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Alle drei Minuten bricht ein Wirbel

Checkliste soll vor "Witwenbuckel" bewahren

Ein Wirbelbruch wird häufig nicht erkannt

Ein Wirbelbruch wird häufig nicht erkannt
(Quelle: BananaStock)

In Deutschland leben derzeit 1,8 Millionen Menschen mit Wirbelbrüchen. Häufig werden diese Frakturen als Bandscheibenleiden oder Hexenschuss verkannt und nicht entsprechend behandelt. Im Extremfall können sie dann zu einer Verkrümmung der Wirbelsäule und gebeugter Haltung, dem so genannten "Witwenbuckel" führen.

Zu einem Wirbelbruch kommt es fast so häufig wie zu einem Herzinfarkt: Fast alle drei Minuten bricht in Deutschland ein Wirbel. Aber nur ein Drittel der Brüche wird erkannt und behandelt. In den meisten Fällen sind die Ursachen alltägliche Belastungen wie Bücken, Heben oder rasches Drehen. Nur in einem Viertel der Fälle entsteht der Wirbelbruch durch Stürze. Besonders gefährdet sind Menschen, die unter Osteoporose, dem so genannten Knochenschwund, leiden. Das sind allein in Deutschland mehr als sieben Millionen Betroffene. Jede zweite Frau über 50 und jeder fünfte Mann über 60 ist somit auch akut wirbelbruchgefährdet.

Um das Bewusstsein für das eigene Wirbelbruchrisiko zu schärfen, haben medizinische Experten und der Bundesselbsthilfeverband für Osteoporose (BfO) eine Wirbelbruch-Checkliste entwickelt. Diese klärt über verbreitete Irrtümer der Erkrankung und ihre vermeidbaren Folgen auf. "Die Checkliste soll Patienten darin unterstützen, sich und dem Arzt die richtigen Fragen zu stellen, damit Brüche in Zukunft häufiger erkannt und richtig behandelt werden", erklärt Professor Thomas Blattert, Chefarzt der Fachklinik Schwarzach für Erkrankungen und Verletzungen der Wirbelsäule, Mitentwickler der Checkliste.

Ziel der Checkliste ist es, erste Aufschlüsse über die individuelle Gefährdung für einen Wirbelbruch zu geben. Wer sein Risiko prüfen will, wird darin neben persönlichen Gesundheitsdaten gezielt nach Anzeichen und Ausprägung einer möglichen Osteoporose beziehungsweise den darauf zurückzuführenden Wirbelkörperbrüchen gefragt. Dies hilft nicht nur, seinen Gesundheitszustand einzuschätzen und erste Symptome frühzeitig richtig zu deuten, sondern ermöglicht gleichzeitig dem Arzt eine schnellere und genauere Diagnose des Wirbelbruchs.

Erhältlich ist die Checkliste auf der Internetseite www.initiative-jetzt-gerade.de.

Weitere Informationen zum Thema:

Pressemitteilung der Initiative "Jetzt gerade! Auf den Wirbel kommt es an": Weltosteoporosetag 2010 im Zeichen des Wirbelbruchs. 20. Oktober 2010

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 22.10.2010
 
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