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Neue Erkenntnisse zur Entstehung von Multipler Sklerose

Zusammenhang zwischen Epstein-Barr Virus und Autoimmunerkrankungen

Möglicherweise ist das Epstein-Barr Virus verantwortlich für die Entstehung von Autoimmunerkrankungen

Möglicherweise ist das Epstein-Barr Virus verantwortlich für die Entstehung von Autoimmunerkrankungen
(Foto: Photodisc)

Das Epstein-Barr Virus (EBV) ist vermutlich die wichtigste Ursache von Nervenschäden bei Multipler Sklerose. Neue Forschungsergebnisse erhärten den bereits lange bestehenden Verdacht, dass das Virus eine entscheidende Rolle bei der Entstehung verschiedener Autoimmunerkrankungen spielt.

Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, die häufig bei Menschen im Alter zwischen 20 und 40 Jahren auftritt. Dabei kommt es zu einem fehlgesteuerten Angriff des Immunsystems auf körpereigene Nervenzellen (Autoimmunität). Trotz jahrelanger Forschung sind die Ursachen der Krankheit bis heute nicht bekannt. Allerdings besteht seit langem der Verdacht, dass das Epstein-Barr-Virus eine Rolle bei der Entstehung spielt. Das Virus gilt selbst zwar als relativ harmlos, bleibt aber nach einer Infektion, die sich zum Beispiel durch Pfeiffersches Drüsenfieber äußern kann, in bestimmten weißen Blutkörperchen bestehen.

Die italienische Forscherin Dr. Francesca Aloisi präsentierte nun auf dem zweiten europäischen Kongress der Immunologie in Berlin Daten die darauf hinweisen, dass das Virus eben diese Blutkörperchen - die B-Lymphozyten - als "Trojanisches Pferd" nutzen und so in das zentrale Nervensystem gelangen kann. Dort setzt es vermutlich jene Prozesse in Gang, die zu den Zell-zerstörenden Prozessen der Multiplen Sklerose führen. Jetzt, so Aloisi, gilt es herauszufinden, ob sich eine Vermeidung oder Bekämpfung der EBV-Infektion auch tatsächlich positiv auf Autoimmunerkrankungen auswirkt.

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Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Immunologie: Epstein-Barr Virus und multiple Sklerose: Zusammenhang erhärtet. 14. September 2009

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 21.09.2009
 
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