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Neue Impfstoffverstärker im Test

Braunschweiger Forscher suchen Ansätze für neue Impfstrategien

Das neue Molekül könnte Impfstoffe in Zukunft deutlich verbessern

Das neue Molekül könnte Impfstoffe in Zukunft deutlich verbessern
(Foto: BananaStock)

Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig haben eine neue chemische Verbindung entdeckt, mit deren Hilfe Impfstoffe wesentlich verbessert werden könnten.

Das künstlich hergestellte Molekül heißt c-di-IMP und könnte in Zukunft noch mehr sein als ein potenter Wirkstoffverstärker (Adijuvans). Die Forscher versprechen sich von c-di-IMP ganz neue Ansätze für neue Impfstrategien. "Dieses Molekül liefert eine starke Immunantwort und ist wesentlich wirksamer als bekannte Adjuvantien", sagt Rimma Libanova, die das Molekül während ihrer Doktorarbeit untersucht.

Um die Wirkung zu erforschen, impfte sie Mäuse mit einem harmlosen Eiweiß. Das Eiweiß ist kein Krankheitserreger, aber dennoch ein Fremdkörper für das Mäuseimmunsystem. Also läuft die Immunreaktion wie bei einer Impfung gegen ein Virus oder Bakterium ab – nur ohne die Gefahr einer echten Infektion. Dabei erhielten einige Tiere den Impfstoff mit Verstärker, andere ohne den Zusatz. Nach 42 Tagen untersuchte sie die Immunantwort der Mäuse auf das fremde Eiweiß. "Wir konnten bei den Tieren, die den verstärkten Impfstoff erhielten, eine starke Immunantwort sehen. Zusätzlich konnten wir wichtige Moleküle nachweisen, die den Erfolg der Impfung zeigten", sagt Thomas Ebensen, der zusammen mit Rimma Libanova das neue Molekül untersucht. Bislang konnten die Wissenschaftler die Wirkung nur in Mäusen nachweisen – aber beide denken weiter: "Wir wollen mit dem Molekül bereits vorhandene Impfungen wie gegen Influenza oder Hepatitis verbessern. Vielleicht hilft es auch dabei, neue Impfstoffe zu entwickeln, die mit den bisherigen schwächeren Adjuvantien noch keine ausreichende Impfantwort erzeugen."

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Pressemitteilung des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung: Kleine Moleküle mit großer Wirkung. 2. März 2010

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 04.03.2010
 
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