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Folsäure für Schwangere nur im ersten Trimester

Erhöhtes Asthmarisiko für Kinder durch Nahrungsergänzung

Ab dem zweiten Trimester sollten Schwangere auf die zusätzliche Einnahme von Folsäure verzichten

Ab dem zweiten Trimester sollten Schwangere auf die zusätzliche Einnahme von Folsäure verzichten
(Foto: BananaStock)

Schwangere sollten ab dem vierten Schwangerschaftsmonat auf Folsäure zur Nahrungsergänzung verzichten. Dies empfehlen Lungenärzte der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DPG) aufgrund kürzlich veröffentlichter Forschungsergebnisse, die darauf hinweisen, dass Kinder häufiger an Asthma bronchiale erkranken, wenn Mütter nach dem ersten Schwangerschaftsdrittel viel Folsäure zu sich nehmen.

Die Nahrungsergänzung mit Folsäure bei Kinderwunsch und während der Frühschwangerschaft wird generell empfohlen, da sich dadurch das Risiko von kindlichen Fehlbildungen wie Spina bifida (Offener Rücken) deutlich verringern lässt. Laut Professor Dieter Köhler vom wissenschaftlichen Beirat der DGP gibt es allerdings einige Frauen, die Folsäurepräparate auch über diese Zeit hinaus einnehmen. Angesichts der kürzlich veröffentlichten Studie australischer Wissenschaftler ist dies bedenklich: Dort kam heraus, dass eine hohe Folsäurezufuhr nach den ersten zwölf Schwangerschaftswochen das Asthmarisiko der ungeborenen Kinder im Alter von drei bis fünf Jahren um knapp ein Drittel erhöht. Daher raten die Lungenärzte der DPG von einer Nahrungsergänzung mit Folsäure ab dem vierten Schwangerschaftsmonat ab.

Unbedenklich sind dagegen Nahrungsmittel, die Folsäure natürlicherweise enthalten. Große Mengen finden sich beispielsweise in Weizenkleie oder Kalbsleber, aber auch andere Lebensmittel wie Vollkornprodukte, rote Beete, Spargel, Karotten, Tomaten und Nüsse enthalten genug Folsäure, um den täglichen Bedarf des Körpers zu decken.

Update: DGP korrigiert Folsäure-Empfehlung

Nach eingehender Prüfung der zugrunde liegenden Studie korrigierte die DPG die oben stehende Empfehlung zur Folsäureeinnahme. Wie sich herausstellte, wies die Studie einige Schwachstellen auf, wodurch ein Abweichen von den bisherigen Empfehlungen nicht gerechtfertigt werden kann. Es fehlte eine dosisabhängige Risikobewertung und die Stichprobengröße war mit 557 Frauen zu klein. Die Vorteile einer Einnahme von Folsäure zur Nahrungsergänzung seien sowohl in der Frühschwangerschaft als auch in der Spätschwangerschaft evidenzbasiert und sollten daher weiterhin als Empfehlung für Schwangere zur Vermeidung von Neuralrohrdefekten und anderen Entwicklungsstörungen des ungeborenen Kindes angesehen werden, so die DPG in ihrer Stellungnahme.

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Online-Informationen des Bundesverbandes der Pneumologen und der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DPG): http://www.lungenaerzte-im-netz.de (Stand: 31. Dezember 2009)

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 09.02.2010
 
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