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Eisenpräparate für Schwangere nicht immer nötig

Nahrungsergänzung mit Eisen: Viel hilft nicht unbedingt viel

Hochdosierte Eisenpräparate sind für Schwangere nicht immer notwendig

Hochdosierte Eisenpräparate sind für Schwangere nicht immer notwendig
(Foto: BananaStock)

Die Nahrungsergänzung mit Eisen kann bei vielen gesunden Schwangeren vermutlich niedriger dosiert werden oder ist zum Teil gar nicht notwendig. Zu diesem Ergebnis kam das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) nach einer Auswertung mehrerer wissenschaftlicher Studien zu diesem Thema.

Für Schwangere mit Mangelerscheinungen ist die Nahrungsergänzung mit Eisenpräparaten wichtig. Bei gesunden Frauen lässt sich dadurch in einigen Fällen eine Anämie (Blutarmut) verhindern, allerdings kommt diese bei einer ausgewogenen Ernährung sehr selten vor. Die weit verbreitete Empfehlung, dass eine zusätzliche Einnahme von Eisen für alle Schwangeren ratsam sei, geht laut IQWiG von dem Eisenbedarf aus, den Schwangere in Entwicklungsländern oder Frauen mit bestehender Anämie haben. Eine Auswertung mehrerer Studien hatte ergeben, dass die tägliche Einnahme großer Mengen an Eisen (45 bis 50 Milligramm) keinen Vorteil gegenüber der wöchentlichen Einnahme niedriger dosierter Präparate bringt. Bekannt ist, dass eine starke Überdosierung (Eisenüberladung) gesundheitliche Schäden verursachen kann. Jedoch fanden sich bei der Untersuchung keine Hinweise darauf, dass erhöhte Eisenwerte Müttern oder Säuglingen schaden. In den zugrunde liegenden Studien wurden allerdings einige unerwünschte Wirkungen, wie zum Beispiel Verstopfung, nicht berücksichtigt.

Das IQWiG geht daher davon aus, dass die wöchentliche Einnahme von Eisenpräparaten für gesunde Schwangere ausreicht, um die möglichen gesundheitliche Vorteile der Nahrungsergänzung zu nutzen. Wenn mit der Nahrung bereits genügend Eisen aufgenommen wird, können Schwangere unter Umständen sogar vollständig auf die zusätzliche Einnahme von Eisen verzichten. Dies sollte mit dem behandelnden Arzt abgeklärt werden.

Weitere Informationen zum Thema:

In der Hebammen-Expertenrat können Sie persönliche Fragen zum Thema direkt an unsere Experten richten.

Online-Informationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): http://www.gesundheitsinformation.de (Stand: 22. Dezember 2009)

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 25.01.2010
 
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