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Internettherapie verspricht Hilfe nach Fehlgeburt

Bessere Bewältigung des Traumas für beide Partner

Hilfe für trauernde Paare durch Onlinetherapie


Intrnettherapie kann Paaren helfen
(Bild: DAK)

Viele Frauen leiden jahrelang unter dem Verlust eines Babys in der Schwangerschaft. Auch die Väter trauern häufig stärker als man bislang annahm. Eine neue Internettherapie soll Paaren nun dabei helfen, ihren Schmerz über den Verlust eines Babys zu überwinden.

Mindestens jedes zehnte Kind stirbt, noch bevor es auf die Welt kommt. Viele Paare stürzt eine gescheiterte Schwangerschaft in eine tiefe Krise. Sie leiden meist noch Jahre später unter den psychischen Belastungen wie Depressionen und Angststörungen.

Obwohl die seelischen Folgen einer Fehl- oder Todgeburt für die Eltern vielfach bestätigt wurden, konzentrierte sich die Forschung bislang überwiegend auf betroffene Frauen, berichtet die Ärztin und Psychotherapeutin Annette Kersting im Magazin "Gehirn & Geist" (Ausgabe 12/2009). Männer hätten keine so emotionale Beziehung zum Ungeborenen wie die Mütter und würden daher auch weniger trauern, hieß es. Neue Studien zeigen jedoch, dass Väter der Verlust des Babys ebenso mitnimmt - besonders, wenn sie bereits Ultraschallbilder des Kinds gesehen oder dessen Herztöne gehört haben.

Seit November 2007 bietet Kersting zusammen mit ihren Kollegen von der Uniklinik Münster eine Internettherapie für Paare an. Dabei lernen die Patienten ihren Verlust zu realisieren und ihre seelischen Schmerzen in Worte zu fassen, um schließlich von dem Ungeborenen Abschied nehmen zu können. Der Austausch zwischen Patient und Therapeut erfolgt ausschließlich per E-Mail. Das Ergebnis einer Umfrage unter den Therapieteilnehmern: Die Onlinetherapie konnte die Trauersymptome deutlich reduzieren. Auch drei Monate nach deren Ende war der Therapieerfolg noch nachweisbar.

Weitere Informationen zum Thema:

In der Expertenrat auf meinpsychiater.de können Sie persönliche Fragen zum Thema direkt an unseren Experten Gerhard Bien richten.

Pressemitteilung: Trauma Fehlgeburt. Magazin Gehirn & Geist, Dezember 2009

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 16.11.2009
 
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