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Hirnforschung weist neuen Weg bei der Behandlung der Magersucht

Studie zeigt: Prozesse im Gehirn halten Essstörung aufrecht

Gehirnprozesse erschweren Verhaltensänderung bei Magersucht

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(Foto: Photodisc)

Bestimmte Vorgänge im Gehirn Magersüchtiger sind dafür verantwortlich, dass diese Menschen nicht von ihrem gesundheitsschädigenden Verhalten ablassen können. Dies ist das Ergebnis einer Studie von Hirnforschern aus Heidelberger. Die Wissenschaftler haben auf Basis ihrer Ergebnisse ein neues Behandlungsprogramm für Magersüchtige entwickelt.

Die Forscher testeten magersüchtige und gesunde Frauen auf ihre Fähigkeit zu flexiblen Verhaltenswechseln. Hierzu wurden den Testpersonen verschiedene geometrische Figuren in schneller Abfolge gezeigt, die zugeordnet werden mussten. Nach einem Durchlauf wurde die Zuordnung geändert. Die Heidelberger untersuchten bei den Frauen außerdem den Blutfluss an unterschiedlichen Stellen des Gehirns. Eine stärkere Durchblutung stand dabei auch mit einer verstärkten Aktivität des beobachteten Hirnbereichs in Zusammenhang. Es zeigte sich, dass bei den magersüchtigen Frauen eine bestimmte Verbindung zwischen Großhirn und Zwischenhirn nur vermindert aktiv ist. Das bedeutet, dass sie sich an schnell verändernde Umweltbedingungen schwerer anpassen können. "Wir haben mit der Studie bestätigt, dass Magersuchtkranke häufiger als gesunde Vergleichspersonen an der vertrauten Verhaltensantwort festhielten, wodurch eine alternative Verhaltensweise unterdrückt wurde", so Dr. Hans-Christoph Friedrich, Leiter der Arbeitsgruppe Essstörung.

Die Studienergebnisse verdeutlichen die Verknüpfung zwischen neurobiologischen und psychischen Vorgängen. Die Wissenschaftler können die Erkrankung nun nicht nur besser verstehen, sondern haben auch ein neues Behandlungsprogramm geschaffen. Dabei werden bei Magersüchtigen flexible Verhaltensweisen eingeübt.

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Pressemitteilung der Universitätsklinik Heidelberg: Warum magersüchtige an ihrem gestörten Essverhalten festhalten. 21. Juli 2009

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 03.08.2009
 
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