Tipp

Langes Arbeiten schadet der Gesundheit

Jeder Fünfte in Vollzeit leidet unter Schlafstörungen

Lange Arbeitszeiten können Schlafstörungen verursachen

Lange Arbeitszeiten können Schlafstörungen verursachen
(Quelle: DAK/Wigger)

Der Anteil von Beschäftigten, die über gesundheitliche Probleme klagen, nimmt mit der Dauer der geleisteten Arbeitszeit zu. Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Bei der Auswertung von vier unabhängigen Befragungen ließ sich ein direkter Zusammenhang zwischen der Dauer der wöchentlichen Arbeitszeit und dem Auftreten von gesundheitlichen Beschwerden nachweisen. Faktoren wie Schichtarbeit, variable Arbeitszeiten und Arbeitsschwere wirken sich verstärkend aus.

Die Arbeitszeiten in Deutschland werden immer flexibler, immer häufiger wird im Schichtbetrieb, abends und nachts gearbeitet. Schon seit längerem vermuten Arbeitswissenschaftler einen Zusammenhang zwischen langen Arbeitszeiten und gesundheitlichen Beschwerden. Die BAuA führte deshalb eine systematische Untersuchung durch, die sich auf eine Stichprobe von über 50.000 Befragten stützt. Die jetzt veröffentlichte Studie zeigt beispielhaft den Zusammenhang zwischen der wöchentlichen Arbeitsdauer und drei gesundheitlichen Symptomen – Schlafstörungen, Rückenschmerzen und Herzbeschwerden – auf. Zusammengefasst heißt das: Je länger die Arbeitszeit, desto häufiger treten gesundheitliche Beschwerden auf.

Jeder zehnte Befragte in Deutschland klagt über Schlafstörungen, bei Beschäftigten in Vollzeit ist es bereits jeder fünfte. Im Bereich der Beschäftigten mit deutlich überlangen Arbeitszeiten von mehr als 60 Stunden pro Woche leidet nach eigenen Angaben sogar etwa jeder vierte unter Schlafbeschwerden. Faktoren wie Schichtarbeit, variable Arbeitszeiten, Arbeit an Wochenenden oder schlechte Planbarkeit der Arbeitszeit wirken sich noch verstärkend auf gesundheitliche Beeinträchtigungen aus. Auch eine Flexibilisierung der Arbeitszeit, beispielsweise durch Gleitzeitmodelle, mildert die negativen gesundheitlichen Effekte langer Arbeitszeiten nur wenig ab.

Dass sich lange tägliche und wöchentliche Arbeitszeiten negativ auf das Unfallrisiko auswirken, ist bereits seit einiger Zeit bekannt. Nimmt man nun die gesundheitlichen Risiken von Verlängerungen der Arbeitszeit in die Diskussion um weitere Arbeitszeitverlängerungen mit auf, sollte nicht nur die wirtschaftliche Komponente berücksichtigt werden. Auch gesundheitliche Effekte müssen Beachtung finden. Denn auf längere Sicht könnten Arbeitszeitverlängerungen und -flexibilisierungen das Gegenteil dessen bewirken, weshalb sie eigentlich eingeführt wurden: höhere Lohnkosten durch steigende Krankenstände und sinkende Produktivität.

Weitere Informationen zum Thema:

Pressemitteilung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin: Langes Arbeiten schadet Gesundheit und Sozialleben. 20. Dezember 2010

Alle News

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 21.12.2010
 
Tipp