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Künstliche Befruchtung erhöht Risiko für Geburtsfehler

Neugeborene haben häufiger angeborene Fehlbildungen

Die Künstliche Befruchtung - für viele Paare der einzige Weg zur Erfüllung des Kinderwunschs

Die Künstliche Befruchtung - für viele Paare der einzige Weg zur Erfüllung des Kinderwunschs
(Quelle: BananaStock)

Neugeborene, die mithilfe von Techniken der künstlichen Befruchtung gezeugt wurden, kommen häufiger mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, Herzfehlern oder Defekten des Verdauungstraktes zur Welt. Frühere Untersuchungen ergaben bereits Hinweise auf diesen Zusammenhang, nun bekräftigt und komplettiert eine neue Studie aus den USA die älteren Forschungsergebnisse mit konkreten Zahlen.

In den vergangenen Jahren wurden in Deutschland jährlich mehr als 50.000 künstliche Befruchtungen durchgeführt. In rund 20 Prozent der Fälle führte die Behandlung auch zur Geburt eines Kindes oder sogar zur Geburt von Mehrlingen - keine Seltenheit bei einigen Techniken der künstlichen Befruchtung. Wie amerikanische Forscher nun herausfanden, könnte aber genau diese Tatsache ein Grund für das erhöhte Risiko angeborener Fehlbildungen bei Kindern sein, die mithilfe der künstlichen Befruchtung gezeugt wurden. Besonders bei Mehrlingen kommen Fehlbildungen nämlich besonders oft vor - unabhängig davon, ob natürlich oder künstlich befruchtet wurde. Doch auch bei Einzelgeburten ist das Risiko von Geburtsfehlern deutlich erhöht, wenn Techniken der assistierten Reproduktion zum Einsatz kamen. Die Gründe dafür sind jedoch noch nicht bekannt.

Lippen-Kiefer-Gaumenspalten und verschiedene Herzdefekte sind bei Neugeborenen nach einer künstlichen Befruchtung etwa zweimal häufiger als bei natürlich gezeugten Kindern. Für bestimmte Defekte des Verdauungstraktes ist das Risiko sogar um das Vierfache erhöht. Zwar ist das Risiko der untersuchten Fehlbildungen generell nicht besonders hoch, die Autoren der Studie weisen jedoch darauf hin, dass Paare, die eine künstliche Befruchtung planen, über alle möglichen Risiken der verschiedenen Methoden aufgeklärt werden müssen.

Weitere Informationen zum Thema:

Im Exertenrat "Künstliche Befruchtung und Reproduktionsmedizin" auf www.9monate.de können Sie persönliche Fragen zum Thema direkt an unsere Experten richten.

Pressemitteilung Centers for Disease Control and Prevention: National Birth Defects Prevention Study Shows Assisted Reproductive Technology is Associated with an Increased Risk of Certain Birth Defects. 17. November 2008
Jahrbuch 2007 des Deutschen IVF Registers (DIR)

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 20.04.2009
 
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