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Demenz durch Wirtschaftskrise?

Konjunkturlage beeinflusst geistige Fähigkeiten im Alter

Konjunktur beeinflusst geistige Fähigkeiten im Alter

Konjunktur beeinflusst geistige Fähigkeiten im Alter
(Quelle: BananaStock)

Manche Menschen bleiben ihr ganzes Leben lang geistig fit, während andere einen deutlichen Abbau ihrer geistigen Fähigkeiten erleiden. Eine mögliche Erklärung für diese Unterschiede haben Wissenschaftler gefunden, die einen Zusammenhang zwischen der Wirtschaftslage bei der Geburt eines Menschen und seinen kognitiven Fähigkeiten im Alter nachwiesen. Demnach wirken sich bei Menschen, die während einer Rezession geboren sind, in späteren Jahren schwere Rückschläge stärker auf die geistige Erkenntnisfähigkeit aus als bei Kindern aus Boom-Zeiten.

Bisherige Forschungsergebnisse haben Hinweise darauf gegeben, dass sich schwierige Lebensbedingungen während der Entwicklung des Gehirns in den ersten Lebensjahren auf die geistige Leistungsfähigkeit im späteren Leben auswirken und sogar zu Erkrankungen wie Demenz, Alzheimer und Parkinson führen kann. Zu den am meisten untersuchten Faktoren in den ersten Lebensjahren zählen Ernährung, Stress, Krankheiten oder die Belastung mit chemischen Schadstoffen.

Die Wissenschaftler um Prof. Gerard van den Berg von der Universität Mannheim berücksichtigten nun in ihren Untersuchungen die Konjunktur in der frühen Lebensphase eines Menschen. Die grundlegende Idee dabei war, dass eine Geburt in einer Rezession unerwartete Einkommensausfälle und nachteilige wirtschaftliche Bedingungen verursachen kann. Dies kann wiederum zu einer schlechteren Ernährung, nachteiligen Wohnverhältnissen und zu einem vergrößerten Stressniveau führen. Als Datenbasis diente die Longitudinal Aging Study Amsterdam, die die Entwicklung von mehr als 3.000 Menschen verfolgt, die zwischen 1908 und 1937 geboren wurden. Verglichen wurden dabei Personen, die während ihres ersten Lebensjahres einer Rezession ausgesetzt waren, mit ähnlichen Personen, die in besseren wirtschaftlichen Zeiten geboren wurden.

Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass schwere Krisen wie der Tod eines nahen Verwandten oder eine schwere Krankheit bei Menschen, die in einer schwierigen Konjunkturlage geboren wurden, verheerendere Auswirkungen auf die geistige Leistungsfähigkeit hat als bei Kindern aus Boom-Zeiten. Besonders stark sei dieser Effekt bei Frauen. Außerdem sei die Wahrscheinlichkeit, sich von einem Schlaganfall zu erholen, bei diesen Personen geringer.

Weitere Informationen zum Thema:

Pressemitteilung der Universität Mannheim: Wahrnehmungsrückgang im Lebensalter: Mannheimer Forschungsergebnisse im Economic Journal. 04. Januar 2011

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Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 07.01.2011
 
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