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Interaktive Videospiele sind kein Ersatz für Sport

Wissenschaftler untersuchen Trainingseffekt von Nintendo Wii und Co

Schwimmbrille statt viereckige Augen – Interaktive Videospiele können echten Sport nicht ersetzen

Schwimmbrille statt viereckige Augen – Interaktive Videospiele können echten Sport nicht ersetzen
(Foto: DAK)

Interaktive Videospiele können sportliche Betätigung trotz des Körpereinsatzes beim Spielen nicht ersetzen. Zu diesem Ergebnis kam das Team um den Sportmediziner Professor Dr. Klaus Völker vom Universitätsklinikum Münster.

Hersteller von interaktiven Sport-Videospielen preisen ihre Produkte häufig als spaßbringende Trainingsgeräte an, mit deren Hilfe man seine körperliche Fitness am heimischen Bildschirm steigern kann. Ob sich durch virtuelles Boxen, Tennis oder einen Pixel-Vierkampf tatsächlich ein Trainingseffekt erreichen lässt, untersuchte nun ein Team von Wissenschaftlern am Universitätsklinikum Münster. 40 Sportstudenten – allesamt Neulinge an den getesteten Videospielkonsolen – traten in diesen Disziplinen gegeneinander an. Um die Anstrengung der Probanden bewerten zu können, wurden verschiedene Daten wie Herzfrequenz und Blutwerte gemessen. Zusätzlich mussten die Teilnehmer ihre Anstrengung anhand eines international standardisierten Fragebogens, der Borg-Skala, einschätzen.

Das Ergebnis für alle getesteten Disziplinen: Belastungs- und Trainingseffekt der interaktiven Videospiele erreichen nicht annähernd das Niveau echter Sportarten. Den höchsten Wert erzielte das virtuelle Boxen mit etwa 13 Punkten auf der von sechs bis 20 reichenden Borg-Skala und kann damit gerade mal als "etwas anstrengend" bezeichnet werden. Dies liegt zum einen daran, dass nur ein Teil der Spielzeit tatsächlich Bewegung erfordert, zum anderen sind realistische Ausführungen der Bewegungen oft gar nicht nötig. Denn die Sensoren der Steuergeräte reagieren häufig bereits auf sehr feine Bewegungen, wodurch sich viel Kraft einsparen lässt, wenn man den Dreh einmal raus hat. Völkers Fazit lautet deshalb: "Virtueller Sport ist allenfalls Bewegung und kann echten auf keinen Fall ersetzen". Besser sei dagegen "das ganze Erlebnis 'Sport draußen', als die virtuelle Sparversion im Wohnzimmer".

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Pressemitteilung der Wilhelms-Universität Münster: Fit durch Wii und Co? Sportmediziner untersuchen den Trainingseffekt interaktiver Videospielkonsolen. 15. Oktober 2009

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 26.10.2009
 
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