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Essstörungen möglichst früh behandeln

Erfolgsaussichten einer Therapie sind im Kinder- und Jugendalter besser

Essstörungen sollten nach Möglichkeit bereits im Kinder- und Jugendalter behandelt werden

Essstörungen sollten nach Möglichkeit bereits im Kinder- und Jugendalter behandelt werden
(Foto: DAK/Wigger)

Essstörungen sollten häufiger bereits im Kinder- und Jugendalter behandelt werden, so der Aufruf von Professor Beate Herpertz-Dahlmann, Direktorin der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Aachen auf dem 2. Wissenschaftlichen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Essstörungen (DGESS).

Gestörtes Essverhalten geht bei Kindern und Jugendlichen häufig mit weiteren psychischen Störungen wie Depressionen, Ängsten, Aggressionen und Störungen im Sozialverhalten einher. Dabei besteht ein enger Zusammenhang zwischen dem gestörten Essverhalten und dem Lebensgefühl der jungen Menschen, deren Lebensqualität in allen Bereichen beeinträchtigt ist. Man müsse sich deshalb mehr um die übergewichtigen Kinder und Jugendlichen kümmern, so Herpertz-Dahlmann. Bereits bei nur leicht erhöhtem Body-Mass-Index (BMI) zeigt sich laut der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KIGGS) schon eine hohe Rate an Essstörungen. So profitieren nicht nur die untergewichtigen, sondern auch normal- und übergewichtige Kinder von einer kinder- und jugendpsychiatrischen Betreuung.

Der Heilungserfolg von Magersucht ist im Jugendalter besser als bei Erwachsenen. Obwohl die Sterblichkeit der Erkrankung in den letzten Jahren deutlich abgenommen hat, leiden immer noch 20 Prozent der jungen Mädchen an einem chronischen Verlauf. So ist die Magersucht mit ausgeprägten Hirnveränderungen verbunden, weshalb die Patientinnen gar nicht in der Lage sind, bei der Therapie adäquat "mitzumachen". Durch das Hungern reduziert sich die graue Hirnmasse, die für Denkprozesse zuständig ist. Die Folge sind Konzentrationsstörungen, Gedächtnisprobleme bis hin zur Hirnatrophie (Gehirnschwund). Bei zunehmendem Gewicht verzeichnen junge Betroffene nach neueren Untersuchungen eine Zunahme der grauen Substanz, also eine Regeneration ihres Gehirns. Bei der Therapie der Magersucht sollte deshalb der Fokus direkt zu Beginn der Therapie noch mehr auf die Gewichtszunahme gelegt werden.

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Pressemitteilung des aid Infodienstes: Essstörungen: Besonderheiten bei Kindern und Jugendlichen. 28. April 2010

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 03.05.2010
 
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