Wiederbelebung kann viele Menschenleben retten
Herzdruckmassage ist wichtigste Maßnahme bei der Reanimation
Mit dem heutigen Tag gelten neue Leitlinien für die Wiederbelebung beim plötzlichen Herztod. Die neue Version der von der American Heart Association (AHA) herausgegebenen Leitlinien macht vor allem für medizinische Laien die Wiederbelebung deutlich einfacher. Mitherausgeber Dr. Heinzpeter Moecke, Konzernbereichsleiter Medizin & Wissenschaft der Asklepios Kliniken, hofft, dass nun mehr Menschen die Reanimation im Notfall überhaupt beginnen und dass so ein paar Hundert Menschenleben pro Jahr in Deutschland gerettet werden können.
Täglich werden in Deutschland rund 400 Menschen außerhalb von Krankenhäusern wiederbelebt - doch nur jeder Zehnte bleibt auch tatsächlich am Leben. Beginnen umstehende Laien aber bereits mit der Wiederbelebung, bevor der Rettungsdienst eintrifft, steigt die Zahl der Überlebenschance des Patienten auf das 2,5-Fache. Doch aus Angst, etwas falsch zu machen, trauen sich viele Laien oft nicht, mit der lebensrettenden Herzmassage zu beginnen.
Die neuen Leitlinien könnten hier viel bewegen, hofft Moecke: "Für den Laien wird die Erste Hilfe einfacher und klarer, weil er sich auf die Herzdruckmassage konzentrieren soll und die Beatmung weniger im Vordergrund steht." Der wichtigste Unterschied zur bisherigen Praxis ist, dass die Reihenfolge der Erstmaßnahmen geändert wurde. Bisher galt die so genannte A-B-C-Regel für "Airway (Atemwege freimachen), Breathing (Beatmung), Chest compressions (Herzdruckmassage). Die ab heute gültige Reihenfolge lautet dagegen C-A-B (Herzdruckmassage, Atemwege freimachen, Beatmen).
Sollte nur ein Helfer vor Ort sein, der nicht in der Herz-Lungen-Wiederbelebung geschult ist, sollte er nach Alarmierung des Rettungsdienstes nur eine kräftige und schnelle Herzdruckmassage anwenden und auf weitere Maßnahmen verzichten, bis die Rettungskräfte die Versorgung des Patienten übernehmen. Bei der Herzdruckmassage sollte der Brustkorb bei Erwachsenen mindestens 100 Mal pro Minute mindestens fünf Zentimeter tief eingedrückt werden. Bei Kindern und Säuglingen bis zu fünf beziehungsweise vier Zentimeter.
Um die richtige Wiederbelebung nach den neuen Leitlinien zu erlernen, sollten so viele Menschen wie möglich regelmäßig Erste-Hilfe-Kurse besuchen, wünscht sich Moecke. "Nur so bleiben Sie auf dem aktuellen Stand und können im Ernstfall Ihrer Familie, Ihren Freunden und den Menschen in Ihrer Umgebung so effektiv wie möglich helfen."
Weitere Informationen zum Thema:
Pressemitteilung der Asklepios Kliniken, Hamburg: Neue Leitlinien zur Wiederbelebung sollen mehr Menschen retten. 19. Oktober 2010
Autor: Qualimedic.de
Letzte Änderung am: 20.10.2010
