kann am Anfang etwas schwierig sein, ist aber möglich

Das Stillen mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalte kann am Anfang etwas schwierig sein, ist aber möglich
(Quelle: BananaStock)

Bei Menschen mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalte ist häufig eine genetische Variation auf dem Chromosom 8 zu finden. Zu dieser neuen Erkenntnis kamen Wissenschaftler der Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn im Zuge einer Studie.

Lippen-Kiefer-Gaumenspalten sind angeborene Fehlbildungen, die sich durch eine Lücke in der Oberlippe, im Kiefer und zum Teil auch im Gaumen zeigen. Sie entstehen während der Embryonalentwicklung durch eine fehlende oder mangelhafte Verwachsung verschiedener Gewebefortsätze des Gesichts und des Mundraums. Etwa eins von 700 Neugeborenen in Mitteleuropa kommt mit einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte zur Welt. Damit gehört die Erkrankung zu den häufigsten angeborenen Fehlbildungen. Als Ursachen gelten verschiedene Umwelteinflüsse, sowie genetische Faktoren, zu denen bislang jedoch wenig Konkretes bekannt war. Der nun entdeckte Hinweis darauf, dass sich die genetische Ursache der Fehlbildungen auf eine bestimmte Region von Chromosom 8 eingrenzen lässt, wird laut Studienleiterin Dr. Elisabeth Mangold bei einigen Müttern von Betroffenen Erleichterung hervorrufen: "Das ist im Grunde eine gute Nachricht für all diejenigen Mütter von betroffenen Kindern, die sich immer gedacht haben: 'Irgendetwas habe ich falsch gemacht während der Schwangerschaft'. Für seine Gene kann man nämlich nichts".

In ihrer Studie untersuchten die Forscher über 500.000 Informationsschnipsel auf dem Chromosom 8 von 460 Menschen mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalte. Dabei fanden sie heraus, dass betroffene Menschen im Vergleich zu Kontrollpersonen auffällig oft eine bestimmte genetische Variante trugen. Welches Gen nun aber konkret für die Fehlbildung verantwortlich ist, gilt es noch zu ermitteln. Durch ein besseres Verständnis der genetischen Entstehungsmechanismen und deren Zusammenspiel mit Umweltfaktoren soll herausgefunden werden, ob beispielsweise ein Vorbeugen mithilfe von Medikamenten sinnvoll sein könnte.

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Pressemitteilung der Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn: Lippen-Kiefer-Gaumenspalte: Gene wichtiger als gedacht? 8. März 2009

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 23.03.2009
 
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