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Schwangerschaftsvergiftung endlich therapierbar?

Neuer Ansatz zur Behandlung der Präeklampsie

Die Präeklampsie ist gefährlich für Mutter und Kind

Die Präeklampsie ist gefährlich für Mutter und Kind
(Foto: BananaStock)

Ein Expertenteam der Uniklinik Köln hat unter der Leitung der Professoren Dr. Thomas Benzing und Dr. Peter Mallmann ein neues Verfahren zur Therapie der sogenannten Schwangerschaftsvergiftung (Präeklampsie) entwickelt.

Die Präeklampsie tritt bei zirka fünf bis acht Prozent aller Schwangeren nach der 20. Schwangerschaftswoche auf und ist mit erhöhtem Blutdruck (Hypertonie) und dem Verlust von Eiweiß im Urin (Proteinurie) verbunden. Der Schweregrad der Erkrankung variiert, sie kann jedoch für Mutter und Kind lebensgefährlich sein. In Deutschland sterben bei der Geburt jährlich fünf Frauen an den Folgen der Präeklampsie. Schätzungsweise 15.000 bis 20.000 Kinder müssen jährlich vorzeitig entbunden werden. Bislang gibt es für die Präeklampsie keine Therapie. Um das Leben der schwangeren Mutter und das des Kindes zu schützen, bleibt einzig der Kaiserschnitt. In Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Harvard Medical School aus Boston hat das Kölner Expertenteam nun einen vielversprechenden Ansatz zur Therapie dieser schwerwiegenden Erkrankung entwickelt. Im Blut von Schwangeren mit Präeklampsie entdeckte man ein Eiweiß, welches zur Krankheitsentstehung beiträgt.

An der Uniklinik Köln wurden nun weltweit die ersten beiden Patientinnen erfolgreich mit einer neuen Blutwäsche behandelt. Hierbei wird das auslösende Eiweiß aus dem Blut gewaschen. Die Mediziner sprechen von einem möglichen sensationellen Durchbruch. "Zum ersten Mal sind wir dem Ziel, Patientinnen mit Präeklampsie eine effektive Therapie anbieten zu können, ganz nahe", so Prof. Peter Mallmann, Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Uniklinik. "Selbst wenn unsere Therapieform nicht dazu beiträgt, einen völlig normalen Schwangerschaftsverlauf zu erreichen, so kann das Kind trotzdem länger im Bauch bleiben. Für die Entwicklung des Fötus sind das entscheidende Tage und Wochen."

Weitere Informationen zum Thema:

Im Exertenrat "Risikoschwangerschaft" können Sie persönliche Fragen direkt an unsere Experten richten.

Pressemitteilung der Uniklinik Köln: Uniklinik Köln vor Durchbruch bei "Schwangerschaftsvergiftung" – Weltweit erste erfolgreiche Behandlung einer Präeklampsie. 25. Mai 2010

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 27.05.2010
 
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