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Darmspiegelung wichtig für Krebsprävention

Nutzen zum Schutz vor Darmkrebs erstmals bevölkerungsweit belegt

Besonders die Untersuchung eines bestimmten Darmabschnitts ist wichtig für die Krebsprävention

Besonders die Untersuchung eines bestimmten Darmabschnitts ist wichtig für die Krebsprävention
(Foto: Dr. Lutz Langbein/DKFZ)

Personen, bei denen innerhalb der letzten zehn Jahre eine Darmspiegelung (Koloskopie) durchgeführt wurde, weisen seltener fortgeschrittene Vorstufen von Darmkrebs auf. Dies ist das Ergebnis einer bevölkerungsweiten Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ).

Bislang lagen Daten zum Nutzen von Darmspiegelungen in der Krebsprävention nur aus klinischen Studien vor. Nun untersuchte das Forscherteam um Professor Hermann Brenner vom DKFZ diese Frage erstmals an einem breiten Bevölkerungsquerschnitt. Rund 3.300 Saarländer, die an einer Darmspiegelung im Rahmen der gesetzlichen Früherkennung (Screening) teilgenommen hatten, wurden gefragt, ob sie sich innerhalb der letzten zehn Jahre vor der Screening-Untersuchung bereits einer Darmspiegelung unterzogen hatten. Das Ergebnis: Personen, die bereits vor dem Screening per Darmspieglung untersucht worden waren, wiesen wesentlich seltener fortgeschrittene Krebsvorstufen auf. Besonders deutlich war dies im linken Abschnitt des Dickdarms, der direkt in den Enddarm übergeht. Dort entdeckten die Wissenschaftler bei Teilnehmern mit vorangegangener Koloskopie zwei Drittel weniger fortgeschrittene Krebsvorstufen als bei den Teilnehmern ohne vorangegangene Darmspiegelung.

Die Ergebnisse unterstreichen das große Potenzial der Darmspiegelung für die Verhütung von Darmkrebs. Angesichts der besonders starken Risikoreduktion im linken Teil des Darms könnte neben der Koloskopie, der Spiegelung des gesamten Dickdarms, auch der "kleinen" Darmspiegelung, der so genannten Sigmoidoskopie, für die Krebsprävention eine große Bedeutung zukommen. Diese Untersuchung ist für die Teilnehmer mit wesentlich weniger Unannehmlichkeiten verbunden, da die aufwändige Leerung und Reinigung des Darms am Vortag entfällt. Entsprechend leichter könnte es den Menschen fallen, sich zu einer Teilnahme zu entschließen. "Wir sollten daher auch in Deutschland in Erwägung ziehen, das gesetzliche Früherkennungsprogramm um die Sigmoidoskopie zu ergänzen", schlägt Hermann Brenner vor. "Ein solches Angebot würde wahrscheinlich auch von vielen Menschen angenommen, die eine Koloskopie nicht durchführen lassen wollen. So ließen sich noch deutlich mehr Krebsfälle vermeiden – das ist doch schließlich unser Ziel!"

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Pressemitteilung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ): Erstmals bevölkerungsweit belegt: Darmspiegelung schützt vor Krebs – möglicherweise auch kleine Darmspiegelung von großem Nutzen. 4. Januar 2010

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 07.01.2010
 
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