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ASS hilft bei Früherkennung von Darmkrebs

Empfindlichkeit des Tests auf verstecktes Blut im Stuhl kann durch ASS erhöht werden

Früherkennungsuntersuchung können Darmkrebs verhindern

Früherkennungsuntersuchung können Darmkrebs verhindern
(Quelle: Pixelio/Susanne Berndobler)

Die Untersuchung auf verstecktes Blut im Stuhl ist ein wichtiger Bestandteil der Früherkennung von Darmkrebs. Bislang hatten Ärzte Bedenken, dass niedrig dosierte Acetylsalicylsäure (ASS) die Testergebnisse verfälschen könnte. Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum zeigten nun in einer Studie, dass genau das Gegenteil der Fall ist: ASS kann die Empfindlichkeit immunologischer Stuhltests sogar verbessern.

In Deutschland wird die Untersuchung auf Blut im Stuhl allen Personen ab dem 50. Lebensjahr empfohlen, um Darmkrebs frühzeitig zu entdecken. Menschen dieser Altersgruppe nehmen jedoch häufig niedrig dosiertes ASS ein, um Herzinfarkten oder Schlaganfällen vorzubeugen. Dieses Medikament steigert die Blutungsneigung im Magen-Darm-Trakt. Ärzte befürchten daher, dass diese Blutungen die Ergebnisse der Darmkrebsfrüherkennung verfälschen könnten. Die Tests könnten auf Blut anschlagen, das gar nicht aus Polypen, den Krebsvorstufen, stammt. Andererseits könnte ASS auch die Blutungsneigung von Polypen erhöhen – und damit auch die Chance, diese zu entdecken.

Die Wissenschaftler im Deutschen Krebsforschungszentrum um Professor Dr. Hermann Brenner und Dr. Ulrike Haug untersuchten deshalb an rund 2.000 Personen den Einfluss von ASS auf die Darmkrebs-Früherkennung. Rund zehn Prozent der Teilnehmer nahmen regelmäßig niedrig dosiertes ASS ein. Zusätzlich zu einer Darmspiegelung wurden bei allen Probanden zwei verschiedene immunologische Tests auf verborgenes Blut im Stuhl durchgeführt. Die Ergebnisse wurden dann mit den Befunden der Darmspiegelung verglichen, die als sicherstes Verfahren gilt, um Krebsvorstufen zu entdecken.

Die Ergebnisse der Studie überraschten die Forscher: Die Tests spürten bei den Teilnehmern, die ASS einnahmen, die Krebsvorstufen fast doppelt so häufig auf wie bei Personen, die das Medikament nicht einnahmen. „Zugleich gab es nur unwesentlich häufiger „falschen Alarm“, sagt Brenner. Das lässt die Wissenschaftler spekulieren, ob nicht sogar eine kurzzeitige Einnahme von ASS die Ergebnisse der Früherkennungs-Stuhltests verbessern könnte.

Weitere Informationen zum Thema:

Pressemitteilung des Deutschen Krebsforschungszentrums: Aspirin verbessert Empfindlichkeit von Tests zur Darmkrebsfrüherkennung. 08. Dezember 2010

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 08.12.2010
 
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